Bemerkenswert

Eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus

Nachdem ich gemerkt habe, wie groß die Aufgabe eigentlich ist, über die drei großen Lehren Chinas zu schreiben, überbrücke ich meinen nicht eingehaltenen Termin mal mit einer kleinen Geschichte aus dem Zen-Buddhismus. Zen ist zwar keine der drei Lehren, da sie sich in Japan aus dem Taoismus und dem Buddhismus zusammengesetzt hat, dennoch ist sie es definitiv wert, auf unserem Blog behandelt zu werden.

Der Zen-Buddhismus ist zurzeit unglaublich interessant für mich. Ich entdecke jeden Tag mehr, wie gut Zen mir tut. Allerdings habe ich auch unglaublich großen Respekt über Zen zu schreiben, denn – so komisch es auch klingt – es gibt nichts zu schreiben.
Es gibt einige interessante und anschauliche Bücher zum Zen, doch es führt wirklich kein Weg dran vorbei, die Erfahrungen des Zen selbst zu machen.
Der Finger, der zum Mond zeigt, ist eben noch nicht der Mond…

Also – bevor ich hier Quatsch über ein Thema schreibe, dem meine Worte niemals gerecht werden könnten, gibt es einfach eine interessante Geschichte aus dem Zen. Vielleicht weckt sie dein Interesse. Oder du holst dir ein Buch.
Zu empfehlen sind:
Zen Zen. Die Weisheit des Nichtstuns [Alan Watts]
Zen im Alltag [Charlotte Joko Beck]
Zen leben: Ein Kurs in Gelassenheit [Brenda Shoshanna]


Die Autoren dieser Bücher stammen alle aus dem Westen und schaffen es dadurch, das Thema an unser westliches Verständnis anzupassen. Bücher von japanischen Autoren wie D. T. Suzuki stehen noch auf meiner Liste – da kommt mir die Thematik ungefilterter vor…

Falls es so rüberkommt, als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen und hätte Zen komplett durchschaut – ich habe es nicht. Doch mit jedem Tag komme ich dem Zen etwas näher.
Viel Spaß mit der Geschichte!

Man wird sehen…

Ein Bauer hatte ein Pferd, doch eines Tages lief es fort, sodass der Bauer und sein Sohn ihre Felder selbst pflügen mussten. 
Als die Nachbarn davon erfuhren, sagten sie: “Was für ein Pech, dass euer Pferd weggelaufen ist!” 
Aber der Bauer antwortete: 
“Man wird sehen.”

Eine Woche später kam das Pferd zum Bauernhof zurück und brachte eine ganze Herde wilder Pferde mit.
“So viel Glück!” riefen die Nachbarn,
doch der Bauer sagte:
 “Man wird sehen.”

Kurz danach versuchte der Sohn des Bauern, die wilden Pferde zu reiten – eines warf ihn ab und er brach sich ein Bein. 
“Oh, so ein Pech!” sagten die Nachbarn voller Mitleid, 
doch der Bauer sagte wieder: 
“Man wird sehen.”

Am nächsten Tag zog die Armee durch das Dorf, um junge Männer für die Schlacht zu gewinnen. Als sie sahen, dass das Bein des Sohnes gebrochen war, zogen sie an ihm vorbei.
“Was für ein Glück, daß dein Sohn nicht in die Schlacht ziehen muss!”
 freuten sich die Nachbarn.
Aber der Bauer bemerkte nur:
 “Man wird sehen.”

Eine kurze Geschichte mit soviel Weisheit, dass sie mich jedes mal aufs Neue fasziniert. Ich denke, dass alles, wirklich alles im Leben einen Sinn hat – alles was uns geschieht, jede Person die uns begegnet und jeder Fehler den wir machen – alles passiert aus einem guten Grund.
Genau das vermittelt diese Geschichte. Sachen, die erst schlecht aussehen, stellen sich manchmal als das Beste heraus, was uns passieren konnte.

Das war es für heute. Genieß den Tag!
Dein Chris

Bemerkenswert

Die Drei Lehren: Der Konfuzianismus

Mit Sicherheit kennst auch Du einen weisen Spruch, den man Konfuzius zuschreibt.
Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“ oder „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ – das Internet ist voll von Weisheiten, die Konfuzius zugeschrieben werden. Ob er es wirklich gesagt hat oder nicht, werden wir niemals wissen. Doch dennoch lohnt es sich einen Blick auf Konfuzius und seine Lehren zu werfen.

In der nächsten Zeit möchte ich dir einen Überblick über die drei großen Lehren Chinas – dem Konfuzianismus, dem Taoismus und dem (Zen-)Buddhismus – verschaffen.
Heute fangen wir mit Konfuzius an. Viel Spaß!

Über Konfuzius

Konfuzius war ein chinesischer Philosoph, welcher 551 v. Chr. geboren wurde und mit 72 Jahren im Jahre 479 v. Chr starb.
Seine Lehren entstanden in einer sehr unruhigen Zeit, die von Bürgerkriegen und Zerfall der chinesischen Fürstentümer in der östlichen Zhou-Dynastie geprägt war. Im Mittelpunkt seiner Lehren stand die Tugendhaftigkeit – wenn jeder Einzelne tugendhaft handelt, würde sich von selbst eine Ordnung in der Gesellschaft einstellen. Das war seine Grundannahme. Er sah den Menschen also im Herzen als Gut an.
Um seine Lehre unters Volk zu bringen, versuchte sich Konfuzius als Berater der Fürsten, was ihm jedoch nie wirklich gelang.

Er ging auf Wanderschaft und begann damit, seine Weisheiten an Schüler weiterzugeben – Konfuzius hielt Bildung, Neugierde und Wissen für unermesslich wichtig und wollte, dass Bildung frei für jeden zugänglich ist. Innerhalb kürzester Zeit versammelte er der Legende nach 3000 Schüler um sich, welche seine Lehre begeistert aufnahmen und weiter entwickelten.
Wahren Ruhm erfuhr Konfuzius erst nach seinem Tod, als seine Schüler nach und nach die ersten Schriften in Form von Frage-Antwort-Gesprächen veröffentlichten und seine Lehre so für die breite Bevölkerung zugänglich machten.

Die Lehren von Konfuzius

„Wenn man noch nicht das Leben kennt, wie sollte man den Tod kennen?“

Grundsätzlich kann man sagen, dass Göttlichkeit kein großes Thema für Konfuzius war, weswegen der Konfuzianismus auch eine Philosophie und keine Religion ist.
Es ging Konfuzius um die Bewältigung des Alltags. Auf Fragen über den Tod oder andere esoterische Themenbereiche, mit denen sich der Taoismus und der Buddhismus mehr beschäftigen, gab er keine direkten Antworten.
Auch Meditation ist im Konfuzianismus nicht so grundlegend wie in den anderen chinesischen Lehren.

Für Konfuzius war am Wichtigsten, dass jeder Mensch übt, ein edler Mensch zu sein.
Ein edler Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er die fünf konfuzianischen Kardinaltugenden verinnerlicht hat und diese ohne Ausnahme praktiziert und in die Welt hinaus trägt.

  • Mitmenschlichkeit
    Die höchste der fünf Tugenden. Sie verbietet böses Handeln, Rachegefühle, Prahlerei und Eroberungssucht gegen andere Menschen – man soll also nicht auf den eigenen Vorteil bedacht sein.
  • Sittlichkeit
    Der Drang nach Ordnung zeigt sich in der Sittlichkeit, die Konfuzius fordert. Zu seiner Zeit galt es beispielsweise als sittenhaft, dass Frauen und Männer nicht auf der gleichen Straßenseite laufen durften. Ein Leben ohne Sitte bringt Chaos.
  • Rechtschaffenheit
    In jeder Lebenssituation das Richtige zu tun, unabhängig von eigenen Vorlieben oder Abneigungen, das ist für Konfuzius die Rechtschaffenheit. Sie ist geprägt von höheren Werten und klammert die persönlichen Beweggründe aus.
  • Weisheit
    Das Wissen solle stets erweitert und verinnerlicht werden sowie weitergegeben werden. Durch Verinnerlichung und Erfahrung wird aus dem Wissen die Weisheit.
  • Vertrauenswürdigkeit
    Damit meint Konfuzius Authentizität und Aufrichtigkeit. Handlung und Rede sollen miteinander übereinstimmen. Worte ohne folgende Handlung sind für ihn wertlos.

„Indem man über andere schlecht redet, macht man sich selber nicht besser.“

Konfuzius brachte seinen Schülern die sechs Künste Rechnen, Schreiben, Bogenschießen, Wagenlenken, Musik und Riten bei. Vor allem auf die Riten legte der Meister hohen Wert, zum Beispiel die dreijährige Trauerzeit nach einem Todesfall.
Mit sich selbst war Konfuzius nie zufrieden und war auch im hohen Alter noch immer darauf bedacht, sich selbst weiterzuentwickeln und zu vervollkommnen.
Des weiteren predigte Konfuzius vor allem die Pietät – die angemessene Ehrung der Eltern. Man zeigt tiefe Dankbarkeit, indem man den Eltern gehorcht und sich im Alter um sie kümmert.

Für Individualität und freie Entfaltung eines Einzelnen ist im Konfuzianismus kein Platz gewesen. Zwar entsteht laut seiner Lehre die Tugend aus dem Menschen heraus, so dass die Einhaltung von Sitten und Riten, wie etwa nicht gemeinsam mit einer Frau auf der selben Straßenseite zu laufen, ohne Zwang geschieht.
Dennoch wirkt das auf mich eher einschränkend und ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, weil es auf mich so wirkt, dass man einfach die eigene freie Entfaltung unterdrückt.

Generell beschäftigen sich die Lehren des Konfuzius sehr mit dem Staat. Er setzt zwar voraus, dass sich eine natürliche Ordnung im Staat herstellt, wenn jeder Einzelne nur tugendhaft lebt. Dennoch hatte er stets die Politik im Blick.
Während dies im Taoismus zum Teil ebenfalls der Fall ist, legt der Buddhismus seinen Fokus bereits auf andere Werte.

Kon-Fazit

Wie jede alte Lehre hat sich auch der Konfuzianismus weiter entwickelt und sich in andere Schulen unterteilt. So entstand ab dem 11. Jahrhundert der Neo-Konfuzianismus, welcher deutlich von Taoismus sowie Buddhismus geprägt war.
Auch der Neokonfuzianismus spaltete sich in neue Schulen auf, unter anderem in die Schule der Cheng-Brüder, welche sich deutlich vom Taoismus und Buddhismus distanzierte und sich wieder auf die alten Lehren von Konfuzius besann.

Der Konfuzianismus ist im Grunde genommen eine moralische Lehre und bietet Verhaltensregeln für eine harmonische und geordnete Gesellschaft. Spirituelle Aspekte oder Fragen über den tieferen Sinn des Lebens sind nicht Teil der Philosophie.
Es geht im Konfuzianismus um das Leben im Diesseits.

Egal, ob man all die weisen Zitate nun ihm oder unbekannten Autoren zuordnet – Konfuzius hinterließ uns eine Lehre, die es wert ist, betrachtet zu werden. Im Vergleich zu früher hat der Konfuzianismus in China an Relevanz verloren, im Kern scheint er aber das fernöstliche Gedankengut nachhaltend geprägt zu haben.

Ich hoffe, der kleine Exkurs war interessant für dich. Nächstes mal wird es um den Taoismus gehen 😉

Danke fürs Lesen!
Dein Chris

Als Quellen dienten mir „Der Konfuzianismus“ von Hans van Ess (2009) sowie „Konfuzius“ von Martina Darga (2001).

Bemerkenswert

Bücher, die unter die Haut gehen

Letzte Woche gab es von mir einen Beitrag zum Thema Akne und somit auch gleichzeitig über die Haut. Ich finde, unsere Haut ist ein faszinierendes Organ. Schon allein ihre Größe von 1,5-2 Quadratmetern ist bemerkenswert und ihre Schutzfunktion für unseren Körper ist enorm, schließlich ist sie die erste Barriere auf die Fremdstoffe und Krankheitserreger treffen. Außerdem ist die Haut unfassbar clever und kann sich – normalerweise – wunderbar selbst regulieren und benötigt im Grunde unsere Hilfe in Form von Kosmetika und Cremes überhaupt nicht.

Das Thema Hautgesundheit liegt mir sehr am Herzen, gerade weil ich seit ich denken kann selbst betroffen bin und schon solange nach Tipps, Tricks und bestenfalls Lösungen suche, aber mir erst nach und nach bewusst wird, dass es nicht nur um die Haut als solches sondern um die Haut als gesamtes Organ und somit als Teil unseres Organismus geht, dass Erkrankungen und Disbalancen anderer Organe Auswirkungen auf unsere Haut haben und umgekehrt.

Weil ich das Thema so interessant finde, wollte ich euch heute zwei Bücher vorstellen, die ich regelrecht verschlungen habe. Selbst für Menschen, die eher kein Fan von Sachbüchern sind (war ich bis vor zwei Jahren auch überhaupt nicht) sind die Bücher interessant und kurzweilig und absolut gar nicht einschläfernd 🙂

Buch Nr. 1: Yael Adler – Haut nah: Alles über unser größtes Organ

Dieses Buch habe ich als Hörbuch gehört und gleich nach dem ersten Hören wieder von vorne begonnen, weil es so interessant war. Beim zweiten Mal war Chris mit dabei auf einer längeren Autofahrt nach Göttingen und auch er fand es super interessant. Es wird von der Autorin selbst vorgelesen, was mir sehr gut gefiel. Sie hat eine sympathische Stimme und liest gekonnt und mit viel Charme vor. Ich persönlich würde allerdings empfehlen, dieses Buch selbst zu lesen, da es mit Bildern veranschaulicht ist und noch einen recht großen Anhang mit Rezepten für Cremes, Badezusätze u.Ä. enthält. Außerdem glaube ich, dass man bei einer solchen Informationsflut beim selbst lesen besser den Überblick behält und man kann bei Bedarf immer wieder Nachschlagen.

Yael Adler stellt die verschiedenen Hautschichten vor, Hautkrankheiten, Hautkrebs und seine Entstehung, wie man seine Haut wirklich richtig vor der Sonne schützt, wie man seine Haut richtig pflegt (nämlich am besten eher zu wenig als zu viel!), usw. Selbst bei scheinbar so banalen Dingen wie dem Duschen, das man ja meist automatisch macht, ohne groß darüber nachzudenken, kann man in Bezug auf die Haut einfach so viel falsch machen (zu heiß, zu viel Seife, die falsche Seife, zu lange, …). Sie entlarvt außerdem die Mythen und Lügen der Kosmetikindustrie und geht auf den Zusammenhang zwischen der Ernährung und Hautkrankheiten ein (und der Zusammenhang ist groß – siehe mein letzter Beitrag zum Thema Akne). Teilweise beschreibt sie anhand von Anekdoten (teilweise ihrer eigenen Patienten), aber auch generell ist es immer äußerst anschaulich beschrieben und so interessant wie ein guter Roman. Das Buch enthält wirklich einmal alles über die Haut von A – Z und das in kurzweiliger und oft humorvoller Form und kein bisschen trocken.

Für mich hatte das Buch einen sehr großen Mehrwert. Einiges wusste ich bereits, anderes wiederum wollte ich nie so wirklich wahrhaben (bspw. dass weniger mehr ist in Bezug auf die Pflege der Haut). Aber ich habe viel gelernt und versuche, so viel es geht davon in mein Leben zu integrieren und hoffe, meine Haut wird es mir danken. Zu gewissen Hautkrank-heiten hätte ich gern noch ein wenig mehr gelernt und nähere Informationen erhalten, wie man sie verhindern oder heilen kann, aber hier liegt der Fokus eher auf einem breiten Informationsspektrum zu allen Themen, also auf detaillierten Infos zu bestimmten Punkten. Super, um einen Überblick zu bekommen und für einen Einstieg in das Thema.

Buch Nr. 2: Michaela Axt-Gadermann – Schön mit Darm

Jetzt wundert ihr euch sicher, weil ich doch oben geschrieben habe, ich stelle euch zwei Bücher über die Haut vor, und nun komme ich mit einem Buch über den Darm an… Es stimmt, das Buch handelt in erster Linie vom Darm. Jedoch wird hier ganz intensiv Bezug genommen auf den Zusammenhang zwischen Darm und Haut, und auch wenn man es kaum glauben mag, aber dieser Zusammenhang ist einfach riesig. Die Autorin nennt den Darm liebevoll „das Kosmetikstudio in unserem Bauch“.

Schon ein Blick ins Buch bei Amazon wird euch zeigen, dass das Buch sehr ansehnlich gestaltet ist. Viele Abbildungen, bunte Tabellen und  Infokästen – sowas mag ich, weil ich mir Informationen so immer viel besser merken kann. Es ist auch gut nach Themen unterteilt und man kann so immer wieder nachschlagen. Am Ende finden sich auch einige Rezepte, die der Darm- und somit auch der Hautgesundheit dienen. Einige habe ich schon ausprobiert und kann sie nur empfehlen!

Die Autorin erklärt, wie die Bakterien in unserem Darm und auf unserer Haut uns gut tun und schützen, warum unsere Haut altert, wie uns unser Darm – im Falle eines gesunden Darms – vor Hautkrankheiten schützen kann und somit natürlich auch umgekehrt: wie ein kranker Darm uns Hautprobleme bescheren kann, wie wir jedoch ein gutes Darmklima über unsere Ernährung erschaffen und erhalten können und, was mir ganz besonders gefiel: sie geht auf verschiedene Hautkrankheiten wie Akne, Rosacea, Neurodermitis und Schuppenflechte ein und gibt anhand einer Tabelle genaue Informationen  darüber, welche Darmbakterien die jeweilige Krankheit möglicherweise begünstigen und welche Darmbakterien die Krankheit regulieren können. So kann man mit der Gabe spezieller Probiotika passend zu dem jeweiligen Krankheitsbild versuchen, eine Besserung zu erzielen.

Auch aus diesem Buch habe ich super viele Informationen und Tipps mitgenommen, einiges steht nun auf meiner Liste der Dinge, die ich in Bezug auf mein Seborrhoisches Ekzem noch ausprobieren möchte.

Beide Bücher sind für Laien absolut verständlich, humorvoll und interessant geschrieben, außerdem kurzweilig und beide sind kleine Nachschlagewerke. Wer sich mit seiner Haut auseinander setzen möchte, kann mit beiden Büchern gleichermaßen starten. Wer jedoch für bestimmte Hautkrankheiten Tipps und neue Heilungsansätze abseits der Standardmaßnahmen der meisten Ärzte sucht, wird eher im Buch „Schön mit Darm“ fündig werden.

Falls euch das Thema Haut interessiert, riskiert vielleicht mal einen Blick auf die Bücher – denn, ob ihr an einer Hautkrankheit leidet oder nicht, jeder von uns hat eine Haut und die gilt es, gesund zu erhalten bzw. gesund zu machen.

Lasst doch gerne einen Kommentar da, wie ihr die Bücher fandet falls ihr sie kennt oder wenn ihr weitere Buchempfehlungen zu dem Thema habt! Ich bin immer hungrig nach neuem Lesestoff 🙂

Liebe Grüße,

Eure Coco

Bemerkenswert

Die Stärken der Introversion

Heute möchte ich gerne mit Dir über ein Thema sprechen, das mich mein ganzes Leben lang schon begleitet: es geht um meine Introvertiertheit.

Ich bin absolut nicht allein damit – laut Studien nehmen Forscher an, dass ein Drittel bis die Hälfte der Weltbevölkerung introvertiert veranlagt ist – doch ich habe mich viele Jahre lang alleine gefühlt. Vielleicht kennst Du es ja – schon in der Kindheit wird man in Schubladen gesteckt, weil man eben so ruhig ist und Probleme damit hat, an größeren Gruppen teilzunehmen und zu sprechen. Ich war schon immer sehr gerne für mich alleine, konnte spielen ohne dass mir langweilig wurde, habe sehr viel nachgedacht oder in meiner eigenen Fantasiewelt gelebt.
Nach und nach hatte ich dann das Gefühl, als sei das nicht richtig.
Als sei ich anders.
Als sei ich falsch.

Mit diesem Denken habe ich mir mein Leben viele Jahre lang sehr schwer gemacht. Dadurch, dass ich mich selbst als komisch und falsch wahrnahm, benahm ich mich automatisch auch komisch, weil ich mich in Gesellschaft absolut unwohl fühlte – ich dachte ja, die anderen finden mich auch komisch. Meine Gedanken und meine Wahrnehmung limitierten mich. Es ist ein Teufelskreis.
Rückblickend merke ich, dass ich im Laufe der Jahre immer stiller wurde, irgendwann auch Angst hatte, zu sprechen und einfach das Gefühl hatte, dass auf dieser Welt kein Platz für mich sei. Neue Leute kennenzulernen war ein Kraftakt und vor allem das Small Talk-geprägte Kennenlernen hat mich immer dermaßen genervt, weil ich diese Oberflächlichkeit nicht verstehen konnte. Lieber sprach ich mit niemandem, als leere Worte auszutauschen. Generell reichten mir daher wenige, tiefgehende Freundschaften statt einen Haufen Leute zu kennen, mit denen ich jedoch nie in Tiefgang kommen würde.

Vielleicht erkennst Du dich gerade wieder – wenn ich mir all das ansehe, erkenne ich deutlich die „Symptome“ eines introvertierten Menschen. In meinem FÖJ entdeckte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Artikel über Introversion. Dieser Moment hat mein ganzes Leben verändert – wirklich!

Plötzlich war ich nicht mehr „anders“ oder „abnormal“. Plötzlich hatte ich viel weniger Probleme, als ich mir seit meiner Kindheit eingeredet habe. Ich konnte meine Schwächen plötzlich als meine Stärken sehen und mir eingestehen, dass ich bin wer ich bin und dass es okay ist, zu sein, wie ich bin. Das war eine unglaubliche Erfahrung.
An dieser Stelle erkläre ich Dir mal, was genau es mit Introversion und Extroversion auf sich hat.

Die Unterschiede zwischen introvertierten und extrovertierten Menschen

Carl Gustav Jung hat in den 1920er Jahren erstmals die Begriffe Introversion und Extroversion als zwei Extremwerte einer Skala eingeführt, die die grundlegende Wesensart eines Menschen beschreiben sollte.
Dabei erkannte er, dass introvertierte Menschen ihre Aufmerksamkeit mehr nach innen richten, während extrovertierte Menschen sehr nach außen hin orientiert sind.
In der späteren Forschung stellte man fest, dass diese Einteilung damit zusammenhängt, wie die Gehirne von Intros und Extros funktionieren – denn tatsächlich arbeiten die Gehirne vollkommen unterschiedlich.

1. Die Reizverarbeitung erfolgt unterschiedlich (Extros brauchen mehr Reize zur Stimulierung, während Intros weniger Reize genügen)

2. Introvertierte haben dauerhaft eine erhöhte Hirnaktivität (die Wendung nach innen dient daher oft als Schutz gegen zu viele Reize von außen)

3. Introvertierte tanken neue Kraft in Ruhephasen (oft allein), während Extrovertierte neue Kraft durch Begegnungen mit Menschen oder Abenteuern tanken

Sowohl Introversion als auch Extroversion sind uns also angeboren und damit Grundzüge eines jeden Menschen. Je nach Erziehung, Umgebung und Gesellschaft kann zwar in geringem Maße Einfluss darauf genommen werden, jedoch sind das eben die grundlegenden Charaktereigenschaften. Schüchternheit, eine Eigenschaft, die introvertierten Menschen sehr oft zugesprochen wird, oft sogar damit gleichgesetzt wird, kann hingegen abtrainiert werden.
Das bringt uns zum nächsten Punkt – viele Extros verstehen nicht, was mit Intros los ist. Für sie wirken wir oft einfach schüchtern. Wir sollen uns mal einen Ruck geben und mitmachen, Spaß haben oder mehr sprechen. Und viele Intros – wie auch ich ganze 20 Jahre lang – glauben, dass wirklich etwas nicht mit ihnen stimmt und versuchen krampfhaft, sich zu ändern und zu integrieren. Die Welt gehört augenscheinlich nun mal den Extrovertierten – wer schnell und laut spricht, wirkt kompetenter. Extros werden schneller wahrgenommen, wirken oft mutig und cool und haben immer einen Spruch auf den Lippen.
Intros hingegen fristen oft ein Nischendasein und werden übersehen. Sie verfolgen eine Diskussion und sobald sie sich im Kopf den passenden Beitrag zurecht gelegt haben, wird bereits über ein ganz anderes Thema gesprochen.

Es fehlt einfach gegenseitiges Verständnis und genauso das Verständnis dafür, wer wir selbst eigentlich sind. Auch da frage ich mich wieder, warum solch simple Aufklärungen, die ohne weiteres in eine einzige Schulstunde passen, in Schulen niemals unterrichtet werden. Vielleicht hört man davon im Psychologie-Kurs, der aber leider an den wenigsten Schulen angeboten wird.
Statt sich Tag für Tag Sorgen zu machen, dass Du nicht normal bist, könntest Du mit dem richtigen Wissen endlich Du selbst sein. Könntest dazu stehen, dass Du nun mal nicht gerne in großen Gruppen sprichst und könntest dazu stehen, dass Du auch mal Zeit für dich brauchst. Natürlich soll diese Erkenntnis kein Freifahrtsschein dafür sein, dich komplett aus der Gesellschaft zurück zu ziehen – das macht Introversion auch nicht aus. Wie immer ist es das gesunde Gleichgewicht, dass jeder für sich selbst finden muss, um optimal mit seiner Energie zu haushalten.
Jedenfalls kannst Du dir guten Gewissens eingestehen, dass Du gut so bist, wie Du bist. Es ist genau wie mit den Leuten in der Werbung – uns werden Ideen als Wahrheit verkauft, wie wir zu sein haben. Alle Männer sollten ein Sixpack haben und alle Frauen sollten aussehen wie Models, schlank und immer geschminkt. Wir sollten alle permanent glücklich sein – wenn nicht, sollten wir uns schnell etwas kaufen, dass uns (garantiert) glücklich machen wird. Und wir sollten alle extrovertiert sein, denn nur wenn wir immer was zu sagen haben und viele Leute kennen, sind wir gute Menschen.

Vielleicht etwas überspitzt – aber ist es nicht so? Warum kann nicht jeder er selbst sein, ohne einem Ideal folgen zu müssen, um „richtig“ zu sein?

Die Stärken eines Introvertierten

Vielleicht machst Du dir noch immer Gedanken darüber, ob deine „Schwächen“ nicht immer noch Schwächen sind. Lies dir die folgenden Stärken mal genau durch – je nachdem mit welcher Einstellung du ran gehst, lesen sie sich noch immer wie Schwächen. Ich habe auch einige Zeit gebraucht, aber mittlerweile erkenne ich sie durchweg als Stärke.

  • Du kannst gut zuhören und hast eine hohe Konzentrationsspanne
  • Du bist ein reflektierter Mensch
  • Du denkst viel nach (manchmal vielleicht zu viel…)
  • Du hast eine gute Verbindung zu deinem Inneren oder kannst diese zumindest leichter herstellen
  • Du bist oft sensibel und ruhig
  • Du bist gern allein
  • Du bist ein aufmerksamer Beobachter
  • Du bist in vielen (vielleicht speziellen) Bereichen sehr gut informiert und hast wirklich Ahnung davon
  • Du strahlst Ruhe aus (und das schätzen die Leute an Dir!)
  • Du bist kreativ
  • Du bist mitfühlend und kannst Dich gut in andere hineinversetzen
  • Du bist sehr besonnen und triffst deine Entscheidungen durchdacht
  • Du hörst und siehst Dir alles in Ruhe an, bevor Du reagierst

Natürlich muss nicht jeder einzelne dieser Punkte passen und vor allem nicht immer – wenn ich zu lange alleine bin, verliere ich mich und fühle mich wirklich nicht gut.
Introvertiert zu sein heißt auch nicht, sofort zu 100 % introvertiert zu sein – wie gesagt, sind Intro- und Extroversion nur zwei Enden einer Skala. Wir alle haben also Anteile beider Extreme in uns. Bei vielen erkennt man eindeutige Tendenzen, andere hingegen bezeichnet man auch als ambivertiert. Diese bewegen sich ziemlich genau in der Mitte – vielleicht kennen und nutzen sie aber auch nur optimal ihre Ressourcen…

Sei Du selbst!

Vielleicht kämpfst Du zur Zeit ja mit diesem Thema – glaub mir, ich kenne die Gefühle, die damit zusammenhängen.
Ich hoffe, dass Dir mein Artikel die Augen ein wenig geöffnet hat und Du dich selbst besser verstehen kannst. Versuch, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und sieh dir mal genau die Eigenschaften an, die Du an dir nicht magst oder die man dir immer wieder schlecht geredet hat und frage dich: Warum sollen diese Eigenschaften schlecht sein?
Und wer kann dir sagen, was an deiner Persönlichkeit richtig und was falsch ist?
Niemand.

Das viele Gerede und den Drang eines Extrovertierten, immer etwas unter Menschen erleben zu müssen kann man genauso schlecht reden wie die Stille und das häufige Alleinsein eines Introvertierten.
Es gibt immer zwei Blickwinkel.

Viele gute Bücher und Internetseiten finden sich mittlerweile zu dem Thema. Ich kann Dir nur empfehlen, dich mehr damit auseinanderzusetzen. Am Ende wirst Du dich, aber auch die Menschen um dich herum deutlich besser verstehen können.

Egal was Du tust, verbieg dich nicht, nur weil andere dir sagen, dass Du falsch bist, wie Du bist. Es hat schon einen guten Grund, warum Du eben Du bist – wer weiß, was Du der Welt noch alles zu geben hast!

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Bemerkenswert

Was dein Milchkonsum mit deinen Pickeln zu tun hat

Wer von euch hat mit Pickeln oder sogar Akne zu kämpfen?

Bis vor ca. zwei Jahren hätte ich sofort „Hier!“ geschrien. Doch die Probleme gehören bei mir der Vergangenheit an und ich wollte euch gern erzählen, wie es dazu gekommen ist.

Ich hatte seit meiner Jugend teils starke Hautprobleme. Neben einem Ekzem auf der Kopfhaut litt ich seit meiner Jugend unter starken Pickeln im Kinnbereich und sehr fettiger Haut, diagnostiziert wurde das später als Erwachsenenakne. Mit dem Ekzem hatte ich mich mehr oder weniger abgefunden. Es hieß, es sei eine chronische Krankheit aber mit den entsprechenden Shampoos hatte ich es ganz gut im Griff. Die Akne jedoch wurde durch eine Ernährungsumstellung hin zu Low Carb vor ca. 6 Jahren immer schlimmer und schlimmer. Durch die ständige Sichtbarkeit im Gesicht fühlte ich mich natürlich unwohl und zudem juckten und brannten die Pickel, entzündeten sich ständig neu und ich hatte nie Ruhe. Ich schämte mich nur noch. Mein Hautarzt verschrieb mir oft Antibiotika und andere Cremes, doch nichts half.


Der Zeitpunkt an dem ich begann, durch Low Carb noch mehr Milchprodukte als sowieso schon zu konsumieren, war der Zeitpunkt, ab dem meine Akne förmlich explodierte

2015 fragte mein Hautarzt mich zum ersten Mal in all den Jahren, die ich bereits seine Patientin gewesen war, nach meiner Ernährungsweise. Ich erzählte ihm, dass ich durch meine Low Carb Ernährung besonders viele Milchprodukte wie Quark und Joghurt aß. Der Arzt gab mir den Tipp, Milchprodukte für einige Wochen komplett wegzulassen und zu schauen, ob eine Besserung eintritt. Damals konnte ich das überhaupt nicht verstehen und fragte mich, was meine Hautprobleme mit meinen Essgewohnheiten zu tun haben könnten. Rückblickend kann ich jedoch sagen, dass der Zeitpunkt an dem ich begann, durch Low Carb noch mehr Milchprodukte als sowieso schon zu konsumieren, der Zeitpunkt war, ab dem meine Akne förmlich explodierte und die Entzündungen extrem schlimm wurden. Jedenfalls brach damals für mich eine Welt zusammen, denn alles was ich so liebte, sollte ich auf einmal nicht mehr essen. Dennoch zog ich es durch und erlebte enorm schnell eine Besserung. Da ich allerdings als Milchersatz auf Sojaprodukte umstieg, ging es erstmal weiter mit der Akne, nur in nicht mehr ganz so extremer Form. Erst als ich auch Soja- und schlussendlich noch Lupinenprodukte wegließ, verschwand meine Akne vollständig. Es dauerte noch einige Monate – vielleicht schwirrten noch die Reste meiner jahrelangen Milch- und Sojahaltigen Ernährung in meinem Körper herum. Doch dann war ich beschwerdefrei und habe seitdem keine Probleme mehr gehabt. Durch Selbsttests habe ich dann den Gegencheck gemacht: sobald ich wieder Milchprodukte (auch in kleinsten Mengen) aß oder trank, kamen die Pickel zurück.

Wie ist das möglich?

Akne ist, wie viele andere Krankheiten auch, eine Krankheit der westlichen Industrie-nationen und das liegt an unserer Ernährungsweise. Völkern, die noch ursprünglich leben und sich auch so ernähren, ist Akne unbekannt. Doch in unseren Breitengraden sind unsere Hauptnahrungsmittel in den meisten Fällen Milch- und Weißmehlprodukte garniert mit süßen Desserts und Snacks für zwischendurch , die ebenfalls aus Milch- und Weißmehlprodukten bestehen. All diese Lebensmittel begünstigen einen hohen Insulinspiegel. Dieser gilt jedoch als Risikofaktor und Mitauslöser für Akne. Das Insulin aktiviert gemeinsam mit IGF-1 (das sind insulinähnliche Wachstumsfaktoren) Vorgänge im Körper, die wiederum die Arbeit eines bestimmten Proteins (FoxO1) hemmen. Doch genau dieses FoxO1 würde normalerweise Akne verhindern können. Aknemedikamente regen daher in der Regel den FoxO1-Spiegel an. Ein hoher IGF1-Wert steht übrigens auch in Verbindung zu Brust- und Prostatakrebs… Darüber hinaus enthält Milch Wachstumshormone, da sie ja eigentlich für kleine Kälber da ist, die ja tatsächlich noch wachsen sollen. Im menschlichen Körper fördern diese Hormone das Zellwachstum, was im Erwachsenenalter eine Gesundheitsschädigung darstellt. Mittlerweile gibt es viele Studien, die die Zusammenhänge belegen.

Ich verzichte seit fast 3 Jahren auf jegliche Milch- und Sojaprodukte und ich tue es nicht mehr nur, damit mein Gesicht eine pickelfreie Zone bleibt, sondern mittlerweile auch aus den vielen anderen Gründen, die gegen Milchprodukte sprechen. Abgesehen davon, dass Milch eigentlich ein Getränk für Kälber ist -und wir Menschen ja auch im Erwachsenenalter keine Muttermilch mehr trinken, warum also Kuhmilch? – regen die in der Milch enthaltenen Hormone und Antibiotika und die mittlerweile offensichtlichen Zusammenhänge zu bestimmten Krankheiten nicht gerade meinen Appetit auf Milchprodukte an, ebenso wenig wie die Haltung der Tiere…  Aber das wäre genug Stoff für zehn weitere Beiträge an anderer Stelle.

Also falls du an Akne oder Pickeln leidest und Milch Bestandteil deiner Ernährung ist, probiere es doch einfach mal aus. Die veganen Alternativen sind mittlerweile so zahlreich, dass man von einem wirklichen Verzicht kaum noch sprechen kann. Einen Versuch ist es wert.

Falls du ähnliche Erfahrungen gemacht hast oder natürliche Hausmittel gegen Akne kennst, schreib es doch gern in die Kommentare 🙂

Viel Erfolg,

deine Coco

Bemerkenswert

Meine Zukunft ist grün

Nachdem Coco nun mehr über sich und ihr Studium erzählt hat, möchte ich euch etwas mehr über mich erzählen.

Meine letzten Beiträge haben sich zum Großteil um Persönlichkeitsentwicklung gedreht. Es waren immer Themen, die mich selbst interessieren und mit denen ich selber noch zu kämpfen habe – drüber zu schreiben und mich mit den Themen zu beschäftigen, hilft mir einfach am meisten. Und bestenfalls helfe ich dir damit, wenn Du es liest und es dir eine neue Perspektive eröffnet.
Neben der Persönlichkeitsentwicklung interessiere ich mich noch sehr für Spiritualität (wobei ich es sehr schwer finde, Gedanken aus diesem Bereich in Worte zu fassen) und für fernöstliche Philosophie – dazu werde ich in Zukunft noch einiges schreiben (besonders über den Buddhismus, den Taoismus und den Konfuzianismus).

Meine erste Wanderung allein in der Sächsischen Schweiz

Ein wichtiger Teil meines Lebens war schon immer die Natur. Mit meinem Vater war ich viel im Wald und nahm viel von seiner Begeisterung für die Natur mit. Er starb als ich 12 Jahre alt war und von da an konnte ich viele Jahre nicht mehr in den Wald gehen, ich verdrängte diesen Teil in mir regelrecht. Stattdessen plante ich irgendwann, Mediengestalter zu werden und im Tonstudio zu arbeiten. Mit 18 Jahren brach dann alles aus mir raus und ich konnte es wieder genießen, in der Natur zu sein. Ich liebte es, im Wald zu sein und verbrachte quasi meine gesamte Freizeit dort.
Ich hatte bereits eine Ausbildungsstelle zum Mediengestalter in Düsseldorf sicher, entschied mich zum Glück in letzter Sekunde dagegen und begann mein FÖJ im Neanderthal – die wohl beste Entscheidung meines Lebens. Dort erkannte ich, dass meine Zukunft in der Natur liegt.

Mein Weg führte im Sommer 2017 ins wunderschöne Göttingen, wo ich Forstwirtschaft studierte. Ich wollte mit ganzem Herzen Förster werden. Es hat mich wirklich aus der Bahn gekickt, als ich realisiert habe, dass ich kein Förster werden kann. Zu wichtig war mir der Naturschutz und ich habe im Studium gemerkt, dass ich absolut kein Wirtschaftstyp bin. Natürlich kann man auch als Förster etwas für den Naturschutz tun, aber es hat sich einfach nicht richtig angefühlt.
Nichts desto trotz lernte ich sehr viel über das Leben und vor allem über mich selbst in Göttingen und habe dort tolle Leute kennengelernt.          

Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als später einen grünen Beruf auszuüben und etwas zu tun, was den Menschen und der Natur helfen kann. Als Grundlage dafür studiere ich seit letztem Jahr Landschaftsökologie in Münster, ein verdammt interessanter Studiengang, der so ziemlich alle Bereiche der Natur und Umwelt abdeckt und ein gutes Verständnis über die Welt, in der wir leben, vermittelt. Für mich wird die Natur immer voller Mystik und Magie sein, doch manchmal glaube ich, je mehr ich verstehe, umso mehr staune ich über all das, was uns umgibt.
Grundsätzlich kann ich das Studium jedem empfehlen, der einen Beruf in der Natur anstrebt. Es enthält zwar im Grundstudium viel Mathe, Chemie und Physik, aber so ziemlich jedes Studium hat im Grundstudium seine negativen Seiten. An sich überwiegen hier die guten Seiten – viele Exkursionen um Flora und Fauna besser kennen zu lernen, eine ziemlich interessante Biologie-Vorlesung sowie Grundlagen in Geologie, Tier- und Vegetationsökologie. Da ich erst im zweiten Semester bin, kann ich noch keine aussagekräftige Meinung über das gesamte Studium abgeben – ich bin aber wirklich zufrieden. Es erwarten mich noch einige trockene Sachen aber auch spannende Module wie Klimatologie oder Landschaften und Lebensräume.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.
– Henry David Thoreau

Ich weißt nicht, wo mein Weg hinführt und wie genau er verlaufen wird, doch mein Ziel ist es, Ranger im Nationalpark zu sein.
Es ist mein Traum in der Umweltbildung den Menschen die Natur nahe zu bringen und ihre Augen für das zu öffnen, was uns jeden Tag umgibt aber so alltäglich scheint, dass es den Wert für uns verliert. Irgendwelche Forschungsberichte in Wissenschaftszeitschriften zu veröffentlichen wird uns nicht retten. Ein ausgewählter Kreis von Leuten wird über diese Forschungen diskutieren und weiterforschen, doch all das ist zu realitätsfern für mich.
Ich möchte Kindern zeigen, was Natur bedeuten kann – vor allem denen, die in der Stadt aufwachsen und wirklich nicht mehr viel mit Natur zu tun haben. Auch Erwachsene können noch viel über die Natur lernen, sei es durch Achtsamkeits- oder Sinnesübungen im Wald.
Ich denke, darin liegt die Antwort auf unsere Probleme. Auf diesem Wege können wir die Generationen nach uns wieder für die wichtigste Grundlage sensibilisieren, die wir haben. Vor allem Kinder nehmen so viel aus der Umweltbildung mit – ich habe schon häufig gesehen, wie sehr Kinder sich freuen, wenn sie merken, dass sie etwas aus dem Wald essen können. Das ist das absolute Highlight für sie.
Es gibt so viele Wege, das nötige Bewusstsein in unserer Gesellschaft zu wecken. Natürlich wollte ich weiter oben weder die Wissenschaft, noch die Forscher die dahinter stehen schlecht reden. Die Wissenschaft ist ein entscheidender Teil unseres Lebens, doch sie ist nicht alles – und kein „Alltagsmensch“ liest sich gerne wissenschaftliche Publikationen durch. Was wir brauchen, sind Menschen, die diese wichtigen Ergebnisse in Alltagssprache umformen und der breiten Masse zugänglich machen.
Autoren wie Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“) haben sehr viele Gegner, doch letzten Endes sensibilisieren sie die Massen für unsere Umweltproblematik. Über die benutzte Sprache oder die zum Teil nicht bewiesenen Aussagen in den Büchern kann man streiten, doch das sind die Leute, die den Wandel vorantreiben und dafür sorgen, dass Menschen sich wiederum für Umweltbildung interessieren und Wildniskurse oder Exkursionen besuchen, Mitglied im NABU oder BUND werden, Müll sammeln oder einfach die Natur mehr wert schätzen. Bevor man die Autoren dieser Bücher also blind verurteilt, sollte man dankbar sein für das Bewusstsein, was sie in der Gesellschaft wecken.

In Zukunft möchte ich öfter etwas über Natur und Umwelt schreiben – vielleicht nimmst Du ja etwas davon in deinen Alltag mit und siehst die Natur mit anderen Augen.
Das ist generell meine Motivation hinter diesem Blog. Ich hoffe einfach, dass Du zur richtigen Zeit den richtigen Artikel findest und eine neue Perspektive gewinnst. Das ist mir schon selbst bei anderen Blogs passiert – ich hatte eine schwierige Zeit und habe genau zur rechten Zeit ein passendes Zitat oder eine passende Idee gelesen, die alles verändert hat und mich wieder hochgebracht hat.
Mit etwas Glück schaffen Coco und Ich das auch bei dir.
Genauso geht es mir auch mit der Umweltbildung – wenn ein kleines Kind fasziniert ist von dem, was ich ihm später zeigen kann, war das ganze Studium, all das was ich bisher gelernt habe, nicht umsonst. Das ist mittlerweile meine Vorstellung von einer Berufung, die mich glücklich macht.

An der Stelle wüsste ich gern, was Dich interessiert. Gibt es Themen, die Du gerne bei uns sehen würdest? Wir sind immer offen für Ideen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Mein Fernstudium und ich

Hallo ihr Lieben!

Es ist Sonntag und es hat sich bei uns so eingebürgert, dass Sonntags meine Beiträge kommen, Donnerstags lädt Chris seine Beiträge hoch. Und da unser Blog nun seit knapp drei Monaten online ist, finde ich, es ist an der Zeit, euch etwas mehr über mich zu erzählen als man im „Über uns“ lesen kann.

Unseren Blognamen ‚Geschwistergedanken‘ haben wir damals bewusst so gewählt, dass man zum Einen erkennt, dass Chris und ich diesen Blog gemeinsam als Geschwister betreiben, und zum Anderen, dass es uns offen steht, über alle möglichen Themen zu schreiben, die uns beschäftigen und interessieren. Mittlerweile haben wir ja bereits die Kategorie Gesundheit eröffnet und sicherlich werden noch weitere Kategorien zu diversen Themen folgen. Doch das Thema Gesundheit ist eines, das mich seit ein paar Jahren immer stärker und intensiver beschäftigt. Im vergangenen Jahr habe ich neben meinem Vollzeitjob als Assistentin eine Fernstudium zur Fachberaterin für holistische Gesundheit bei der Akademie der Naturheilkunde begonnen. Hier wird der Mensch und seine Gesundheit ganzheitlich – also im Zusammenspiel von Körper und Geist – betrachtet. Das Studium füllt mich total aus und ich glaube, ich habe damit so etwas wie meine Berufung gefunden. Aber wie kam es dazu?

Bis zum Jahr 2015 war mir das Thema eher fremd. Wenn ich krank war, ging ich zum Arzt, nahm die mir verschriebenen Medikamente ein und hoffte auf baldige Genesung. Meine Ernährung würde ich als „Standard“ bezeichnen. Ich verzichtete auf nichts, besonders liebte ich Milchprodukte und Süßes. Alkohol habe ich, wenn ich ehrlich bin, auch ziemlich gerne getrunken. Und natürlich gab es öfter auch mal eine Pizza, einen Döner oder Currywurst mit Pommes. Standard halt. Kochen war nicht so mein Ding. Wenn ich auch hier ehrlich bin kann ich sagen: ich konnte nicht kochen. Für mich bedeutete frisch kochen damals, eine Maggitüte aufzureißen und mich exakt an Anleitung auf der Verpackung zu halten.

Ich hatte seit meiner Jugend teils starke Hautprobleme. Seit meinem 13. Lebensjahr leide ich am sogenannten Seborrhoischen Ekzem und bis ca. 2017 litt ich unter starken Pickeln im Kinnbereich und sehr fettiger Haut, diagnostiziert wurde das später als Erwachsenen-akne.

Doch die Jahre 2015 – 2017 änderten alles.

Erstmals erkannte ich in 2015 den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit und konnte so meine Akne heilen (hierzu berichte ich vielleicht an anderer Stelle demnächst mehr, falls ihr Interesse habt). An der Heilung meines Ekzems arbeite ich noch…

Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel. Hippokrates

Was aber noch mehr in meinem Leben (und wahrscheinlich auch im Leben meines Bruders Chris) veränderte, war die schwere Krankheit unserer Mutter im gleichen Jahr. Ganz plötzlich und unerwartet erhielten wir die Diagnose, dass sie an einem Aneurysma im Kopf litt. Sie musste schnellstmöglich operiert werden und hätte ich sie nur wenig später ins Krankenhaus gebracht, hätte sie laut den Ärzten vermutlich nicht überlebt. Nach der Operation lag sie mehrere Wochen im Koma und die Ärzte vermuteten, dass sie wenn sie aufwacht, zu einem Pflegefall werden würde. Es war eine schreckliche Zeit und ich merke beim Schreiben dieses Beitrags, wie schwer es mir auch heute noch fällt, darüber zu schreiben oder auch nur daran zu denken. Doch wir hatten unglaubliches Glück. Sie wachte wieder auf und ist kein Pflegefall geworden. Es dauerte zwar eine ganze Weile, doch sie hat sich ins Leben zurückgekämpft. Wir sind unglaublich stolz auf sie! Leider ist ihre Gesundheit seitdem nicht mehr das, was sie einmal war und sie erhielt im Jahr 2017 eine weitere schlimme Diagnose. Ihr geht es heute den Umständen entsprechend gut.

Das alles hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ist man als Mensch wirklich ein Opfer der Umstände und bekommt Krankheiten „einfach so“? Kann man gar nichts tun um sich vor Krankheiten zu schützen? Muss man sich blind auf Ärzte verlassen? Gibt es auch natürliche Mittel oder muss es immer gleich die Chemiekeule sein? Und inwieweit hängen Ernährung und Gesundheit wirklich miteinander zusammen? Es muss doch einen Grund dafür geben, dass fast niemand mehr vor Krankheiten wie Krebs oder Demenz im Alter verschont bleibt?

Mein Interesse am Thema Gesundheit und vor allem der Gesundheitserhaltung war also geweckt. Ich recherchierte extrem viel und veränderte nach und nach auch viele Dinge in meinem eigenen Leben. Ich stellte meine gesamte Ernährung schrittweise zu Clean Eating um, treibe viel regelmäßiger Sport als früher und gehe mit mir selbst und meinen Bedürfnissen ganz anders um (ich kenne mich heute viel besser und kann langsam auch dazu stehen, dass ich hochsensibel bin). Und im Gegensatz zu damals ist gesundes Kochen und Backen eine totale Leidenschaft von mir geworden.

Im Zuge dieser „Verwandlung“ nahm ich an einigen Online Coachings von Kristin Woltmann (die wunderbare Frau hinter dem bekannten Blog Eat Train Love) teil. In einem davon ging es darum, seine persönliche Berufung zu finden. Mein Job ist zwar in Ordnung, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Assistentin zu sein wäre meine Berufung. In verschiedenen Übungen hat Kristin uns Teilnehmer auf recht spielerische Art und Weise dazu gebracht, mal wieder darüber nachzudenken, was wir als Kind gern gemacht haben, welche versteckten Talente wir besitzen und welche Wünsche und Ideen wir in uns tragen, aber nicht ausleben. Am Ende war bei mir eine ziemlich lange Liste entstanden, auf der u.A. auch stand, dass ich gerne einen Blog eröffnen würde sowie der Wunsch, anderen Menschen die Zusammenhänge zwischen gesunder Ernährung und Gesundheit näher zu bringen, denn ich glaube, dieser Zusammenhang und vor allem seine wirklichen Ausmaße ist vielen Menschen nicht klar. Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich mir erlaubt habe, solche Ideen und Vorstellungen erst aufzuschreiben und dann sogar laut auszusprechen. Und irgendwie ging dann alles ganz schnell. Jedenfalls danke ich Kristin Woltmann sehr dafür!

Wenige Wochen später nämlich – im November 2018  – beschloss ich dann, die Fernausbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit bei der Akademie der Naturheilkunde zu beginnen. Ich bin somit gerade mittendrin und für mich sind diese Themen tatsächlich spannender als jeder Krimi. Ich weiß noch nicht, wo es für mich nach dem Ende der Ausbildung (voraussichtlich im Frühjahr 2020)  hingehen wird. Ob ich dieses Wissen für mich und meine Familie und Freunde nutzen werde oder ob ich beruflich vielleicht auch irgendwann in die Richtung gehen werde. Aber sicherlich wird sich in Zukunft hier auf dem Blog auch der eine oder andere Artikel zu dem Thema finden, sodass ihr auch etwas davon habt 🙂

Fragen zu der Ausbildung beantworte ich jederzeit gerne!

Ich hoffe, dieser kleine private Einblick hat euch gefallen, denn ich muss gestehen, es war gar nicht so leicht für mich, das alles in Worte zu fassen.

Alles Liebe, eure Coco