Selbstverantwortung verändert dein Leben

Stell dir dein Leben als eine Reise mit dem Bus vor. Sei ehrlich zu dir: bist du der Fahrer und bestimmst, wo es hingeht oder sitzt du auf der Rückbank, starrst aus dem Fenster und beschwerst dich, weil der Bus nicht dahinfährt, wo du hin willst?
Ich bin sehr lange auf der Rückbank mitgefahren und bin mir sicher, dass sehr viele Leute so durch ihr Leben fahren. Die wenigsten Menschen nehmen die volle Verantwortung für ihr Leben auf sich – einfacher ist es, anderen die Verantwortung zu geben und ihnen die Schuld zu geben, wenn etwas schief läuft. Egal wo – auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Schlange an der Kasse – überall finden wir Schuldzuweisungen, wo keine sein müssten.

Bist du Opfer oder Gestalter?

Selbstverantwortung ist die Verpflichtung gegenüber mir selbst und meinem eigenen Gewissen. Ich stehe hinter meinen Normen und Werten und lebe nicht nach den Vorgaben anderer. Es ist die bewusste Entscheidung, mein Leben zu leben. Wenn ich mich dazu entscheide, all die Konsequenzen zu tragen, mich für mein Leben sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten zu verantworten und kein Opfer der Umstände mehr zu sein, dann gewinne ich Freiheit.
An dieser Stelle möchte ich das Opfer-Gestalter-Modell erwähnen, welches von Stephen R. Covey stammt. Die Opfer sind an dieser Stelle Menschen, die sich von ihren äußeren Umständen abhängig machen. Zum Beispiel sind sie unzufrieden mit der Arbeit, weil der Chef so anstrengend ist und nichts ändern möchte. Der Gestalter hingegen nimmt die äußeren Umstände nicht so erdrückend wahr und weiß, dass er selbst etwas verändern kann – so kann er ein Gespräch mit dem Chef suchen, statt einfach in der Unzufriedenheit zu verharren. Beide Rollen sehen die selbe Situation von zwei entgegengesetzten Seiten.
Der Gestalter hat durch seine Selbstverantwortung eine unglaubliche Macht über sein eigenes Leben, während das Opfer genau diese Macht an denjenigen abgibt, den es für sein Unglück verantwortlich macht.

Früher sorgten die Eltern für uns, heute ist das unsere Aufgabe

Ein klassisches Beispiel dafür kennt wohl jeder von uns – man gibt den Eltern immer wieder die Schuld für die eigene Situation. „Weil meine Eltern damals diese Fehler gemacht haben, bin ich jetzt so wie ich bin.“
Natürlich – die Kindheit prägt uns in all ihren Facetten. Viele von uns erleben unangenehme, teils traumatische Situationen in jungen Jahren und tragen diese unser ganzes Leben lang mit uns rum. Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass es absolut nicht schlimm oder schwach ist, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesen Themen aufzuräumen.
Aber es bleibt dabei, dass man im Erwachsenenalter selbst die Verantwortung dafür hat, mit seiner Kindheit Frieden zu schließen. Statt aus eigener Kraft daran zu arbeiten, die Fehler der Eltern zu verarbeiten, beschweren sich viele Menschen bis in ans Ende ihrer Tage und machen ihnen Vorwürfe. Dabei gibt man den Eltern so viel Macht und bleibt weiterhin abhängig von ihnen, statt das Kapitel als abgeschlossen zu betrachten.
Man ist nicht mehr das wehrlose Kind, was auf seine Eltern angewiesen ist und ohne sie nicht überleben kann. Man ist erwachsen und führt sein eigenes Leben.


Ich kann nicht
, ist eine Ausrede. Ich will nicht ist ehrlicher und fördert die Eigenverantwortung. (Christian Bischoff)

Seien wir ehrlich – Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut. Egal ob es für Projekte oder für sein eigenes Leben ist. Du bist derjenige, der mit den Konsequenzen leben muss. Du gibst all die kleinen Entschuldigungen auf und enttarnst dein „Ich kann nicht“ als ein „Ich will nicht“.
„Ich kann den Vortrag nicht halten“ wird zu „Ich will den Vortrag nicht halten, weil ich Angst habe, zu versagen und mich zu blamieren.“
Du entscheidest, ob dich der Kerl an der Supermarktkasse aufregt, weil er so langsam ist. Willst du ihm die Macht geben, dir den Tag zu vermiesen? Ist dir dieser fremde Mensch so wichtig?
Oder entscheidest du dich bewusst dafür, dich nicht aufzuregen? Das heißt nicht, dass du Gefühle unterdrücken sollst – du wirst aber bei andauernder Achtsamkeit merken, dass dich nicht dieser langsame Mensch, der rasende Autofahrer oder der laute Nachbar aufregt, sondern du dich selbst. Und sobald du einmal dieses Konstrukt durchschaut hast, wird diese Last von deinen Schultern fallen – jedes mal ein bisschen mehr.


Von dem Geld, dass wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu gefallen, die wir nicht mögen.

Die meisten Menschen führen ihr Leben in Wahrheit für andere Menschen. Sie (ver)kleiden sich, um irgendwelchen Leuten zu gefallen. Sie benehmen sich, versuchen normal zu sein, um auf keinen Fall aus der Reihe zu tanzen. Unterdrücken ihren wahren Charakter, ihre Verrücktheit und Kreativität, damit niemand etwas gegen sie sagen kann. Wie viele Männer und Frauen haben sich dafür entschieden, einen gewissen Job zu machen oder einen bestimmten Weg zu gehen, nur um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.
Wir alle sind nur für eine ganz bestimmte Zeit hier, die uns am Ende wahrscheinlich allen viel zu kurz vorkommen wird. Warum übernehmen wir nicht die Verantwortung für unser Leben und machen das, was uns gefällt? Laufen in den Klamotten rum, in denen wir uns wohlfühlen und machen den Beruf, der uns gefällt – auch wenn jeder sagt, dass es idiotisch ist. Wir sollten die kurze Zeit, die wir haben, zu einer guten Zeit machen. Und genau dafür brauchen wir Selbstverantwortung in unserem Leben!

Mehr Selbstverantwortung im Leben

Werde dir deiner Lebenssituation bewusst

Es ist wichtig, dir erst einmal bewusst zu werden, wie dein Leben gerade aussieht. Schau dir alle Bereiche deines Lebens an und sei ehrlich genug um dir einzugestehen, was schlecht läuft. Vielleicht ist es der Job oder die Art, wie deine Freunde mit dir umgehen. Es ist nicht schön, sich das einzugestehen, doch du wirst bei dieser Übung merken, in welchen Bereichen du Verantwortung zeigen musst. Das hat sehr viel mit Selbstliebe zu tun.

Ändere dein Reden, Denken und Handeln
Unsere Gedanken erzeugen unsere Realität. Sie sind es auch, die uns in die Opfer- oder Gestalterrolle pressen. Durch Achtsamkeitsübungen kannst du dir deiner (destruktiven) Gedanken bewusst werden und an ihnen arbeiten. „Ich muss arbeiten“, „Ich kann nicht tanzen“ und „Ich darf nicht träumen“ sind typische Sätze der Opferrolle. Diese im Alltag bewusst durch „Ich will arbeiten“, „Ich kann tanzen“ und „Ich darf träumen“ auszutauschen ändert mehr, als du im ersten Moment erwartest.

Lebe nach deinen eigenen Werten
Dieser Punkt hat sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Ich kenne es von mir nur zu gut, dass ich mich dauernd verstelle und zu manchen Anteilen meiner Persönlichkeit nicht stehen möchte, aus Angst, dass andere Leute mich dafür verurteilen. Stell dir den Jungen vor, der für sein Leben gerne Ballett tanzen würde, aber sich aus Gesellschaftszwängen nicht traut. Ich hatte das lange Zeit, wenn es um meinen Musikgeschmack ging und noch extremer war es, wenn es um das Thema Spiritualität ging – ich hatte oft das Gefühl, dadurch als Esoteriker oder als komischen Kerl abgestempelt zu werden. Aber hey, ich bin ein komischer Kerl und mittlerweile bin ich wirklich stolz darauf.
Sprich als Übung deine eigene Meinung aus, wann immer es sich anbietet. Stehe hinter dem was du tust. Die Menschen blicken zu Leuten auf, die zu ihren eigenen Werten stehen.

Keine Angst vor Fehlern
Selbstverantwortung bringt durch die Entscheidungen die man trifft, Konsequenzen mit sich. Habe den Mut, diese Konsequenzen zu tragen und mit den Fehlern, die du machst, zu leben. Fehler zu machen ist menschlich und gehört zum Leben dazu – sie bringen dich voran. Es hilft auch, dir vor Augen zu führen, wie schlimm die bisherigen Fehler deines Lebens rückblickend wirklich waren. Oft zeigt sich, dass die schlimmen Fehler in Wahrheit nur ein Teil des Weges waren.

Bewege dich in kleinen Schritten
Setze dir zu Beginn kleine Ziele in den Bereichen deines Lebens, die sich schnell und einfach verändern lassen. Zieh einfach mal deine Lieblingsjeans an, auch wenn sie nicht perfekt sitzt. Trink auf der nächsten Feier einfach mal keinen Alkohol, wenn du merkst, dass du eigentlich gar nicht willst oder dass es dir nicht gut tut. Vielleicht werden die Leute gar nicht so viel dazu sagen, wie du dir ausmalst – oder aber du merkst, dass du es schaffst, darüber zu stehen! Du wirst definitiv merken, wie sehr du dein Leben beeinflussen kannst und rutscht in eine positive Spirale, die dir noch mehr Kraft und Vertrauen für die kommenden Veränderungen geben wird.


Wenn du dich weigerst, die Verantwortung für deine Niederlagen zu übernehmen, wirst du auch nicht für deine Siege verantwortlich sein. (Antoine de Saint-Exupéry)

Du hast die Wahl. Sei ein Gestalter und nimm dein Leben in die Hand. Es liegt in deiner Verantwortung.
Danke fürs Lesen!

Dein Chris!

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