Jede Entscheidung bringt dich an den richtigen Ort

Leben heißt, Entscheidungen treffen.

Mit dem ersten Ton deines Weckers fällt die erste Entscheidung des Tages: Aufstehen oder Liegenbleiben?
Den ganzen Tag über triffst du Entscheidungen, manche zu subtil und alltäglich, um sie überhaupt wahrzunehmen. Ich meine, mit welchem Bein steigst du jeden Morgen in die Hose?
Es gibt aber auch Entscheidungen, die zu wichtig für dich sind, um nur vom Unterbewusstsein getroffen zu werden. Wann immer es um einen neuen Job, die Beziehung zum Freund, einen Umzug oder deine Zukunft im Allgemeinen geht, nehmen Entscheidungen für dich oft bedrohliche Ausmaße an und bereiten dir schlaflose Nächte. Warum ist das so?

Entscheidungen zu treffen fällt vielen Menschen schwer. Das liegt daran, dass eine Entscheidung immer Konsequenzen mit sich bringt. Wenn ich mich für den sicheren, gut bezahlten Job entscheide, werde ich mich nicht mehr selbstständig machen können. Wenn ich zu Toms Geburtstag gehe, werde ich nicht zum Konzert gehen können. Wenn ich mein Erspartes für eine neue Gitarre ausgebe, werde ich stattdessen kein Fahrrad kaufen können. All diese Beispiele sind so individuell wie die Menschen selber und doch geht es immer wieder darum, dass man sich immer, wenn man sich für etwas entscheidet, auch gegen etwas entscheidet. Man nimmt sich damit Freiheit und Möglichkeiten – und man weiß vorher nie, was die Entscheidung mit sich bringen wird.
Nächtelang rollt man sich im Bett umher und geht alle Szenarien durch, die im Falle der Entscheidung auf einen zukommen könnten. Dabei ist das Hauptproblem oft, dass Bauch und Kopf etwas völlig anderes sagen.

Wenn wir mit dem Verstand arbeiten, um eine Entscheidung zu fällen oder ein Problem zu lösen, arbeiten wir mit Logik. Wir gehen rational vor und schmücken unsere Auswahlmöglichkeiten mit Argumenten, sehen ihre Vor- und Nachteile genau vor uns und machen oft eine Wissenschaft aus dieser Entscheidung. Doch egal, wie vernünftig die Entscheidung dann erscheint, wenn der Verstand sie durchgekaut hat – manchmal meldet sich der Bauch, unsere Intuition, zu Wort und entkräftet alles innerhalb von Sekundenbruchteilen.
Die Entscheidungen, die wir aus dem Bauch treffen, können wir meistens nicht einmal begründen. Wir fühlen sie einfach. Sie zeigen sich als körperliche Verspannung, Herzrasen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, aber auch als ein Gefühl von Freude oder Zuversicht.
Doch gerade, weil man sie nicht begründen kann, werden unsere Bauchgefühle oft als wertlos und trügerisch angesehen. Der Mensch ist ziemlich stolz auf seinen Verstand und möchte wichtige Entscheidungen ungern von etwas treffen lassen, was nicht einmal Argumente hervorbringen kann.

Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.
(Charles de Gaulle)

Niemand kann dir deine Entscheidungen abnehmen. Erwachsen zu sein, bedeutet, Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Das ist Selbstverantwortung.
Lies dir dazu ruhig meinen Beitrag zum Thema Selbstverantwortung durch 🙂
Es gibt ein paar Tipps, wie du dir das Fällen einer Entscheidung bedeutend erleichtern kannst.

1. Lege eine Pro-/ Kontra-Liste an
Ein Klassiker – und dennoch hilfreich. Die Verwirrung im Kopf zu haben ist eine Sache, all das geordnet vor sich liegen zu haben ist etwas ganz anderes. Manchmal schockiert es auch, zu sehen, wie stark die Pro- oder Kontra-Seite ausgeprägt ist, obwohl man das vorher gar nicht erwartet hat.

2. Meditation
Gerade in solch schwierigen Phasen ist es unglaublich lohnend, in sich zu gehen. Bei der Meditation gewinnst du genügend Abstand zu unseren Alltagsproblemen und kannst so eine ganz neue Sichtweise einnehmen.
So wirst du dir auch deiner Beweggründe für die Entscheidung bewusst und merkst schneller, dass du manche Möglichkeiten aus den falschen Gründen angehen wolltest.

3. Sprich mit anderen Leuten
Auch so erhältst du mit Sicherheit andere, oft wertvolle Sichtweisen auf dein Thema. Vielleicht trägt dir jemand eine Möglichkeit zu, die dir noch gar nicht in den Sinn gekommen ist, vielleicht beruhigt es dich auch einfach, mit jemandem zu reden und dich auszutauschen. Allerdings kann der Austausch auch zu Verwirrung führen, vor allem, wenn man mit zu vielen Leuten spricht.

4. Eine Nacht drüber schlafen
Eine Redewendung mit ziemlich viel Wahrheit – während dein Verstand, der sich selbst als wichtigste Instanz bei der Entscheidungsfindung sieht, im Schlaf zur Ruhe kommt, arbeitet in der Nacht dein Unterbewusstsein an deiner Lösung. Nicht selten wacht man mit einer Entscheidung auf, die sich gut anfühlt – selbst, wenn du durch die Zeit und den Schlaf nur die nötige Distanz zur Entscheidung bekommen hast, ist es das schon wert gewesen.

5. Gönn dir eine Pause
Das passt ziemlich gut zum vorherigen Punkt. Hör auf an deinen Problemen und Entscheidungen zu klammern. Mach einfach mal eine Pause, entspann dich beim Baden, gehe ins Kino, triff dich mit Freunden oder – das hilft sowieso – mach Sport. Auch hier hast du wieder denselben Effekt wie beim meditieren und beim Schlafen: du gehst auf Distanz zu der Entscheidung. Du wirst offen für neue Möglichkeiten und – wer weiß – vielleicht kommt dir die Entscheidung zugeflogen.

6. Keine Angst vor Fehlern
Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat etwas sehr kluges darüber gesagt: “Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen!”.
Die Angst vor Fehlern kommt so oft vor und beschränkt uns alle immer wieder. Doch aus Fehlern kann man nur lernen, man kann so viel daraus mitnehmen und wachsen. Um Laufen zu lernen sind wir doch auch alle hingefallen, wieder und wieder. Haben beim Autofahren mal den falschen Gang eingelegt. Fehler zu machen ist menschlich.
Ohnehin ist die Sorge darum, eine richtige oder falsche Entscheidung zu treffen, ein Kampf gegen Windmühlen. Meiner Meinung nach gibt es kein richtig und falsch – jede Entscheidung führt uns durchs Leben und wir kommen durch jede Entscheidung an einen anderen Punkt. Das ist genau der Punkt, den wir gerade brauchen um zu lernen. Genau da wo du jetzt im Leben stehst, bist du auch nur aufgrund deiner vorangegangenen Entscheidungen. Als du sie damals getroffen hast, wirkten sie vielleicht gar nicht so „richtig“, doch brachten sie irgendeinen Stein ins Rollen, der dein Leben komplett geändert hat – vielleicht hast du dich aus notgedrungenen Gründen spontan für eine von zwei Schulen entschieden und hast genau dort deinen besten Freund kennengelernt oder deinen Partner. Jetzt kannst du ohnehin nicht beurteilen, ob die Entscheidung richtig oder falsch war, denn du wirst nie erfahren, wie dein Leben verlaufen wäre, wenn du die andere Schule besucht hättest.

7. Hör auf mit dem „Was-wäre-wenn?“-Denken!
Wenn du den Mut aufgebracht hast, deine Entscheidung zu treffen, hör auf mit dem leidigen Denken, was gewesen wäre. Es bringt dich nicht weiter. Womöglich stürzt du noch in Zweifel und Unsicherheit und redest dir deine Entscheidung eher schlecht, statt dich einfach drauf einzulassen. Lass all die anderen Möglichkeiten los und lasse dich auf deinen neuen Weg ein und stehe dazu.
„Wenn du gehst, dann geh. Wenn du stehst, dann steh. Und ohne zu schwanken!“ ist ein recht passendes Zitat, welches Buddha zugeschrieben wird. Mach die Sachen, die du tust, einfach aus Überzeugung. Stehe zu dir selbst. Denn Entscheidungen kommen aus dir, sie sind Taten und reflektieren deinen Charakter.

8. Vertrauen in Dich und den Lauf deines Lebens bekommen
Mir diesen Punkt immer wieder bewusst zu machen, hilft mir durch meine Tage. Einfach mal vertrauen und alles loslassen, sich sagen, dass ohnehin alles gut werden wird – und am Ende wird es das auch.
Ich denke, dass nichts zufällig passiert, dass alles einen guten Grund hat. Ebenso hat es einen guten Grund, wenn die Entscheidung die ich treffe mich in eine bestimmte Richtung führt. Und mir selbst zu vertrauen hilft mir, mit all den Situationen fertig zu werden. Zu wissen, dass ich daran wachsen werde, egal wie hart es unter Umständen wird.


Jede Entscheidung bringt dich an den richtigen Ort.

Ich hoffe, dass du etwas aus diesem Beitrag mitnehmen konntest.
Was hilft dir, Entscheidungen zu fällen? Hast du noch mehr Tipps? Gerne kannst du deine Ideen mit uns teilen!
Danke fürs Lesen!

Dein Chris

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