Teil 3 – Modul 2 „Loslassen, was war“

Schon ist die zweite Woche der Rise Up & Shine University vorbei. Das Motto dieser Woche lautete „Loslassen, was war“. Die meisten Menschen lassen ihr heutiges Leben durch negative Erlebnisse in ihrer Vergangenheit beeinflussen, mit denen sie sich vielleicht nie oder nur unzureichend auseinandergesetzt haben. Viel zu schwer fällt es oft, negativen Erlebnissen zuzustimmen und anzuerkennen, dass sie zu unserem Leben gehören. Da fällt es doch irgendwie leichter, dieses Päckchen im imaginären Rucksack ständig auf dem Rücken zu tragen und am besten noch, das Geschehene immer und immer wieder zu durchleben, aber nicht mit dem Ziel, dadurch damit abzuschließen, sondern mit dem Ziel, sich erneut in die negativen Gefühle hineinzusteigern und vielleicht sogar auf Rache zu sinnen.

Ich bin auch eine solche Kandidatin und mir fällt es bislang schwer, negativen Situationen und Erlebnissen aus der Vergangenheit zuzustimmen und noch schwerer fällt es mir in einigen dieser Fälle, überhaupt nur an das Wort „Vergebung“ in diesem Zusammenhang zu denken. Besonders innerhalb der Familie ist es oft schwer, denn gerade die Personen, die man am meisten liebt, haben eben auch die größte Macht, uns zu verletzen – zumindest meinen wir das oft. Denn eigentlich hat niemand die Macht uns zu verletzen, außer wir uns selbst. Doch das muss auch ich mir immer und immer sagen und es verinnerlichen. In der RUSU ging es in dieser Woche jeden falls darum, solche Situationen aus der Vergangenheit aufzudecken und durch Meditationen und die Übungen im Workbook der Vergebung zumindest einen Schritt näher zu kommen.

In diesem Zusammenhang haben wir uns in dieser Woche intensiv mit unserem inneren Kind beschäftigt. Aus dem bekannten Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl, das ich erst vor kurzem zum zweiten Mal gelesen habe, weiß ich bereits einiges darüber und habe mich schon sehr viel mit meinem inneren Kind beschäftigt, allerdings konnte ich weder durch die Meditationen aus dem Buch noch durch meine eigenen Versuche einen richtigen Zugang zu meinem inneren Kind finden. In Lauras Meditation hat es auf einmal geklappt! Das war eine echt intensive und lehrreiche Meditation für mich. Ich glaube, dass es wirklich eine Veränderung auch in all unseren zwischenmenschlichen Beziehungen bewirken kann, wenn wir uns unseres inneren Kindes bewusst sind und es regelmäßig beachten.

Über Meditationen habe ich in dieser Woche übrigens noch etwas für mich Neues gelernt: manchmal will ich meditieren und merke sehr schnell, dass ich mich keine einzige Sekunde fokussieren kann, und egal wie oft ich es versuche, ich gehe mit jedem Gedankengang mit. Dann habe ich bisher immer abgebrochen und es entweder an diesem Tag gar nicht mehr oder später probiert. An einem Tag in dieser Woche passierte mir das auch – ständig zwickte es irgendwo, ich konnte nicht stillsitzen, mir sind ständig die Beine eingeschlafen und ich merkte, dass ich kaum in der Lage war, Laura in der geführten Meditation überhaupt zuzuhören. Ich spielte mit dem Gedanken, es später wieder zu probieren. Aber dann plötzlich war es, als hätte sich ein Schalter umgelegt und ich war total „drin“ und es hat sich richtig gelohnt. Also werde ich auch beim nächsten Mal nicht direkt aufgeben.

Zum Ende der Woche ging es dann ans Eingemachte: sich selbst und Menschen, die einen gekränkt oder verletzt haben, vergeben. Ich bin ehrlich: ich war skeptisch. Die Meditationen klappten gut, doch ich spürte teilweise noch einen Widerstand in mir. Vergebung von jetzt auch gleich funktioniert wohl nicht so einfach, aber ich glaube hier heißt es: dranbleiben. Denn wir streben doch alle nach Glück und Zufriedenheit, und was ich mittlerweile verstanden habe ist, dass diese beiden Dinge aus uns selbst heraus kommen müssen, wir können sie nicht im Außen finden. Und um Glück und Zufriedenheit zu verspüren, muss man beginnen, seine Vergangenheit zu akzeptieren. Das bedeutet keinesfalls, dass man alles gut finden muss, was passiert ist, es bedeutet, dass man einfach nur zustimmt, dass diese Erfahrungen in unserem Leben sind und sie uns zu dem Menschen gemacht haben, der man heute ist. Doch an ihnen festzuhalten bringt nicht mehr, als dass du dich immer wieder selbst verletzt und davon abhältst, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.

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