Warum ich 5 Tage auf feste Nahrung verzichte

Der März ist für mich eine ganz besondere Zeit. Die kalten Monate verblassen langsam, der Frühling zeigt sich und ein neues Lebensgefühl macht sich breit.
Vor zwei Jahren entdeckte ich in dieser Zeit das Fasten für mich. Angelehnt ist meine Methode an das Buchinger-Fasten: ich werde fünf Tage lang keine feste Nahrung zu mir nehmen.

Im ersten Moment fragst du dich wahrscheinlich: Warum?
Warum sollte ich auf mein Essen verzichten? Das kann doch nicht gesund sein.


Und ich frage mich: Warum nicht?
Im Grunde genommen ist der Mensch auf Hunger- und Fastenzeiten ausgelegt. Ich denke gern an den frühen Menschen zurück, der all sein Fleisch noch mühevoll jagen und zerlegen musste. Mit Sicherheit kam es dabei vor, dass es auch mal tagelang wenig oder gar nichts zu essen gab – und Fleisch kam eher selten auf den Teller. Im Gegensatz zu heute.


Gesundheitliche Aspekte des Heilfastens

Fasten dient der Ausscheidung, Entgiftung und Regeneration. Es werden also Selbstreinigungsprozesse im Körper angeregt. Die damit einhergehende Gewichtsabnahme ist für viele Leute ebenfalls ein großer Antrieb, auch wenn Fasten nicht wie eine Diät funktioniert. Vielmehr dient das Fasten dazu, Abstand zu seinem Alltag und auch seinen Essgewohnheiten nehmen zu können und eine neue Ernährung einzuführen.

Die Wissenschaft diskutiert energisch über das Thema Fasten. Viele Sachen, wie zum Beispiel die Anlagerung von Schlacke im Körper, sind bis heute nicht bewiesen. Ich habe nicht die tiefsten Kenntnisse in diesem Bereich und möchte an dieser Stelle auch gar nicht groß darauf eingehen. Ohnehin liest man auf jeder Seite unterschiedliche Sichtweisen zu dem Thema.
Fakt ist, dass ich für mich gemerkt habe, wie gut es mir tut, zu fasten. Einfach mal meinen Alltag von außen zu betrachten, Zeit für mich selbst zu haben und mir über grundlegende Themen meines Lebens bewusst zu werden.


Meine Intentionen

Die Fastenzeit ist für mich eine Zeit des Bewusstseins und der Achtsamkeit. Ich nehme mir eine Auszeit von allem und verzichte ganz bewusst. Man kann quasi alles fasten: Essen, Handy, Süßigkeiten, Rauschmittel, Masturbation, Medien, einfach alles.
Neben der Selbstdisziplin, die man entwickelt und sich auch selbst zeigt, ist es einfach wirklich interessant zu sehen, wie sich unser Alltag und wir selbst verändern, wenn diese Ablenkungen aus unserem Leben verschwinden.
Wenn wir auf die Bahn warten und nicht das Handy rausholen, um uns die Zeit zu vertreiben. Wenn wir nicht alles in uns reinstopfen, manchmal mehr aus Zwang als aus Drang. Wenn der Fernseher ausbleibt und wir gezwungen sind, uns mit unserer Persönlichkeit auseinander zu setzen.

Fasten ist eine Disziplin mit wirklich vielfältigen Auswirkungen. Der Hunger ist beim Nahrungsverzicht zum Beispiel nur ein kleines Übel – nach 2, spätestens 3 Tagen spüre ich in der Regel keinen Hunger mehr. Viel intensiver sind die Veränderungen auf psychischer Ebene. Selten habe ich solch eine geistige Klarheit erreicht wie in meiner Fastenzeit. Natürlich meditiere ich in dieser Woche sehr viel und beschäftige mich auch bewusst mit Themen und Baustellen, die ich schon lange mit mir herumschleppe. Sachen, für die es im hektischen Alltag einfach nicht genug Ruhe gibt.
Dadurch steht diese Fastenzeit wirklich für sich – eine ganz besondere Zeit im Jahr, in der ich mich nur mit mir selbst beschäftige, neue Dinge erfahre und mit alten Dingen abschließe. Ich denke viel über Ziele und Pläne nach und mache viel Musik.
Und was ich besonders gerne in dieser Zeit mache: alte Tagebücher lesen.

Mit dem Schreiben von Tagebüchern habe ich während meiner ersten Fastenzeit so richtig begonnen. Es war eher als Fastentagebuch geplant, um zu sehen, was sich verändert. Daraus wurde ein Projekt: 1 Jahr lang schrieb ich wirklich jeden einzelnen Tag ins Tagebuch und seitdem einfach nach Bedarf. Wenn viel passiert ist oder in meinem Kopf zu viel los ist.
Ein Tagebuch zu führen kann ich an dieser Stelle grundsätzlich empfehlen – es tut gut, vorbehaltlos alle Gedanken aufschreiben zu können. All das auf Papier zu sehen, nimmt den Themen oft das Gewicht und führt auch zu besser Lösungsfindung. Mir geht es definitiv besser damit – zumal ich mich auf den fernen Tag freue, an dem ich als alter Mann anfange, in diesen Büchern über meine Jugend nachzulesen und zu wissen, wo all das hingeführt hat.

Wie gehe ich vor?

Ich faste im Grunde nach der Buchinger-Methode, welche keine Nulldiät ist, sondern den Körper in dieser Zeit durch die Aufnahme von Brühe, Tee und Saft unterstützt.  
Die ersten zwei Tage sind Vorbereitungstage, in denen ich möglichst schonende und gesunde Kost zu mir nehme. Dann folgt eine Darmreinigung, welche ich bisher immer unterschätzt habe, die aber wirklich wichtig ist. Wird der Darm nämlich nicht gründlich entleert, bleiben Verdauungsrückstände im Darm und es beginnen Gärungsprozesse. Zudem hat der Darm so die Chance, sich vernünftig zu regenerieren und unterstützt das Immunsystem.
Zu große Anstrengungen vermeide ich. Bewegung an der frischen Luft ist definitiv wichtig, daraus soll aber kein Marathon zu werden. Ansonsten lese ich viel, schaue Dokus zu Themen, die mich schon lange interessieren und entspanne viel.

Und das ist es. Wer weiß, was dieses Jahr alles auf mich zu kommen wird. Ich weiß nur, dass mein erstes Heilfasten wirklich einiges in meinem Leben verändert hat.
Diesmal möchte ich wieder an einigen persönlichen Baustellen arbeiten und mich mit meiner Ernährung beschäftigen, die eine Generalüberholung wirklich nötig hat.
Nächste Woche teile ich mit euch meine Erfahrungen – vielleicht nutzt auch Du die Zeit um zu fasten und dir über einiges bewusst zu werden 🙂
Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen!

Hier findest du übrigens meinen abschließenden Beitrag zur Fastenzeit 🙂

Eine schöne Woche wünsche ich dir!

Dein Chris

8 Kommentare zu „Warum ich 5 Tage auf feste Nahrung verzichte

    1. Danke Lion! 🙂

      Alkohol trinke ich sowieso selten, von Kaffee bin ich an sich ein großer Fan. Aber ich merke in letzter Zeit auch häufig, dass Koffein mir nicht wirklich gut tut – ich bin sehr anfällig für innere Unruhe dabei…

      Meine Ernährung war die letzten Wochen nicht allzu gut, da ist wieder viel Zucker bei gewesen. An sich brauch ich aber nicht jeden Tag Süßigkeiten 😉
      Jetzt zur Fastenzeit bleibt auf jeden Fall jeder der drei Stoffe draußen (bis auf Fruchtzucker aus Säften ;))

      Fastest du auch? Mich würde interessieren, wie du das handhabst!

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      1. Na das klingt doch schonmal ganz gut. Glaub es ist bei mir ähnlich wie bei Dir. Insgesamt heruntergefahrenes Pensum, aber dann und wann eben doch mal wieder gerne.

        Bei Koffein tut es mir gut, die Dosis wirklich gering zu halten. Es ist ja ein Nervengift, das Du aber konstruktiv einsetzen kannst. Eine Tasse Kaffe am Tag zB ist keine schlechte Sache. Ansonsten auf Teein ausweichen. Das regt eher an als auf. Der satte Kick bleibt zwar aus, dafür hast Du nicht den baldigen Crash sondern bleibst ausdauernd entspannt, konzentriert.

        Gutes Gelingen weiterhin!

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  1. Fasten finde ich gut, aber nur aus den richtigen Gründen. Ich selber versuche jedes Jahr auf Süßigkeiten zu verzichten (Sonntage und mein Geburtstag ausgenommen), aber so wirklich klappt es nie. Ich faste, weil ich überzeugte Katholikin bin und ich mich damit mehr mit Jesus verbunden fühle. Die Fastenzeit ist für ich die Zeit, in der ich an mir selbst arbeite und Kontakt zu Gott und Jesus suche.
    Nun habe ich eine Sache nicht ganz verstanden: Fastest du aus religiösen oder aus gesundheitlichen Gründen?
    Ich wünsche dir alles Gute beim Fasten!
    rahellyelli

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    1. Hey rahellyelli 🙂

      Solche Ausnahmen wie Geburtstage kann man gerne machen – das Ganze soll ja keine Tortur sein. Wenn man es aus den – für einen selbst – richtigen Gründen macht, fällt einem das irgendwo sogar ziemlich leicht finde ich.

      Aus religiösen Gründen würde ich bei mir nicht direkt sagen. Ich denke, zu gleichen Anteilen aus gesundheitlichen und spirituellen Gründen.
      Spirituell ist daran für mich einfach die Gelegenheit, mich und mein Leben von außen zu betrachten. Das geht bei mir im Alltag leider oft unter, ich werde wieder unbewusster oder merke gar nicht, in welche Richtung sich manche Lebensbereiche plötzlich entwickeln.
      Beim Fasten schaffe ich es sehr gut, einen Schritt zurückzutreten und all das mal bewusst wahrzunehmen. Bisher klappt das auch super, es ist Tag für Tag spannend 🙂

      Ziel ist diesmal aber definitiv, nachhaltig eine gesunde Lebensweise beizubehalten.
      Und so, wie du dich zur Fastenzeit mit Jesus verbunden fühlst, fühle ich mich zurzeit wieder richtig mit mir selbst und meinem Körper verbunden 🙂

      Fastest du für 6 Wochen? Und wie läuft es bisher? 🙂

      Ich wünsche dir viel Kraft und lass es dir gut gehen!

      Dein Chris

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      1. Hallo Chris,

        vielen Dank für deine Erklärung. Nun habe ich verstanden, warum du fastest.
        Ich faste sechs Wochen, aber bisher läuft es noch nicht so gut. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass ich ca. eine Woche brauche, um mich daran zu gewöhnen.
        Auch ich wünsche dir viel Kraft!
        Deine rahellyelli

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