Aus Träumen werden Ziele

„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Letztes Jahr gab es ein paar Monate, in denen ich keinerlei Ziele oder Träume vor Augen hatte. Ich hatte mein Studium geschmissen und fühlte mich leer, der Traum für den ich gebrannt habe, war ausgeträumt. Ich wartete auf ein Zeichen, irgendwas, was mir die Richtung weist und wollte offen für alles bleiben. Es war eine fürchterliche Zeit, für die ich unglaublich dankbar bin. In dieser grenzenlosen, tristen Leere in mir habe ich auch mich selbst entdeckt und kenne nun den Unterschied zwischen einem zielgerichteten und einem leeren Leben.

In unserer Kindheit sind wir die größten Träumer. Nach und nach verlieren wir diese Gabe und finden unseren Weg im tristen Alltag. Immer wieder hören wir von Wundern, von Menschen, die Sachen schaffen, die als unglaublich gelten. Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und glücklich sind. „Das ist nichts für mich“, sagen wir und gehen den Weg, der uns vorgeschlagen wird. Dabei steckt so viel in uns!


„Die Wünsche und Sehnsüchte, die Du in dir trägst, sind dir nicht einfach so eingepflanzt worden, damit Du sie nicht erreichst und leidest.
Sie sind da, WEIL sie für Dich bestimmt sind!“ vom Blog Zwerggeflüster

Oft verlieren wir den Kontakt zu ihnen, doch unsere Träume und Wünsche sind immer in uns. Wenn wir uns mit ihnen beschäftigen, definieren wir unsere inneren Werte durch sie. Sie geben unserem Leben einen Sinn, dem wir folgen können und wenn aus den Träumen Ziele werden, können wir jeden Tag daraufhin arbeiten. Dadurch, dass wir diesen Zielen folgen, verbessert sich unser Selbstwertgefühl und der Respekt vor uns selbst. Wir spüren Motivation und Energie, wo wir vorher keine fühlten. Wir brennen für unser Ziel.

Es ist unglaublich wichtig, unsere Ziele zu formulieren und im Kopf zu haben. Sie geben unserem Tun und Handeln die nötige Richtung. Sie sind die ersten Schritte auf jeder Reise im Leben!
Ohne Fokus sind unsere Fähigkeiten und Talente nutzlos – erst wenn wir unsere Ressourcen auf unsere Ziele ausrichten, können wir sie wirklich ausschöpfen!  Wir lassen uns weniger ablenken und können leichter Sachen ablehnen, die uns von unserem Weg abbringen würden, wenn wir unsere Ziele fest für uns formuliert haben. Mit festen Lernzielen für das Semester wird es dir mit Sicherheit leichter fallen, Alkohol, Drogen, Partys oder andere Sachen abzulehnen, die dich vom Lernen abhalten würden als wenn Du einfach ziellos (oder mit 4,0) durch die Klausuren kommen willst.

„Ziele machen aus unüberwindbaren Bergen begehbare Hügel“

Viele unserer wirklichen Lebensträume und –ziele liegen in der Zukunft und erfordern ständige Arbeit und teilweise auch Aufopferung. Deshalb ist es wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Ziele übernehmen. Dass wir uns bewusst dazu entscheiden, diese oder jene Gewohnheit aus unserem Leben zu verbannen oder einzubringen. Dass wir in manchen Momenten als Langweiler oder Spielverderber gelten, weil wir unser Ziel vor Augen haben. Ich möchte keineswegs dazu aufrufen, sich in seinen Zielen zu verbeißen, soziale Kontakte verkommen zu lassen und das Leben nur noch für das Ziel zu leben.
Vielmehr möchte ich dazu aufrufen, an seine Ziele zu glauben und hinter sich selbst zu stehen!

Neulich sah ich einen guten Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, namens Patch Adams. Der Film beruht auf wahrer Begebenheit und handelt von einem Mann, der Medizin studieren möchte um Leuten zu helfen und dabei seine ganz eigenen Vorstellungen davon hat, wie ein Arzt den Menschen hilft. Gleichzeitig geht Patch mit jeder Menge Spaß durchs Leben und nimmt all die Hürden im Leben eher mit Freude, auf der anderen Seite zeigt der Film, wie wichtig es ist, dauerhaft an seinen Zielen dran zu bleiben.
Und: er ist dabei immer er selbst. Ich kann den Film nur empfehlen!
Natürlich sollten wir uns immer wieder fragen, ob unsere Ziele und Träume noch aktuell sind. Wir sollten uns nicht in Pläne verbeißen, wenn wir das Feuer dafür dauerhaft verlieren – dann führt dieser Weg ins Nichts.
Aufzugeben und sich umzuorientieren bedeutet dann nicht, kein Rückgrat zu haben, sondern zeigt einfach nur, dass man flexibel ist und seinem ganz eigenen Kompass durchs Leben folgt.

Für das Erreichen langfristiger Ziele benötigen wir Selbstdisziplin und hier scheitern die meisten – mich eingeschlossen. All die weit entfernten Ziele wirken einfach so unfassbar weit weg! Doch um diese Ziele und Träume wirklich zu erreichen, brauchen wir eine gewisse Selbstdisziplin und ich denke, das ist reine Übungssache. Wenn wir uns wirklich in unsere Ziele rein denken und in uns fühlen, wie toll es sein wird, diese erreicht zu haben, kommt eine gewisse Selbstdisziplin von ganz allein.

Tipps für das Erreichen von Zielen

Wenn Du dir selbst deutlich machst, wie ernst dir deine Ziele sind und Du dich regelmäßig mit ihnen befasst, rücken sie automatisch in deinen Fokus und es wird grundsätzlich einfacher, an ihnen dran zu bleiben. Die folgenden Tipps haben mir schon oft geholfen, mir meiner Ziele bewusst zu werden und vielleicht helfen sie auch dir!

  1. „Dein idealer Tag“
    Schreib einfach mal drauf los, wie Du dir deinen perfekten Tag vorstellst. Würdest Du an einer Küste entlang spazieren wollen? Ein Gemälde malen? Mit wem würdest Du den Tag verbringen? Welcher Arbeit würdest Du nachgehen?
    Erst klingt all das vielleicht komisch, wenn Du es aufschreibst, doch vielleicht erkennst Du dadurch, dass Du gerne nochmal einen anderen Beruf machen möchtest oder im Ausland leben willst. Auf jeden Fall solltest Du probieren, etwas von deinem „idealen Tag“ in dein Leben zu integrieren!
  2. „Der 80. Geburtstag“
    Versuch Dir vorzustellen, dass Du 80 Jahre alt geworden bist und auf dein Leben zurückblickst. Welche Träume würdest Du besonders bereuen, nie erfüllt zu haben?
    Auf was wärst Du besonders stolz, gemacht zu haben? Es ist ein komisches Gefühl, dir das vorzustellen aber vielleicht kannst Du so einen Wunsch fühlen, den Du sonst nicht für möglich gehalten hättest.
  3. Schreib eine Bucket-List
    Auch hierbei solltest Du einfach spontan aufschreiben ohne zu bewerten. Schreib alle Träume, Wünsche und Ziele auf, die Dir einfallen – auf meiner Liste steht zum Beispiel, jeden Kontinent der Erde einmal betreten zu haben, eine lange (3 Monate mindestens) Wandertour durch Skandinavien zu machen, im Redwood Nationalpark in Kalifornien zu arbeiten und eines Tages ein Buch zu schreiben.
    Schreib einfach auf, was dir einfällt und dann filtere. Was ist dir am wichtigsten? Und vor allem: was kannst Du JETZT tun, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen?
    Ich meinem Fall könnte ich schauen, dass mein nächster Urlaub nicht in Europa stattfindet, sondern auf einem Kontinent, auf dem ich noch nicht war. Ich könnte anfangen, die Wanderroute durch Skandinavien zu planen und schauen, wann ich Zeit dafür finde. Ich könnte Vorbereitungen für das Auslandspraktikum in Kalifornien treffen oder ich könnte mir eine Geschichte für das Buch überlegen und das erste Kapitel schreiben.
    So oder so fängt alles mit einem einzigen Schritt an – je früher Du ihn machst, desto besser!
  4. Führe ein Bullet-Journal
    Ich habe von Coco zu Weihnachten ein Bullet-Journal bekommen, dass speziell dafür ausgelegt ist, an deinen Zielen zu arbeiten.
    Zu Beginn formuliert man seine ganz persönlichen Ziele, dann beschäftigt man sich durch tägliches Ausfüllen mit ihnen und lenkt den Fokus auf die Erfüllung dieser Ziele. Du siehst sofort deine Erfolge und übst dich in Achtsamkeit.
  5. Das ist generell eine spannende Angelegenheit, da ich so rückblickend sehen kann, wie ich mich verändert habe – ein Tagebuch ist natürlich eine ähnlich gute Sache, die ich auch nur empfehlen kann.
  6. Schaue zwischendurch auf deine Erfolge zurück
    Viel zu oft gestehen wir uns unsere Erfolge nicht ein, haben immer das Gefühl, noch nichts geschafft zu haben und sehen nur die Erfolge der anderen. Dabei würde uns alles leichter fallen und wir würden uns viel mehr motivieren, wenn wir unsere bisherigen Erfolge überprüfen und feiern würden! Auch der kleinste Schritt ist ein Schritt und hat uns unserem Ziel näher gebracht. Und der Weg zum Ziel ist grundsätzlich das spannendste am Ziel.
  7. Achte auf eine positive und starke Formulierung
    Wir haben schon öfter auf diesem Blog über die Kraft der Gedanken gesprochen – unsere gedankliche Formulierung macht wirklich viel unseres Empfindens aus! Statt „Ich wünschte, ich könnte…“, „ich hoffe, eines Tages…“ und „ich möchte…“ kannst Du auch einfach „ich werde“ benutzen. Das scheint für Dich vielleicht erst mal keinen Unterschied zu machen, doch wie fühlt es sich an, wenn Du liest „ich hoffe, eines Tages erreiche ich mein Ziel“ und „ich werde eines Tages mein Ziel erreichen“?
    Dein Unterbewusstsein spürt den Unterschied.
  8. Visualisiere deine Ziele
    Wo wir schon beim Unterbewusstsein sind: Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug. Vor allem Sportler nutzen dies häufig vor Wettkämpfen. Ich stand der Sache anfangs skeptisch gegenüber, doch ich habe schon oft gemerkt, wie viel Visualisierung im Alltag verändern kann.
    Es geht dabei vor allem darum, sich bereits am Ziel zu sehen. Du musst deinen Sieg oder das Erreichen deines Ziels wirklich fühlen, so detailliert wie möglich. Je öfter Du das machst, desto schneller und deutlicher spürst Du, wie gut es sich anfühlen wird, dein Ziel erreicht zu haben. Es ist, als würdest Du im Außen das Gelingen deiner Aktionen magisch anziehen, indem Du dein Unterbewusstsein davon überzeugst, es schon erreicht zu haben.
    Auf jeden Fall führst Du dir mit der Visualisierung deine Ziele immer wieder vor Augen und spürst, wie gut sie dir tun – und das ist das wichtigste auf deinem Weg dorthin!
  9. Hör auf, deine Probleme als Hindernisse zu sehen
    Unsere Angst und Sorge vor Problemen lässt sie erst so richtig groß und wichtig werden. Wir selbst machen unsere Probleme zu Problemen. Stattdessen können wir sie auch einfach als etwas sehen, was uns stark macht. Etwas, woraus wir lernen können. Rückschläge, Rückfälle in schlechte Gewohnheiten und Menschen, die uns das Leben schwer machen und gegen unsere Ziele sind, werden uns immer wieder auf dem Weg begegnen. Versuch, diese Sachen als Vorbereitung und als Training für deinen Erfolg zu sehen. Glaub mir, Du kannst deine Gedanken dahingehend verändern, das trau ich dir zu!

„Ob ein Traum eine Illusion ist, entscheidet das Handeln.“

All diese Punkte haben mir geholfen, aus den tristen Zeiten rauszukommen, von denen ich oben geschrieben habe. Natürlich bin ich nicht jeden Tag top motiviert und verliere meine Ziele auch immer wieder für eine kurze Zeit aus den Augen, allerdings gelingt es mir immer häufiger, meinen Fokus auf meine Ziele zu lenken und ich spüre, wie gut mir das tut. Es gibt meinem Leben die nötige Richtung, die ich brauche.
Ich hoffe, dass sie auch dir helfen können, wenn Du dich in einer ähnlichen Situation findest.
Vielleicht hast Du auch ein ganz eigenes Erfolgsrezept – teil es mir gerne mit!
Ich hoffe, dass Du das erreichen wirst, was Du dir vornimmst! Das Wichtigste ist anfangen, dranbleiben und einfach machen.

Dein Chris!

Gefühle wahrnehmen und zulassen

Keiner von uns ist wirklich frei von ihnen – Gefühle. Jeden Tag spüren wir sie, mal stark, mal subtil. Die einen Gefühle wollen wir in unserem Leben haben und immer wieder erleben, andere wiederum versuchen wir zu vermeiden, wann immer es geht. Unsere Handlungen und Motivationen werden ebenfalls durch einen emotionalen Anstoß erst möglich – wer würde schon Anstrengungen auf sich nehmen, wenn am Ende nicht das gute Gefühl steht, etwas erreicht zu haben?

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle

Ich denke, es ist wichtig zu begreifen, dass Gefühle nicht einfach so entstehen. Wenn etwas in unserem Leben passiert, sind es unsere Gedanken und damit die Beurteilung des Geschehnisses, die unsere Gefühle entstehen lassen. Das lässt sich im Alltag gut an den simpelsten Beispielen beobachten, etwa daran, wie unterschiedlich Menschen auf Beleidigungen oder das generelle Verhalten ihrer Mitmenschen reagieren.
Während ein Mensch eine Beleidigung direkt persönlich nimmt und in einem zerstörerischen Wutanfall gefangen ist, legt ein anderer Mensch keinerlei Wert auf die Beleidigung, die irgendein dahergelaufener Fremder ihm an den Kopf wirft.
Ich persönlich kann absolut nicht mit Stau und Großstadtverkehr umgehen und werde in diesen Situationen immer wütend und genervt und habe das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Ein guter Freund von mir stört sich gar nicht am Stau, er akzeptiert den Umstand einfach und bleibt so gelassen wie zuvor. Ich gehe also komplett an die Decke während ihm der Stau nichts bedeutet.

Es klingt zwar unmöglich – und zugegeben ist es ein langer Weg, der nicht immer einfach ist – aber es ist möglich, seine Gedanken und Bewertungen grundsätzlich zu ändern. Denn sie sind es in Wahrheit, die unsere Gefühle entstehen lassen. Wir können uns am Regen freuen und es genießen, durch den Sommerregen zu laufen, nass zu werden und diesen wundervollen Geruch von Regen einzuatmen – oder wir können wütend aus dem Fenster starren und immer wieder beteuern, wie sehr wir Regen hassen und gar nicht erst versuchen, uns auf diese Erfahrung einzulassen. Glaubt mir, manchmal gibt es nichts schöneres, als durch den Regen zu laufen und einfach nass zu werden…
Es geht immer nur darum, wie wir unsere Erfahrungen bewerten. Und mit konstanter Arbeit an unserem Mindset, können wir wirklich viel verändern und unsere Gefühlswelt somit grundsätzlich zum positiven hin verändern.

Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen

Ein Problem, dass ich von mir selbst zu gut kenne, ist die Unfähigkeit, bestimmte Gefühle zuzulassen. Es ist nur menschlich, Leid größtenteils vermeiden zu wollen und Glück und andere angenehme Gefühle so oft wie möglich fühlen zu wollen. Wir rennen immer den „guten“ Gefühlen hinterher und vor den „schlechten“ Gefühlen weg. Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen. Dabei sind alle Gefühle nötig, um das Leben in seiner kompletten Bandbreite wahrzunehmen. Wie soll ich denn nach 30 Jahren die „guten“ Gefühle noch als solche wahrnehmen, wenn ich nie Höhen und Tiefen als Vergleich erlebt habe? Wenn ich mich nie schlecht gefühlt habe, werde ich gar nicht erst wissen können, dass es mir wirklich gut geht.
Yin und Yan kommt an dieser Stelle ins Spiel – die Balance zwischen den unangenehmen und angenehmen Gefühlen finden und lernen, mit diesen vernünftig und gesund umzugehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Sache klar stellen, die mich schon lange beschäftigt: es gibt keine guten und keine schlechten Gefühle. Diese Bewertung passiert in unserem Kopf, wir selbst tragen die Verantwortung dafür, wie wir ein Gefühl einstufen. Natürlich fühlt es sich nicht angenehm an, wenn wir einen Menschen verlieren, der uns nahe steht – doch das heißt noch lange nicht, dass dieses Gefühl schlecht ist. Es ist einfach nur ein Gefühl, nicht mehr und nicht weniger, und es ist da, um von uns gefühlt zu werden. Denn das ist auch schon das ganze Wesen eines Gefühls – es entsteht, will wahrgenommen werden und wird (mal schneller, mal langsamer) wieder fort ziehen.
Dadurch, dass wir uns so dagegen sträuben, unsere Gefühle wahrzunehmen, ermöglichen wir es ihnen erst, solange in unserem Körper zu bleiben und schließlich zur Dauerbelastung zu werden – Stress, Verspannungen und deutlich spürbare Auswirkungen auf unseren Körper wie ein ungutes Bauchgefühl oder andere Probleme, die durchaus auch chronisch werden können. Wir schüren unsere Angst vor diesen Emotionen und sie lassen die Möglichkeit, Gefühle zuzulassen, immer bedrohlicher wirken.
Vor allem Gefühle, die schon seit langer Zeit in uns stecken, machen uns eine Angst. Wir haben Angst, die Kontrolle über uns selbst zu verlieren – und genauso fühlt es sich manchmal an, wenn man sich einem Gefühl, egal ob angenehm oder unangenehm, hingibt. Das Gefühl überkommt uns intensiv und dann klingt es ab.

Je weniger Du deine Gefühle vor Anderen versteckst, desto weniger versteckst Du sie vor dir selbst.
– Anchu Koegl

Gefühle sind quasi Feedback von uns an uns. Wenn wir etwas machen, was gegen unsere eigenen Werte spricht, werden wir dies oft schnell durch ein unschönes Gefühl spüren können. Wir können also das Aufkommen eines Gefühls nutzen, um zu lernen und um es als Wegweiser zu benutzen. Wenn bestimmte Menschen oder Handlungen uns gut fühlen lassen, sollten wir mehr davon in unser Leben lassen – schlagen wir uns hingegen mit Leuten herum, auf die wir innerlich eigentlich keine Lust haben oder die uns kein schönes Gefühl geben, merken wir, dass wir besser Abstand von ihnen nehmen sollten.

Es macht zwar erst einmal Angst, doch es kann sich wirklich lohnen, deine Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Im Folgenden findest Du fünf Tipps, die Dir helfen können, einen anderen Umgang mit deiner Gefühlswelt zu etablieren.

Wie Du deine Gefühle besser wahrnehmen kannst

  1. Body-Check-Meditation
    Das ist eine äußerst wirkungsvolle Art der Meditation. Am besten nimmst Du dir täglich ein paar Minuten Zeit und fühlst einfach in deinen Körper hinein – Körperteil für Körperteil. So wirst du schnell spüren, wo du verspannt bist oder wo welches Gefühl lokalisiert ist. Generell baust Du so schnell ein besseres Verhältnis zu deinem Körper auf!
  2. Beschreibe deine Gefühle
    Nimm die Beobachterrolle ein und beschreibe deine Gefühle auf körperlicher Ebene. So wird deine Angst zu einer Enge in der Brust und deine Wut zu einem Druck in der Bauchgegend. Du wirst ein ganz anderes Gefühl für deine Emotionen bekommen, glaub mir!
  3. Verurteile Dich nicht für deine Gefühle
    Als ich damit anfing, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen, versuchte ich mich freizusprechen von Gefühlen wie Wut und Hass und es passierte nicht selten, dass ich mir eingeredet habe, ich dürfe diese Sachen nicht fühlen. Das ist vollkommener Quatsch – was auch immer in dir aufkommt, egal ob Neid, Wut, Hass, Angst oder aber Freude, Glück, Zufriedenheit und Stolz – alles das darf da sein. All das ist einfach nur ein Gefühl, was wahrgenommen werden will.
    Der wahre Punkt des Buddhismus ist, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, nicht wie wir sie vermeiden.
  4. Erkenne die Wurzel des Gefühls
    Oft sind es innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die Gedanken und Gefühle entstehen lassen. Werde dir dieser Mechanismen in dir bewusst und achte darauf, wann genau sie greifen. Hinter vielen Gefühlen versteckt sich am Ende eine ganz einfache Botschaft und du kannst anfangen, die Probleme dahinter zu korrigieren und los zulassen.
  5. Lass los
    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber versuche mal, unvoreingenommen dein Gefühl wahrzunehmen. Sei neugierig und erlebe das Gefühl. Erlebe, wo im Körper es lokalisiert ist, wie genau es sich anfühlt, was für Gedanken dabei aufkommen und wann du es zum ersten Mal wahrgenommen hast. Gehe durch die Empfindung durch, auch wenn es unangenehm ist.
    Hafte nicht daran und identifiziere dich nicht mit dem Gefühl, denn das bist du einfach nicht. Du bist mehr als das.
    Nimm es wahr und lass es ziehen.

Vielleicht ermutigt Dich dieser Beitrag dazu, Dich etwas mehr mit deinen Gefühlen zu beschäftigen – Du wirst es auf keinen Fall bereuen. Du lernst Dich selbst besser kennen und wirst das Leben intensiver wahrnehmen.

Und noch etwas – die Gesellschaft tut so, als müsse man jeden Tag gut drauf sein und immer 120 % Leistung bringen. Vergiss es. Jeder hat mal schlechte Tage, das ist vollkommen normal und gehört dazu. Dafür braucht man sich nicht zu schämen.
Lass die Leistungsgesellschaft in diesem Punkt einfach hinter Dir und erlaube Dir deine Gefühle.
Stark ist der, der Gefühle zulassen und zeigen kann – nicht derjenige, der seine Gefühle abstellt und wie ein Roboter durchs Leben geht.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Selbstverantwortung verändert dein Leben

Stell dir dein Leben als eine Reise mit dem Bus vor. Sei ehrlich zu dir: bist du der Fahrer und bestimmst, wo es hingeht oder sitzt du auf der Rückbank, starrst aus dem Fenster und beschwerst dich, weil der Bus nicht dahinfährt, wo du hin willst?
Ich bin sehr lange auf der Rückbank mitgefahren und bin mir sicher, dass sehr viele Leute so durch ihr Leben fahren. Die wenigsten Menschen nehmen die volle Verantwortung für ihr Leben auf sich – einfacher ist es, anderen die Verantwortung zu geben und ihnen die Schuld zu geben, wenn etwas schief läuft. Egal wo – auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Schlange an der Kasse – überall finden wir Schuldzuweisungen, wo keine sein müssten.

Bist du Opfer oder Gestalter?

Selbstverantwortung ist die Verpflichtung gegenüber mir selbst und meinem eigenen Gewissen. Ich stehe hinter meinen Normen und Werten und lebe nicht nach den Vorgaben anderer. Es ist die bewusste Entscheidung, mein Leben zu leben. Wenn ich mich dazu entscheide, all die Konsequenzen zu tragen, mich für mein Leben sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten zu verantworten und kein Opfer der Umstände mehr zu sein, dann gewinne ich Freiheit.
An dieser Stelle möchte ich das Opfer-Gestalter-Modell erwähnen, welches von Stephen R. Covey stammt. Die Opfer sind an dieser Stelle Menschen, die sich von ihren äußeren Umständen abhängig machen. Zum Beispiel sind sie unzufrieden mit der Arbeit, weil der Chef so anstrengend ist und nichts ändern möchte. Der Gestalter hingegen nimmt die äußeren Umstände nicht so erdrückend wahr und weiß, dass er selbst etwas verändern kann – so kann er ein Gespräch mit dem Chef suchen, statt einfach in der Unzufriedenheit zu verharren. Beide Rollen sehen die selbe Situation von zwei entgegengesetzten Seiten.
Der Gestalter hat durch seine Selbstverantwortung eine unglaubliche Macht über sein eigenes Leben, während das Opfer genau diese Macht an denjenigen abgibt, den es für sein Unglück verantwortlich macht.

Früher sorgten die Eltern für uns, heute ist das unsere Aufgabe

Ein klassisches Beispiel dafür kennt wohl jeder von uns – man gibt den Eltern immer wieder die Schuld für die eigene Situation. „Weil meine Eltern damals diese Fehler gemacht haben, bin ich jetzt so wie ich bin.“
Natürlich – die Kindheit prägt uns in all ihren Facetten. Viele von uns erleben unangenehme, teils traumatische Situationen in jungen Jahren und tragen diese unser ganzes Leben lang mit uns rum. Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass es absolut nicht schlimm oder schwach ist, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesen Themen aufzuräumen.
Aber es bleibt dabei, dass man im Erwachsenenalter selbst die Verantwortung dafür hat, mit seiner Kindheit Frieden zu schließen. Statt aus eigener Kraft daran zu arbeiten, die Fehler der Eltern zu verarbeiten, beschweren sich viele Menschen bis in ans Ende ihrer Tage und machen ihnen Vorwürfe. Dabei gibt man den Eltern so viel Macht und bleibt weiterhin abhängig von ihnen, statt das Kapitel als abgeschlossen zu betrachten.
Man ist nicht mehr das wehrlose Kind, was auf seine Eltern angewiesen ist und ohne sie nicht überleben kann. Man ist erwachsen und führt sein eigenes Leben.


Ich kann nicht
, ist eine Ausrede. Ich will nicht ist ehrlicher und fördert die Eigenverantwortung. (Christian Bischoff)

Seien wir ehrlich – Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut. Egal ob es für Projekte oder für sein eigenes Leben ist. Du bist derjenige, der mit den Konsequenzen leben muss. Du gibst all die kleinen Entschuldigungen auf und enttarnst dein „Ich kann nicht“ als ein „Ich will nicht“.
„Ich kann den Vortrag nicht halten“ wird zu „Ich will den Vortrag nicht halten, weil ich Angst habe, zu versagen und mich zu blamieren.“
Du entscheidest, ob dich der Kerl an der Supermarktkasse aufregt, weil er so langsam ist. Willst du ihm die Macht geben, dir den Tag zu vermiesen? Ist dir dieser fremde Mensch so wichtig?
Oder entscheidest du dich bewusst dafür, dich nicht aufzuregen? Das heißt nicht, dass du Gefühle unterdrücken sollst – du wirst aber bei andauernder Achtsamkeit merken, dass dich nicht dieser langsame Mensch, der rasende Autofahrer oder der laute Nachbar aufregt, sondern du dich selbst. Und sobald du einmal dieses Konstrukt durchschaut hast, wird diese Last von deinen Schultern fallen – jedes mal ein bisschen mehr.


Von dem Geld, dass wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu gefallen, die wir nicht mögen.

Die meisten Menschen führen ihr Leben in Wahrheit für andere Menschen. Sie (ver)kleiden sich, um irgendwelchen Leuten zu gefallen. Sie benehmen sich, versuchen normal zu sein, um auf keinen Fall aus der Reihe zu tanzen. Unterdrücken ihren wahren Charakter, ihre Verrücktheit und Kreativität, damit niemand etwas gegen sie sagen kann. Wie viele Männer und Frauen haben sich dafür entschieden, einen gewissen Job zu machen oder einen bestimmten Weg zu gehen, nur um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.
Wir alle sind nur für eine ganz bestimmte Zeit hier, die uns am Ende wahrscheinlich allen viel zu kurz vorkommen wird. Warum übernehmen wir nicht die Verantwortung für unser Leben und machen das, was uns gefällt? Laufen in den Klamotten rum, in denen wir uns wohlfühlen und machen den Beruf, der uns gefällt – auch wenn jeder sagt, dass es idiotisch ist. Wir sollten die kurze Zeit, die wir haben, zu einer guten Zeit machen. Und genau dafür brauchen wir Selbstverantwortung in unserem Leben!

Mehr Selbstverantwortung im Leben

Werde dir deiner Lebenssituation bewusst

Es ist wichtig, dir erst einmal bewusst zu werden, wie dein Leben gerade aussieht. Schau dir alle Bereiche deines Lebens an und sei ehrlich genug um dir einzugestehen, was schlecht läuft. Vielleicht ist es der Job oder die Art, wie deine Freunde mit dir umgehen. Es ist nicht schön, sich das einzugestehen, doch du wirst bei dieser Übung merken, in welchen Bereichen du Verantwortung zeigen musst. Das hat sehr viel mit Selbstliebe zu tun.

Ändere dein Reden, Denken und Handeln
Unsere Gedanken erzeugen unsere Realität. Sie sind es auch, die uns in die Opfer- oder Gestalterrolle pressen. Durch Achtsamkeitsübungen kannst du dir deiner (destruktiven) Gedanken bewusst werden und an ihnen arbeiten. „Ich muss arbeiten“, „Ich kann nicht tanzen“ und „Ich darf nicht träumen“ sind typische Sätze der Opferrolle. Diese im Alltag bewusst durch „Ich will arbeiten“, „Ich kann tanzen“ und „Ich darf träumen“ auszutauschen ändert mehr, als du im ersten Moment erwartest.

Lebe nach deinen eigenen Werten
Dieser Punkt hat sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Ich kenne es von mir nur zu gut, dass ich mich dauernd verstelle und zu manchen Anteilen meiner Persönlichkeit nicht stehen möchte, aus Angst, dass andere Leute mich dafür verurteilen. Stell dir den Jungen vor, der für sein Leben gerne Ballett tanzen würde, aber sich aus Gesellschaftszwängen nicht traut. Ich hatte das lange Zeit, wenn es um meinen Musikgeschmack ging und noch extremer war es, wenn es um das Thema Spiritualität ging – ich hatte oft das Gefühl, dadurch als Esoteriker oder als komischen Kerl abgestempelt zu werden. Aber hey, ich bin ein komischer Kerl und mittlerweile bin ich wirklich stolz darauf.
Sprich als Übung deine eigene Meinung aus, wann immer es sich anbietet. Stehe hinter dem was du tust. Die Menschen blicken zu Leuten auf, die zu ihren eigenen Werten stehen.

Keine Angst vor Fehlern
Selbstverantwortung bringt durch die Entscheidungen die man trifft, Konsequenzen mit sich. Habe den Mut, diese Konsequenzen zu tragen und mit den Fehlern, die du machst, zu leben. Fehler zu machen ist menschlich und gehört zum Leben dazu – sie bringen dich voran. Es hilft auch, dir vor Augen zu führen, wie schlimm die bisherigen Fehler deines Lebens rückblickend wirklich waren. Oft zeigt sich, dass die schlimmen Fehler in Wahrheit nur ein Teil des Weges waren.

Bewege dich in kleinen Schritten
Setze dir zu Beginn kleine Ziele in den Bereichen deines Lebens, die sich schnell und einfach verändern lassen. Zieh einfach mal deine Lieblingsjeans an, auch wenn sie nicht perfekt sitzt. Trink auf der nächsten Feier einfach mal keinen Alkohol, wenn du merkst, dass du eigentlich gar nicht willst oder dass es dir nicht gut tut. Vielleicht werden die Leute gar nicht so viel dazu sagen, wie du dir ausmalst – oder aber du merkst, dass du es schaffst, darüber zu stehen! Du wirst definitiv merken, wie sehr du dein Leben beeinflussen kannst und rutscht in eine positive Spirale, die dir noch mehr Kraft und Vertrauen für die kommenden Veränderungen geben wird.


Wenn du dich weigerst, die Verantwortung für deine Niederlagen zu übernehmen, wirst du auch nicht für deine Siege verantwortlich sein. (Antoine de Saint-Exupéry)

Du hast die Wahl. Sei ein Gestalter und nimm dein Leben in die Hand. Es liegt in deiner Verantwortung.
Danke fürs Lesen!

Dein Chris!