Darum sammel ich Müll!

Man kann den Frühling nicht mehr leugnen. Die Tage werden wärmer und die Wälder strahlen wieder im schönsten Grün. Immer mehr Menschen zieht es wieder in die Natur und immer mehr Müll wird dabei hinterlassen.

Wir mussten viermal mit vollbeladenem Wagen zum Bauhof zurück…


In meinem FÖJ stand jeden Freitag die Mülltour an. Wir sind den ganzen Tag lang mit dem Dienstwagen durch das Neanderthal gefahren und haben alle Mülleimer an den Wanderwegen entleert und allen Müll eingesammelt, den wir finden konnten. Es war teilweise faszinierend und erschreckend zu sehen, was Menschen im Wald entsorgen. Von benutzten Kondomen bis zu giftigen Baustoffen und mehreren Kilo abgelaufenem Fleisch war so ziemlich alles dabei. Diese Tage waren oft die ekeligsten, aber auch die schönsten, weil ich wirklich das Gefühl hatte, sinnvolle Arbeit zu machen.

„Ich verstehe nicht, warum wir, wenn wir etwas zerstören, das von Menschen geschaffen wurde, es Vandalismus und wenn wir etwas zerstören, das von der Natur erschaffen wurde, es Fortschritt nennen.“
 – Ed Begley Jr.

Vor kurzem begegnete mir das Thema auf Julias Blog „greenandwhales“ wieder – sie hat einen guten Artikel über das Müllsammeln geschrieben, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es hat mich inspiriert, zu sehen, dass sich Menschen für das Müllsammeln einsetzen und es vor allem auch selbst praktizieren.
Ich wohne direkt am Wald, daher liegt es mir ganz besonders am Herzen, ihn sauber zu halten. Ich zog los und hatte nach meinem Spaziergang eine große Tüte voll mit Hundebeuteln, Taschentüchern, Schnapsflaschen und diversen Plastikteilen.
Manchmal verlieren Leute aus Versehen ihren Müll. Aber seine Hundebeutel in den Wald zu schleudern finde ich eine schwache Leistung. Da kann man den Haufen fast schon besser am Weg liegen lassen.

Ich habe für mich wieder gemerkt, wie gut es mir tut, diese Arbeit zu erledigen. Es ist einfach sinnvoll und wichtig! Bei dem tollen Wetter die letzten Tage kommt man auch raus, lernt die Natur vor seinem Haus besser kennen und findet vielleicht sogar Menschen, die mithelfen! In einer Gruppe zu sammeln kann auch Spaß machen und fühlt sich angenehmer an, als alleine zu sammeln. Oft hört man dumme Sprüche, oft kommt aber auch Lob und Anerkennung für diese Arbeit! Und das ist einfach ein schönes Gefühl.

Was man halt so findet…

Fakten zum Verbleib von Müll in der Natur

  • Plastik im Wald kann durch Bäche und Flüsse ins Meer gelangen, wird von Fischen gefressen und landet wieder auf unserem Teller (Mikroplastik ist ein Thema für sich …)
  • Tiere verfangen sich im Abfall (Stadttauben haben oft verkrüppelte Füße, weil sie sich in Haaren und Müll verfangen und dann absterben)
  • Biotope können durch Müllentsorgung im Wald zerstört werden, wenn wertvolle Pflanzen plattgedrückt werden oder nicht mehr die nötige Sonne zum Wachsen bekommen
  • Gartenabfälle können Pflanzen in den Wald bringen, die dort nicht hingehören und in das bestehende Waldökosystem eingreifen (einige von euch kennen wohl den Riesenbeerenklau, auch bekannt als Herkulesstaude. Sie gelangte ebenfalls über illegale Gartenabfälle in unsere heimische Natur, ist phototoxisch, das heißt nach Kontakt lösen Sonnenstrahlen heftige Verbrennungen auf der menschlichen Haut aus, und es bedarf vieler Jahre, sie vollständig aus den Böden zu entfernen)
  • Beim Regen werden Schadstoffe aus Verpackungen gelöst und gelangen durch den Boden in unser Grundwasser (und werden von den umliegenden Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen)

Es geht hier gerade nur um Probleme in unseren Wäldern und Landschaften. Ich kenne mich nicht gut genug mit dem Meer und dem Abfallproblem in den Ozeanen aus, um hier fundierte Aussagen zu machen. Darüber kann man ganze Bücher schreiben. In jedem Fall ist die derzeitige Lage äußerst erdrückend und bedrohlich und zwingt uns zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag.
Du findest viele gute Blogs zu diesen Themen, zum Beispiel Umweltgedanken, Oceanamp, einfachbewusst, simplyzero, ahungrymind und greenandwhales!

Es lohnt sich wirklich, sich mehr mit diesen Themen zu befassen. Auch ohne radikale Änderungen kann jeder von uns seinen eigenen, kleinen Teil zu einer besseren Zukunft beitragen.

Die Natur kann ohne den Menschen, doch der Mensch nicht ohne die Natur.

Ich möchte mit diesem Beitrag einfach auf die Problematik hinweisen und dafür sensibilisieren – vielleicht inspiriert es dich ja oder Du überdenkst dein eigenes Verhalten zum Thema.
Mein Verhalten war lange Zeit nicht sonderlich vorbildlich, irgendwann (vor allem durch das FÖJ) habe ich aber erkannt, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit unserer Natur ist!
Sich mit unseren Umweltproblemen zu beschäftigen ist immer wieder ernüchternd und macht mir Angst. Gleichzeitig merke ich, wie viele Menschen aufwachen und sich für Nachhaltigkeit, für Natur- und Umweltschutz und für die Zukunft der Erde interessieren. Und das macht mir Mut!

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.
– Stefan Zweig

Genieß die schönen Tage in der Natur! Nimm einfach jeden Tag eine Sache mit, die Du auf dem Boden findest. Damit machst Du die Welt schon ein kleines bisschen besser!

Dein Chris

Ein Hoch auf den Schlaf!

Letzte Woche beim Verfassen meines Beitrags zum Thema Morgenroutinen ist mir eine Sache wieder mal so richtig bewusst geworden: wie wichtig guter Schlaf ist.

Schläfst du auch so gern wie ich oder findest du eher, schlafen wird überbewertet?

Viele Menschen halten Schlaf für ein nerviges aber notwendiges „Übel“, etwas, das sie einfach einmal täglich tun müssen, was sie aber davon abhält, die Dinge zu machen, die sie eigentlich gern wollen. Schlafen ist irgendwie aus der Mode gekommen. Traut man sich, „zu früh“ (in den Augen der anderen) eine Party zu verlassen, muss man sich Sprüche wie „Schlafen kannst du noch, wenn du tot bist“ anhören. Oft wird Schlaf erst wieder zu einem wichtigen Thema, wenn das erste Kind kommt, und man zwangsweise über einen längeren Zeitraum um seinen Schlaf gebracht wird. Dann sehnt man ihn herbei und wünscht sich nichts sehnlicher, als eine durchgeschlafene Nacht.

Und irgendwie sind ja auch alle dauerhaft müde. Wie viele Menschen klagen täglich über Müdigkeit und werden nie richtig wach? Quälen sich regelrecht durch den Alltag?

Kennst du noch das Gefühl, hellwach zu sein?

Das Schlimme daran ist, die absolut meisten Menschen halten dieses Gefühl von Müdigkeit für normal, weil sie sich kaum noch daran erinnern können, dass man sich auch anders fühlen kann. Und weil ja auch alle anderen stets müde sind. Warum sollte es ihnen besser gehen als den anderen? Klar, wenn der Zustand irgendwann so schlecht und anhaltend ist, dass man das Gefühl hat, seinen Alltag nicht mehr bewältigen zu können, suchen einige dann doch den Arzt auf, lassen sich durchchecken und testen ihre Vitaminwerte. Schließlich könnte die Müdigkeit ja durch einen Vitaminmangel oder sogar von einer Krankheit ausgelöst werden.

Mir selbst ging es ganz lange so. Wenn ich meine Schlafenszeiten mit denen der Menschen in meiner Umgebung verglich, hatte ich oft sogar länger, mindestens aber gleichlang geschlafen,  war aber trotzdem totmüde. Als die Müdigkeit anfing, mir beim Autofahren gefährlich zu werden und mir auch ansonsten den Alltag sehr beschwerlich machte, ging ich auch zum Arzt und begann, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, um einen möglichen Vitaminmangel auszugleichen. Doch nichts half und der Arzt stellte nichts fest.

Wegen dem Sport kaufte ich mir vor ziemlich genau einem Jahr eine Fitbit Versa, die zufällig auch den Schlaf inklusive der verschiedenen Schlafphasen trackt. So konnte ich jetzt genau sehen, wie lange ich wirklich schlief und wie viel Zeit davon ich in dem erholsamen und wichtigen Tiefschlaf verbrachte. Und das war definitiv viel weniger, als ich selbst immer gedacht hatte. Im Wochenüberblick in der Fitbit App konnte ich sehen, dass mein wöchentlicher Durchschnitt an Schlaf pro Nacht oft nur 6 Stunden zählte, außer am Wochenende, wo ich oft 8 Stunden schlief. Und am Wochenende war ich seltsamerweise gar nicht so müde, wie unter der Woche…

Gesteh es dir ein, wenn dir 6 Stunden Schlaf nicht ausreichen, auch wenn es bei anderen vielleicht genügt

Und dann musste ich mir irgendwann wohl oder übel eingestehen, dass ich scheinbar einfach mehr Schlaf benötige, als andere. Und das ist okay so. Perfekt ist es für mich, zwischen 8 und 9 Stunden zu schlafen. Dann bin ich super ausgeruht und bin bis abends leistungsfähig. Aber spätestens um 21 Uhr bin ich einfach müde, und ich quäle mich nun nicht länger,  um noch den Film zuende zuschauen oder etwas anderes zu erledigen. Das kann in 90% der Fälle auch bis morgen warten. Spätestens um 22 Uhr liege ich Bett und mache die Augen zu. Und wenn alles gut geht und ich in einer normalen Zeitspanne einschlafen kann, habe ich so mindestens 8 Stunden im Land der Träume vor mir. Wenn ich dran denke, könnte ich mich glatt schon wieder schlafen legen, ich liebe schlafen einfach 🙂

Die Lösung ist so einfach, aber warum setzt sie kaum jemand um?

Klar, das lässt sich so nicht immer einrichten. Schon gar nicht wenn man Kinder hat oder im Schichtdienst arbeitet, und es gibt noch zig weitere Gründe. Manchmal kann man ja auch einfach nicht einschlafen und liegt stundenlang wach. Es gibt immer Ausnahmen von der Regel. Aber wenn ich mir in der Regel über mein benötigtes Schlafpensum überhaupt schonmal bewusst bin, bin ich ja schon einen Schritt weiter als viele andere. Und wenn ich dann versuche, meinen Alltag immer mehr daran anzupassen, klappt es vielleicht nicht immer, aber immer öfter. Und es wird mir insgesamt um ein vielfaches besser gehen.

Die heutige Welt macht es uns natürlich auch leicht, 24 Stunden am Tag aktiv zu sein. Sowohl real als auch online stehen uns alle Türen offen: onlineshopping, essen gehen, ins Fitnessstudio gehen, Hotlines anrufen, … das alles ist für uns 24/7 möglich. Doch der Organismus des Menschen ist darauf nicht ausgelegt. Der Mensch ist ein tagaktives Wesen und besitzt eine angeborene innere Uhr nach der er lebt. Das Ganze orientiert sich auch am Licht, denn bei wenig Licht, also am Abend, wird Melatonin produziert, wodurch wir müde werden. Doch ständiges Starren auf Bildschirme und Fernseher sowie das viele Aufhalten in geschlossenen Räumen, in denen trotz eingeschaltetem Licht viel weniger Helligkeit herrscht als draußen, behindern die Melatoninproduktion. Und man befindet sich in einem ewigen Zustand der Dauermüdigkeit.

Unsere innere Uhr ist wie oben schon gesagt angeboren. Es ist also genetisch festgelegt, ob wir Lerche (Frühaufsteher) oder Eule (Langschläfer) sind. Das lässt sich kaum beeinflussen, aber es lässt sich in beiden Fällen beeinflussen, ob wir entsprechend früh schlafen gehen, um so oder so auf genügend Schlaf zu kommen um uns morgens fit zu fühlen.

Tägliche Müdigkeit ist KEIN Normalzustand!

Du tankst doch dein Auto, wenn der Tank leer ist, oder? Und du lädst dein Handy auf, wenn der Akku leer ist, richtig? Warum gönnst du es dir selbst dann nicht, deinen Körper mit neuer Energie aufzutanken? Mal abgesehen von den Millionen anderen wichtigen Prozessen, die während des Schlafs in deinem Körper ablaufen. Frage dich das mal ernsthaft, denn dauerhafte Müdigkeit ist keineswegs ein normaler Zustand. Wenn du ansonsten körperlich gesund bist und keine Mangelerscheinungen hast, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du einfach zu wenig schläfst, recht hoch.

Menschen, die dauerhaft zu wenig schlafen, sind so benebelt, als hätten sie Alkohol im Blut

Die weiteren Vorteile von gutem und ausreichendem Schlaf, wie generelle bessere Gesundheit und Robustheit, höhere Konzentrations- und Lernfähigkeit (durch bessere Verfestigung vom Gelernten im Tiefschlaf), Stressabbau, bessere Laune usw. sind sicherlich allgemein bekannt.

Also warum dem Körper vorenthalten, was er so dringend braucht? Nur weil andere die Augen verdrehen? Sollen sie doch. Dafür bist du morgen früh fit und kannst vielleicht was Tolles unternehmen, während die anderen bis 11 Uhr im Bett liegen und sich dann müde auf’s Sofa schleppen. Eine Freundin von mir nennt mich immer liebevoll „Rentner“, weil mir mein Schlaf so wichtig ist. Und mittlerweile betitele ich mich gern selber so. Denn ich weiß, dass es mir viel besser geht und ich viel mehr erreichen kann, wenn ich ausgeschlafen bin.

Ein Hoch auf den Schlaf! In diesem Sinne: schlaft gut!

Buchempfehlung:

Katharina Kunzmann – Ab ins Bett!

Aus Träumen werden Ziele

„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Letztes Jahr gab es ein paar Monate, in denen ich keinerlei Ziele oder Träume vor Augen hatte. Ich hatte mein Studium geschmissen und fühlte mich leer, der Traum für den ich gebrannt habe, war ausgeträumt. Ich wartete auf ein Zeichen, irgendwas, was mir die Richtung weist und wollte offen für alles bleiben. Es war eine fürchterliche Zeit, für die ich unglaublich dankbar bin. In dieser grenzenlosen, tristen Leere in mir habe ich auch mich selbst entdeckt und kenne nun den Unterschied zwischen einem zielgerichteten und einem leeren Leben.

In unserer Kindheit sind wir die größten Träumer. Nach und nach verlieren wir diese Gabe und finden unseren Weg im tristen Alltag. Immer wieder hören wir von Wundern, von Menschen, die Sachen schaffen, die als unglaublich gelten. Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und glücklich sind. „Das ist nichts für mich“, sagen wir und gehen den Weg, der uns vorgeschlagen wird. Dabei steckt so viel in uns!


„Die Wünsche und Sehnsüchte, die Du in dir trägst, sind dir nicht einfach so eingepflanzt worden, damit Du sie nicht erreichst und leidest.
Sie sind da, WEIL sie für Dich bestimmt sind!“ vom Blog Zwerggeflüster

Oft verlieren wir den Kontakt zu ihnen, doch unsere Träume und Wünsche sind immer in uns. Wenn wir uns mit ihnen beschäftigen, definieren wir unsere inneren Werte durch sie. Sie geben unserem Leben einen Sinn, dem wir folgen können und wenn aus den Träumen Ziele werden, können wir jeden Tag daraufhin arbeiten. Dadurch, dass wir diesen Zielen folgen, verbessert sich unser Selbstwertgefühl und der Respekt vor uns selbst. Wir spüren Motivation und Energie, wo wir vorher keine fühlten. Wir brennen für unser Ziel.

Es ist unglaublich wichtig, unsere Ziele zu formulieren und im Kopf zu haben. Sie geben unserem Tun und Handeln die nötige Richtung. Sie sind die ersten Schritte auf jeder Reise im Leben!
Ohne Fokus sind unsere Fähigkeiten und Talente nutzlos – erst wenn wir unsere Ressourcen auf unsere Ziele ausrichten, können wir sie wirklich ausschöpfen!  Wir lassen uns weniger ablenken und können leichter Sachen ablehnen, die uns von unserem Weg abbringen würden, wenn wir unsere Ziele fest für uns formuliert haben. Mit festen Lernzielen für das Semester wird es dir mit Sicherheit leichter fallen, Alkohol, Drogen, Partys oder andere Sachen abzulehnen, die dich vom Lernen abhalten würden als wenn Du einfach ziellos (oder mit 4,0) durch die Klausuren kommen willst.

„Ziele machen aus unüberwindbaren Bergen begehbare Hügel“

Viele unserer wirklichen Lebensträume und –ziele liegen in der Zukunft und erfordern ständige Arbeit und teilweise auch Aufopferung. Deshalb ist es wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Ziele übernehmen. Dass wir uns bewusst dazu entscheiden, diese oder jene Gewohnheit aus unserem Leben zu verbannen oder einzubringen. Dass wir in manchen Momenten als Langweiler oder Spielverderber gelten, weil wir unser Ziel vor Augen haben. Ich möchte keineswegs dazu aufrufen, sich in seinen Zielen zu verbeißen, soziale Kontakte verkommen zu lassen und das Leben nur noch für das Ziel zu leben.
Vielmehr möchte ich dazu aufrufen, an seine Ziele zu glauben und hinter sich selbst zu stehen!

Neulich sah ich einen guten Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, namens Patch Adams. Der Film beruht auf wahrer Begebenheit und handelt von einem Mann, der Medizin studieren möchte um Leuten zu helfen und dabei seine ganz eigenen Vorstellungen davon hat, wie ein Arzt den Menschen hilft. Gleichzeitig geht Patch mit jeder Menge Spaß durchs Leben und nimmt all die Hürden im Leben eher mit Freude, auf der anderen Seite zeigt der Film, wie wichtig es ist, dauerhaft an seinen Zielen dran zu bleiben.
Und: er ist dabei immer er selbst. Ich kann den Film nur empfehlen!
Natürlich sollten wir uns immer wieder fragen, ob unsere Ziele und Träume noch aktuell sind. Wir sollten uns nicht in Pläne verbeißen, wenn wir das Feuer dafür dauerhaft verlieren – dann führt dieser Weg ins Nichts.
Aufzugeben und sich umzuorientieren bedeutet dann nicht, kein Rückgrat zu haben, sondern zeigt einfach nur, dass man flexibel ist und seinem ganz eigenen Kompass durchs Leben folgt.

Für das Erreichen langfristiger Ziele benötigen wir Selbstdisziplin und hier scheitern die meisten – mich eingeschlossen. All die weit entfernten Ziele wirken einfach so unfassbar weit weg! Doch um diese Ziele und Träume wirklich zu erreichen, brauchen wir eine gewisse Selbstdisziplin und ich denke, das ist reine Übungssache. Wenn wir uns wirklich in unsere Ziele rein denken und in uns fühlen, wie toll es sein wird, diese erreicht zu haben, kommt eine gewisse Selbstdisziplin von ganz allein.

Tipps für das Erreichen von Zielen

Wenn Du dir selbst deutlich machst, wie ernst dir deine Ziele sind und Du dich regelmäßig mit ihnen befasst, rücken sie automatisch in deinen Fokus und es wird grundsätzlich einfacher, an ihnen dran zu bleiben. Die folgenden Tipps haben mir schon oft geholfen, mir meiner Ziele bewusst zu werden und vielleicht helfen sie auch dir!

  1. „Dein idealer Tag“
    Schreib einfach mal drauf los, wie Du dir deinen perfekten Tag vorstellst. Würdest Du an einer Küste entlang spazieren wollen? Ein Gemälde malen? Mit wem würdest Du den Tag verbringen? Welcher Arbeit würdest Du nachgehen?
    Erst klingt all das vielleicht komisch, wenn Du es aufschreibst, doch vielleicht erkennst Du dadurch, dass Du gerne nochmal einen anderen Beruf machen möchtest oder im Ausland leben willst. Auf jeden Fall solltest Du probieren, etwas von deinem „idealen Tag“ in dein Leben zu integrieren!
  2. „Der 80. Geburtstag“
    Versuch Dir vorzustellen, dass Du 80 Jahre alt geworden bist und auf dein Leben zurückblickst. Welche Träume würdest Du besonders bereuen, nie erfüllt zu haben?
    Auf was wärst Du besonders stolz, gemacht zu haben? Es ist ein komisches Gefühl, dir das vorzustellen aber vielleicht kannst Du so einen Wunsch fühlen, den Du sonst nicht für möglich gehalten hättest.
  3. Schreib eine Bucket-List
    Auch hierbei solltest Du einfach spontan aufschreiben ohne zu bewerten. Schreib alle Träume, Wünsche und Ziele auf, die Dir einfallen – auf meiner Liste steht zum Beispiel, jeden Kontinent der Erde einmal betreten zu haben, eine lange (3 Monate mindestens) Wandertour durch Skandinavien zu machen, im Redwood Nationalpark in Kalifornien zu arbeiten und eines Tages ein Buch zu schreiben.
    Schreib einfach auf, was dir einfällt und dann filtere. Was ist dir am wichtigsten? Und vor allem: was kannst Du JETZT tun, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen?
    Ich meinem Fall könnte ich schauen, dass mein nächster Urlaub nicht in Europa stattfindet, sondern auf einem Kontinent, auf dem ich noch nicht war. Ich könnte anfangen, die Wanderroute durch Skandinavien zu planen und schauen, wann ich Zeit dafür finde. Ich könnte Vorbereitungen für das Auslandspraktikum in Kalifornien treffen oder ich könnte mir eine Geschichte für das Buch überlegen und das erste Kapitel schreiben.
    So oder so fängt alles mit einem einzigen Schritt an – je früher Du ihn machst, desto besser!
  4. Führe ein Bullet-Journal
    Ich habe von Coco zu Weihnachten ein Bullet-Journal bekommen, dass speziell dafür ausgelegt ist, an deinen Zielen zu arbeiten.
    Zu Beginn formuliert man seine ganz persönlichen Ziele, dann beschäftigt man sich durch tägliches Ausfüllen mit ihnen und lenkt den Fokus auf die Erfüllung dieser Ziele. Du siehst sofort deine Erfolge und übst dich in Achtsamkeit.
  5. Das ist generell eine spannende Angelegenheit, da ich so rückblickend sehen kann, wie ich mich verändert habe – ein Tagebuch ist natürlich eine ähnlich gute Sache, die ich auch nur empfehlen kann.
  6. Schaue zwischendurch auf deine Erfolge zurück
    Viel zu oft gestehen wir uns unsere Erfolge nicht ein, haben immer das Gefühl, noch nichts geschafft zu haben und sehen nur die Erfolge der anderen. Dabei würde uns alles leichter fallen und wir würden uns viel mehr motivieren, wenn wir unsere bisherigen Erfolge überprüfen und feiern würden! Auch der kleinste Schritt ist ein Schritt und hat uns unserem Ziel näher gebracht. Und der Weg zum Ziel ist grundsätzlich das spannendste am Ziel.
  7. Achte auf eine positive und starke Formulierung
    Wir haben schon öfter auf diesem Blog über die Kraft der Gedanken gesprochen – unsere gedankliche Formulierung macht wirklich viel unseres Empfindens aus! Statt „Ich wünschte, ich könnte…“, „ich hoffe, eines Tages…“ und „ich möchte…“ kannst Du auch einfach „ich werde“ benutzen. Das scheint für Dich vielleicht erst mal keinen Unterschied zu machen, doch wie fühlt es sich an, wenn Du liest „ich hoffe, eines Tages erreiche ich mein Ziel“ und „ich werde eines Tages mein Ziel erreichen“?
    Dein Unterbewusstsein spürt den Unterschied.
  8. Visualisiere deine Ziele
    Wo wir schon beim Unterbewusstsein sind: Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug. Vor allem Sportler nutzen dies häufig vor Wettkämpfen. Ich stand der Sache anfangs skeptisch gegenüber, doch ich habe schon oft gemerkt, wie viel Visualisierung im Alltag verändern kann.
    Es geht dabei vor allem darum, sich bereits am Ziel zu sehen. Du musst deinen Sieg oder das Erreichen deines Ziels wirklich fühlen, so detailliert wie möglich. Je öfter Du das machst, desto schneller und deutlicher spürst Du, wie gut es sich anfühlen wird, dein Ziel erreicht zu haben. Es ist, als würdest Du im Außen das Gelingen deiner Aktionen magisch anziehen, indem Du dein Unterbewusstsein davon überzeugst, es schon erreicht zu haben.
    Auf jeden Fall führst Du dir mit der Visualisierung deine Ziele immer wieder vor Augen und spürst, wie gut sie dir tun – und das ist das wichtigste auf deinem Weg dorthin!
  9. Hör auf, deine Probleme als Hindernisse zu sehen
    Unsere Angst und Sorge vor Problemen lässt sie erst so richtig groß und wichtig werden. Wir selbst machen unsere Probleme zu Problemen. Stattdessen können wir sie auch einfach als etwas sehen, was uns stark macht. Etwas, woraus wir lernen können. Rückschläge, Rückfälle in schlechte Gewohnheiten und Menschen, die uns das Leben schwer machen und gegen unsere Ziele sind, werden uns immer wieder auf dem Weg begegnen. Versuch, diese Sachen als Vorbereitung und als Training für deinen Erfolg zu sehen. Glaub mir, Du kannst deine Gedanken dahingehend verändern, das trau ich dir zu!

„Ob ein Traum eine Illusion ist, entscheidet das Handeln.“

All diese Punkte haben mir geholfen, aus den tristen Zeiten rauszukommen, von denen ich oben geschrieben habe. Natürlich bin ich nicht jeden Tag top motiviert und verliere meine Ziele auch immer wieder für eine kurze Zeit aus den Augen, allerdings gelingt es mir immer häufiger, meinen Fokus auf meine Ziele zu lenken und ich spüre, wie gut mir das tut. Es gibt meinem Leben die nötige Richtung, die ich brauche.
Ich hoffe, dass sie auch dir helfen können, wenn Du dich in einer ähnlichen Situation findest.
Vielleicht hast Du auch ein ganz eigenes Erfolgsrezept – teil es mir gerne mit!
Ich hoffe, dass Du das erreichen wirst, was Du dir vornimmst! Das Wichtigste ist anfangen, dranbleiben und einfach machen.

Dein Chris!

Morgenroutine – Fluch oder Segen?

Überall liest und hört man von der Morgenroutine und wie wichtig und unerlässlich sie für ein glückliches und erfülltes Leben sei.  Ist da wirklich was dran, und wenn ja, trifft das auf jeden Menschen zu?

Was für ein Typ Mensch bist du?

Bist du der Typ, der beim ersten Klingeln des Weckers aus dem Bett springt, sich fertig macht, sich einen Kaffee to go kocht und losgeht? Oder der Typ, der noch mindestens 3 mal die Snooze Taste betätigt und sich dann mühevoll aus dem Bett schleppt und dadurch meist zu spät kommt? Oder hast du bereits eine Morgenroutine?

Das Gerede über Morgenroutinen hat mich oft ziemlich genervt, denn ich habe es ausprobiert und mein Körper hat mir ganz deutlich gezeigt, dass es ihm nicht besser geht, wenn ich den Wecker auf 5 Uhr morgens stelle, damit ich noch Yoga und Visualisierungs-übungen machen, mein Traumtagebuch schreiben, lesen und joggen gehen kann, oder was auch immer man noch so in eine Morgenroutine integrieren kann. Wenn ich das manchmal so lese, erinnert mich das eher an Dinge, die man morgens „erledigen“ bzw. fast schon „abarbeiten“ muss. Und so fühlte es sich auch für mich an.

Kannst du dir auch nicht vorstellen, dass so dein perfekter Start in den Tag aussehen könnte?

Ich muss sagen, dass ich doch ziemlich viel über dieses Thema nachgedacht habe, eben weil es einfach überall propagiert wird und es ja scheinbar der letzte Schrei ist, möglichst früh aufzustehen um eine möglichst umfassende Routine zu haben. Und schließlich will ich ja auch ein glückliches und erfülltes Leben führen, und wenn das die Voraussetzung dafür ist, sollte ich mich doch überwinden, oder?

Und dann dachte ich mir: NEIN. Genau das ist nämlich nicht Sinn dieser Reise meiner persönlichen Entwicklung. Ein wichtiger Teil dieser Reise ist es doch, zu erkennen, wer du bist und wer du sein möchtest. Auf dein Herz und deinen Körper zu achten und zu hören, und dich zu trauen, du selbst zu sein, und nicht die Kopie eines anderen Menschen. Und mein Körper signalisiert mir ganz deutlich, dass es mir nicht gut tut, noch eine Stunde früher aufzustehen, um all die o.g. Dinge zu tun. Und bei weiterer Betrachtung dieses Themas ist mir bewusst geworden, dass ich doch schon längst meine Morgenroutine habe, mit der ich vollkommen zufrieden bin und die mich ebenfalls super motiviert in den Tag starten lässt! Nur weicht meine Routine von der o.g. deutlich ab. Aber ist das ein Problem? Nein! So lange du dich mit deinem morgendlichen „Programm“ wohl fühlst und es dir gut dabei geht, solltest du es so leben. Natürlich spricht nichts dagegen, andere Dinge auszuprobieren. Wenn sie dir gut tun, behalte sie bei. Wenn nicht, dann lass sie bleiben. Lerne zu erkennen, welche Signale dir dein Körper gibt. Nicht alle Menschen erhalten dieselben Signale von ihrem Körper und das ist auch gut so!

Und nun zu meiner Morgenroutine:

  1. Eigentlich beginnt meine Morgenroutine schon am Vorabend, denn es ist mir einfach extrem wichtig genug zu schlafen. Man (und ich habe das auch lange getan) unterschätzt leider immer wieder, wie enorm wichtig die Schlaflänge, Schlafenszeit und Schlafqualität für den Körper und das gesamte Leben ist. Ewigkeiten habe ich mich mit unfassbarer Müdigkeit herumgequält, war bei verschiedenen Ärzten, habe meinen Vitaminhaushalt überprüfen lassen, usw. Was ich aber nie getan habe: einfach mal dauerhaft (!) früher schlafen zu gehen – die simpelste aller Lösungen. Ich dachte einfach immer, sechs Stunden Schlaf müssen reichen, anderen reicht diese Stundenanzahl ja scheinbar auch. Aber jeder Mensch ist eben anders, der eine braucht vielleicht einfach zwei Stunden Schlaf mehr als ein anderer, und das ist auch völlig okay so.  Seit ich das mache – und hier musste ich erst ausprobieren, wie viele Stunden Schlaf perfekt für mich sind (der Schlaftracker meiner Fitbit Versa hat mir dabei sehr geholfen) – geht es mir einfach viel, viel besser. Die perfekte Stundenanzahl an Schlaf ist für mich zwischen mindestens 7, besser 8 Stunden, wobei ich beachten muss, dass ich ca. eine Stunde pro Nacht wach bin. Das sind kurze Wachphasen, von denen ich gar nichts bemerke, aber meine Uhr zeichnet sie auf und es handelt sich bei mir jede Nacht um eine Stunde, die mir sozusagen an Schlaf verloren geht. Die rechne ich also dazu. Im Idealfall sollte ich also 9 Stunden vor meiner Aufstehzeit schlafen gehen. Und dann bin ich wirklich den ganzen Tag über fit und morgens auch in der Lage, wenn der Wecker klingelt, aufzustehen. Mehr noch: seit ich das wirklich regelmäßig mache, werde ich oft schon von ganz alleine kurz vor dem Weckerklingeln wach. Das ist natürlich noch angenehmer.
  2. Mir ist es sehr wichtig, morgens Ruhe und Zeit zu haben. Das bedeutet für mich, ich sollte mindestens anderthalb Stunden Zeit haben, bevor ich zur Arbeit losfahren muss. Gut, mein Wecker klingelt also (übrigens habe ich mir vor ein paar Monaten einen Tageslichtwecker gekauft – sehr zu empfehlen!)  und ich gebe es zu: seit ich den Tageslichtwecker benutze, schaffe ich es erstmals wirklich, sofort wach zu sein, wenn er klingelt. So kann ich mir das Snooze-Drücken und die Zeit die dabei stets draufgegangen ist, endlich sparen.
  3. Ich bin also wach, bleibe aber noch im Bett sitzen, schiebe mir mein Kissen in den Rücken und suche mir eine für mich an dem Tag passende geführte Meditation aus (ich mag geführte Meditationen sehr) und meditiere meist für ca. 20 Minuten.
  4. Dann stehe ich auf und mache mir mein Frühstück, darauf freue ich mich schon am Abend vorher – ich bin der totale Frühstücksmensch und habe einen Bärenhunger wenn ich morgens aufwache. Dann frühstücke ich ganz in Ruhe – das dauert mindestens 30, manchmal auch 40 Minuten (ich bin aber ganz generell auch ein wirklich langsamer Esser). Wenn ich fertig bin, habe ich noch 30-40 Minuten, um mich ganz in Ruhe fertig zu machen. Dabei höre ich meist Musik und singe auch gerne mal laut mit 🙂 Auf der Fahrt zur Arbeit höre ich mir Hörbücher oder Podcasts an – das zähle ich irgendwie auch noch mit zu meiner Morgenroutine.

Und damit geht es mir wunderbar.

Mit diesem Beitrag möchte ich dir gern den Druck nehmen. Wenn du dir bereits eine funktionierende Morgenroutine erschaffen hast, behalte sie bei, solange sie dir gut tut. Und wenn du morgens Zeit und Ruhe für Yoga, anderen Sport oder lesen hast, ist das natürlich super. Aber lerne hier, auf deinen Körper zu achten und ihn ernst zu nehmen. Wenn du das Gefühl hast, die Routine tut dir nicht (mehr) gut, überlege dir jedoch bevor du sie sofort umschmeißt oder sein lässt, ob sie dir vielleicht nur nicht gut tut, weil du insgesamt nicht genug schläfst. Denn wenn du morgens (egal um welche Uhrzeit du aufstehst) todmüde bist, wird dir keine Morgenroutine gut tun.

Ich denke, alles ist besser, als sich morgens nach 5 Mal Snooze drücken aus dem Bett zu quälen und sich dann innerhalb von 10 Minuten fertig machen und losrennen zu müssen – denn ich glaube, das tut wirklich niemandem gut.

Also: Morgenroutine definitiv JA, aber unter Druck setzen, nur um eine endlos lange Morgenroutine unterzubekommen und alle Punkte gleich morgens abzuhaken? NEIN.

Stress dich nicht und schau, was dir gut tut. Probiere Dinge aus, gerne auch öfter als einmal, denn oft merkt man erst nach einiger Zeit, was gut funktioniert und was nicht. Aber entspann dich. Gerade am Morgen sollten wir noch so viel Entspannung genießen wie möglich, der stressige Alltag beginnt noch früh genug.

Hast du schon Routinen am Morgen? Ich würde mich freuen, wenn du in den Kommentaren davon berichtest, was für dich der perfekte Start in den Tag ist J

Alles Gute für dich,

Deine Coco

Gefühle wahrnehmen und zulassen

Keiner von uns ist wirklich frei von ihnen – Gefühle. Jeden Tag spüren wir sie, mal stark, mal subtil. Die einen Gefühle wollen wir in unserem Leben haben und immer wieder erleben, andere wiederum versuchen wir zu vermeiden, wann immer es geht. Unsere Handlungen und Motivationen werden ebenfalls durch einen emotionalen Anstoß erst möglich – wer würde schon Anstrengungen auf sich nehmen, wenn am Ende nicht das gute Gefühl steht, etwas erreicht zu haben?

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle

Ich denke, es ist wichtig zu begreifen, dass Gefühle nicht einfach so entstehen. Wenn etwas in unserem Leben passiert, sind es unsere Gedanken und damit die Beurteilung des Geschehnisses, die unsere Gefühle entstehen lassen. Das lässt sich im Alltag gut an den simpelsten Beispielen beobachten, etwa daran, wie unterschiedlich Menschen auf Beleidigungen oder das generelle Verhalten ihrer Mitmenschen reagieren.
Während ein Mensch eine Beleidigung direkt persönlich nimmt und in einem zerstörerischen Wutanfall gefangen ist, legt ein anderer Mensch keinerlei Wert auf die Beleidigung, die irgendein dahergelaufener Fremder ihm an den Kopf wirft.
Ich persönlich kann absolut nicht mit Stau und Großstadtverkehr umgehen und werde in diesen Situationen immer wütend und genervt und habe das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Ein guter Freund von mir stört sich gar nicht am Stau, er akzeptiert den Umstand einfach und bleibt so gelassen wie zuvor. Ich gehe also komplett an die Decke während ihm der Stau nichts bedeutet.

Es klingt zwar unmöglich – und zugegeben ist es ein langer Weg, der nicht immer einfach ist – aber es ist möglich, seine Gedanken und Bewertungen grundsätzlich zu ändern. Denn sie sind es in Wahrheit, die unsere Gefühle entstehen lassen. Wir können uns am Regen freuen und es genießen, durch den Sommerregen zu laufen, nass zu werden und diesen wundervollen Geruch von Regen einzuatmen – oder wir können wütend aus dem Fenster starren und immer wieder beteuern, wie sehr wir Regen hassen und gar nicht erst versuchen, uns auf diese Erfahrung einzulassen. Glaubt mir, manchmal gibt es nichts schöneres, als durch den Regen zu laufen und einfach nass zu werden…
Es geht immer nur darum, wie wir unsere Erfahrungen bewerten. Und mit konstanter Arbeit an unserem Mindset, können wir wirklich viel verändern und unsere Gefühlswelt somit grundsätzlich zum positiven hin verändern.

Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen

Ein Problem, dass ich von mir selbst zu gut kenne, ist die Unfähigkeit, bestimmte Gefühle zuzulassen. Es ist nur menschlich, Leid größtenteils vermeiden zu wollen und Glück und andere angenehme Gefühle so oft wie möglich fühlen zu wollen. Wir rennen immer den „guten“ Gefühlen hinterher und vor den „schlechten“ Gefühlen weg. Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen. Dabei sind alle Gefühle nötig, um das Leben in seiner kompletten Bandbreite wahrzunehmen. Wie soll ich denn nach 30 Jahren die „guten“ Gefühle noch als solche wahrnehmen, wenn ich nie Höhen und Tiefen als Vergleich erlebt habe? Wenn ich mich nie schlecht gefühlt habe, werde ich gar nicht erst wissen können, dass es mir wirklich gut geht.
Yin und Yan kommt an dieser Stelle ins Spiel – die Balance zwischen den unangenehmen und angenehmen Gefühlen finden und lernen, mit diesen vernünftig und gesund umzugehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Sache klar stellen, die mich schon lange beschäftigt: es gibt keine guten und keine schlechten Gefühle. Diese Bewertung passiert in unserem Kopf, wir selbst tragen die Verantwortung dafür, wie wir ein Gefühl einstufen. Natürlich fühlt es sich nicht angenehm an, wenn wir einen Menschen verlieren, der uns nahe steht – doch das heißt noch lange nicht, dass dieses Gefühl schlecht ist. Es ist einfach nur ein Gefühl, nicht mehr und nicht weniger, und es ist da, um von uns gefühlt zu werden. Denn das ist auch schon das ganze Wesen eines Gefühls – es entsteht, will wahrgenommen werden und wird (mal schneller, mal langsamer) wieder fort ziehen.
Dadurch, dass wir uns so dagegen sträuben, unsere Gefühle wahrzunehmen, ermöglichen wir es ihnen erst, solange in unserem Körper zu bleiben und schließlich zur Dauerbelastung zu werden – Stress, Verspannungen und deutlich spürbare Auswirkungen auf unseren Körper wie ein ungutes Bauchgefühl oder andere Probleme, die durchaus auch chronisch werden können. Wir schüren unsere Angst vor diesen Emotionen und sie lassen die Möglichkeit, Gefühle zuzulassen, immer bedrohlicher wirken.
Vor allem Gefühle, die schon seit langer Zeit in uns stecken, machen uns eine Angst. Wir haben Angst, die Kontrolle über uns selbst zu verlieren – und genauso fühlt es sich manchmal an, wenn man sich einem Gefühl, egal ob angenehm oder unangenehm, hingibt. Das Gefühl überkommt uns intensiv und dann klingt es ab.

Je weniger Du deine Gefühle vor Anderen versteckst, desto weniger versteckst Du sie vor dir selbst.
– Anchu Koegl

Gefühle sind quasi Feedback von uns an uns. Wenn wir etwas machen, was gegen unsere eigenen Werte spricht, werden wir dies oft schnell durch ein unschönes Gefühl spüren können. Wir können also das Aufkommen eines Gefühls nutzen, um zu lernen und um es als Wegweiser zu benutzen. Wenn bestimmte Menschen oder Handlungen uns gut fühlen lassen, sollten wir mehr davon in unser Leben lassen – schlagen wir uns hingegen mit Leuten herum, auf die wir innerlich eigentlich keine Lust haben oder die uns kein schönes Gefühl geben, merken wir, dass wir besser Abstand von ihnen nehmen sollten.

Es macht zwar erst einmal Angst, doch es kann sich wirklich lohnen, deine Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Im Folgenden findest Du fünf Tipps, die Dir helfen können, einen anderen Umgang mit deiner Gefühlswelt zu etablieren.

Wie Du deine Gefühle besser wahrnehmen kannst

  1. Body-Check-Meditation
    Das ist eine äußerst wirkungsvolle Art der Meditation. Am besten nimmst Du dir täglich ein paar Minuten Zeit und fühlst einfach in deinen Körper hinein – Körperteil für Körperteil. So wirst du schnell spüren, wo du verspannt bist oder wo welches Gefühl lokalisiert ist. Generell baust Du so schnell ein besseres Verhältnis zu deinem Körper auf!
  2. Beschreibe deine Gefühle
    Nimm die Beobachterrolle ein und beschreibe deine Gefühle auf körperlicher Ebene. So wird deine Angst zu einer Enge in der Brust und deine Wut zu einem Druck in der Bauchgegend. Du wirst ein ganz anderes Gefühl für deine Emotionen bekommen, glaub mir!
  3. Verurteile Dich nicht für deine Gefühle
    Als ich damit anfing, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen, versuchte ich mich freizusprechen von Gefühlen wie Wut und Hass und es passierte nicht selten, dass ich mir eingeredet habe, ich dürfe diese Sachen nicht fühlen. Das ist vollkommener Quatsch – was auch immer in dir aufkommt, egal ob Neid, Wut, Hass, Angst oder aber Freude, Glück, Zufriedenheit und Stolz – alles das darf da sein. All das ist einfach nur ein Gefühl, was wahrgenommen werden will.
    Der wahre Punkt des Buddhismus ist, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, nicht wie wir sie vermeiden.
  4. Erkenne die Wurzel des Gefühls
    Oft sind es innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die Gedanken und Gefühle entstehen lassen. Werde dir dieser Mechanismen in dir bewusst und achte darauf, wann genau sie greifen. Hinter vielen Gefühlen versteckt sich am Ende eine ganz einfache Botschaft und du kannst anfangen, die Probleme dahinter zu korrigieren und los zulassen.
  5. Lass los
    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber versuche mal, unvoreingenommen dein Gefühl wahrzunehmen. Sei neugierig und erlebe das Gefühl. Erlebe, wo im Körper es lokalisiert ist, wie genau es sich anfühlt, was für Gedanken dabei aufkommen und wann du es zum ersten Mal wahrgenommen hast. Gehe durch die Empfindung durch, auch wenn es unangenehm ist.
    Hafte nicht daran und identifiziere dich nicht mit dem Gefühl, denn das bist du einfach nicht. Du bist mehr als das.
    Nimm es wahr und lass es ziehen.

Vielleicht ermutigt Dich dieser Beitrag dazu, Dich etwas mehr mit deinen Gefühlen zu beschäftigen – Du wirst es auf keinen Fall bereuen. Du lernst Dich selbst besser kennen und wirst das Leben intensiver wahrnehmen.

Und noch etwas – die Gesellschaft tut so, als müsse man jeden Tag gut drauf sein und immer 120 % Leistung bringen. Vergiss es. Jeder hat mal schlechte Tage, das ist vollkommen normal und gehört dazu. Dafür braucht man sich nicht zu schämen.
Lass die Leistungsgesellschaft in diesem Punkt einfach hinter Dir und erlaube Dir deine Gefühle.
Stark ist der, der Gefühle zulassen und zeigen kann – nicht derjenige, der seine Gefühle abstellt und wie ein Roboter durchs Leben geht.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Warum ich meine gesamte Kosmetik entsorgt habe

Was gibt’s Schöneres, als im Frühjahr eine große Aufräumaktion zu starten? Also spontan würde mir da zwar so einiges einfallen, aber trotzdem gehört es für viele Menschen irgendwie dazu – Stichwort Frühjahrsputz. In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich sehr viel mit Ernährung, Gesundheit, Naturheilkunde, Plastikvermeidung und so weiter und so fort beschäftigt. Unter anderem eben auch mit den Unterschieden von herkömmlicher Kosmetik zu Naturkosmetik. Ich muss zugeben, mir selber und auch vielen Menschen in meinem Umkreis war bis dato nicht klar, wie schädlich vieles von dem ist, was wir tagtäglich essen, trinken, uns ins Gesicht oder auf den Körper schmieren. Irgendwie denkt man doch immer, wir leben schließlich in Deutschland, hier wird alles zigfach geprüft und genormt und die Firmen dürfen doch wohl in der Werbung nichts behaupten, was nicht der Wahrheit entspricht… oder etwa doch?

Durch meine Recherchen ist mir erstmals klar geworden, wie leicht eben doch Produkte auf den Markt kommen, die gar nicht so intensiv getestet wurden, wie man denkt. Produkte, für die vor allem Langzeitstudien fehlen. Denn nur weil mir etwas kurzfristig keinen Schaden zufügt, heißt das nicht, dass es bei einer Anwendung oder Einnahme über Jahre hinweg nicht vielleicht doch schadet.

Also habe ich mir vor ein paar Wochen einen Nachmittag Zeit genommen, um mich mit meinem Handy bzw. der App Codecheck bewaffnet in unserem Badezimmer auszutoben und mal so richtig aufzuräumen.

Die App Codecheck downloaden

Die App Codecheck kennen sicherlich viele von euch. Mit ihr kann man ganz einfach den Barcode eines jeden Produkts scannen und die App zeigt euch anhand einer Ampel an, ob und wie schädlich ein Produkt möglicherweise ist. Man kann sogar die genauen Inhaltsstoffe mit einer entsprechenden Erklärung, wozu sie da sind und was sie möglicherweise auch anrichten können, anzeigen lassen.

Los ging es also: jedes einzelne Duschgel, Deo, Shampoo und was man noch so alles in Badezimmerschränken sammelt – „mir könnten ja mal alle 5 Flaschen Duschgel gleichzeitig ausgehen, deswegen brauche ich noch weitere 5 Flaschen als Vorrat“, wer kennt’s nicht?! – wurde also von mir gescannt und genauestens unter die Lupe genommen. Alle bekannten Marken, die es in jedem Drogerie- bzw. Supermarkt zu kaufen gibt, waren vertreten. Eben genau die Produkte, die am bekanntesten sind und den größten Umsatz auf dem Markt machen, denn da hat man ja schließlich großes Vertrauen. Und genau diese Produkte waren die schlimmsten von allen. Wenn ich lesen muss, dass viele von ihnen hormonell wirksame Stoffe enthalten, die in Tierversuchen Veränderungen der Geschlechtsorgane hervorgerufen haben (wie z.B. Metyhlparaben), oder Stoffe, die möglicherweise Krebs erregen können (z.B. Petrolatum, Paraffinum Liquidum etc.), oder unter Umständen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen (z.B. Cyclomethicone), um nur einige wenige, abgesehen von den bekannten Beispielen wie Mineralöl und Mikroplastik zu nennen, dann verspüre ich nur noch wenig Lust dazu, auch nur eines dieser Produkte noch einmal zu verwenden und mein Vertrauen in diese tollen, bekannten Marken erlischt. Und das ist wirklich nur eine kleine Auswahl der Stoffe, die ich in den Kosmetikprodukten gefunden habe und nur die, die den Menschen betreffen, den negativen Effekt vieler Inhaltsstoffe auf die Umwelt sollten wir jedoch auch nicht vergessen! Ich kann mir vorstellen, dass gerade Mütter mit diesen Informationen überfordert sind, denn auch und gerade Cremes speziell fürs Babys enthalten ebensolche Inhaltsstoffe.

Ungesunde, gefährliche Kosmetika aussortieren

Um es kurz zu machen: zwei riesige Tüten voller Kosmetikprodukte habe ich aussortiert. Es ist nichts mehr übrig geblieben von den Dingen, die wir täglich benutzt haben.

Das hier wurde alles entsorgt…

Liste tatsächlich benötigter Kosmetika machen

Dann habe ich mir überlegt: was brauche ich wirklich? Für mich war das: Zahnpasta (mache ich schon länger selbst, das Rezept findet ihr am Ende des Beitrags), Gesichtscreme, Duschgel, Shampoo, Deo, Bodylotion, Lippenpflegestift, Handcreme.

Ungefährliche,  natürliche Alternativen suchen

Also hieß es nun: einen weiteren Nachmittag Zeit nehmen um gute Alternativen zu suchen. Es hat wirklich lange gedauert, doch am Ende bin ich fündig geworden. Gerade bei der Gesichtscreme und beim Shampoo war es für mich schwierig, da ich unter Rosacea im Gesicht und einem Ekzem auf dem Kopf leide, weswegen ich nicht einfach „ganz normale“ Gesichts- bzw. Haarpflegeprodukte nutzen kann. Doch ich habe nach langer Recherche und dem Lesen vieler Rezensionen (hoch lebe das Internet!) eine sehr gute Gesichtspflege für mich gefunden, die sogar besser ist, als meine bisherige (ich kann die zusätzliche Creme vom Hautarzt, die ja auch nur pure Chemie war, nun weglassen!) und für meine Kopfhaut füge ich einem ganz milden Shampoo Teebaumöl hinzu, damit komme ich bisher super zurecht. Aktuell experimentiere ich mit Rezepten für eine selbstgemachte Bodylotion herum. Ich habe bereits eines gefunden, das super einfach ist und schöne weiche Haut macht – allerdings muss ich noch an der Konsistenz arbeiten.

Unser Bad ist nun recht minimal eingerichtet und unser Badschrank so gut wie leer. Aber dennoch haben wir alles, was wir brauchen und fühlen uns wohl dabei, die Produkte zu benutzen. Es ist wichtig, dass wir alle mehr und mehr einen Blick dafür bekommen, was wir in unseren Körper (Nahrung) und auf unseren Körper (Kosmetik) geben. Für unser Immunsystem sind all diese vermeintlichen Pflegeprodukte sowieso eine Last, ebenso wie ungesunde Nahrungsmittel unser Immunsystem schwächen – denn wer hätte das gedacht: 80% unseres Immunsystems sitzen im Darm. Und wir sollten langsam beginnen, uns mehr damit zu beschäftigen, wie wir unseren Körper gesund halten können, anstatt blind darauf zu vertrauen, dass alles was wir im Drogerie- und Supermarkt erwerben können, ja nur gut für uns bzw. zumindest nicht schädlich für uns sein kann. Denn das ist schlichtweg ein Irrglaube.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Checken und Aussortieren eurer Produkte.

Alles Liebe

Eure Coco

Warum uns Loslassen so glücklich macht

Einst wanderten zwei Mönche durch die Berge. Auf dem Weg zum Kloster begegneten sie einer jungen Frau, die den Fluss nicht überqueren konnte, ohne ihre Kleider nass zu machen. Der Ältere der beiden Mönche hob sie auf die Schultern, trug sie hinüber und setzte sie ab. Schweigend wanderten die beiden Mönche weiter, bis der Jüngere seine Wut nicht mehr verbergen konnte. „Wie konntest du der Frau helfen, wo du doch weißt, dass uns der Kontakt zu Frauen streng verboten ist. Das war falsch von dir.“
Der ältere Mönch erwiderte ruhig: „Ich habe die Frau am Flussufer abgesetzt. Warum trägst du sie immer noch?“ (Buddhistische Anekdote)

Vielleicht fallen dir bei dieser Geschichte spontan Situationen aus deinem eigenen Leben ein, in denen du der junge Mönch warst oder jemanden kanntest, der sich so verhalten hat. Loslassen fällt vielen Menschen schwer und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht immer einfach ist. Es gibt so viel in unserem Leben, an dem wir haften, was wir nicht loslassen wollen oder können – wir klammern uns an unseren Partner, unsere Freunde, an den neuen Wagen, an unsere Träume und Vorstellungen und vor allem klammern wir uns an uns selbst, an unsere Gedanken und Gefühle.

Warum Loslassen so schwer ist

Wir bauen uns über Jahre hinweg ein eigenes Leben auf. Besitz wird angehäuft, Glaubenssätze werden übernommen – am Ende identifizieren wir uns über all die Sachen, die wir in unser Leben holen. Wir entwickeln eine Idee unserer Persönlichkeit, die nicht mehr als ein bloßes Konstrukt ist – unser Ego. Unser Umfeld zwängt uns in Rollen und wir sind gezwungen, zu schauspielern.
Ich sah mich immer als Klassenclown und irgendwann sahen auch die anderen mich so – auch, als ich schon längst keiner mehr sein wollte. Aber trotzdem zwang ich mich, immer dann einen dummen Spruch zu bringen, wenn die anderen einen dummen Spruch erwarteten – schließlich war das meine Aufgabe.
Die Angst überkommt uns, wenn wir daran denken, dieses Ich loszulassen. All die Statussymbole loszulassen, die uns definieren und unserem Umfeld zeigen, wer wir eigentlich sind. Genauso haften wir unseren Gedanken und Gefühlen an, die wir immer wieder so ernst nehmen, dass wir denken, wir seien unsere Gedanken und Gefühle. Doch wenn wir sie loslassen – wer oder was sind wir dann?

Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte. Wenn ich loslasse, was ich habe, bekomme ich, was ich brauche. (Lao Tse)

Unser „Ich“ und „mein“ loszulassen, fühlt sich erst mal an, als würden wir unsere Identität verlieren. Doch das einzige, was wir verlieren, ist eine Illusion; ein Trugbild. Vielmehr gewinnen wir dadurch, dass wir den Filter des Ichs ablegen und die Welt ohne all diese Vorbehalte sehen dürfen. Schau dich mal um – vielleicht sitzt du gerade daheim und siehst all die Sachen die dir gehören. Sind da welche bei, von denen du denkst, dass sie dich in irgendeiner Art und Weise definieren? Kommt Angst in dir hoch, wenn du dir vorstellst, dass diese Gegenstände nun weg wären?
So geht es mir zumindest, wenn ich mir meine Gitarren ansehe. Ich definiere mich schon in gewisser Hinsicht über sie und sie machen mich glücklich.

Wer wäre ich nun, wenn die Gitarren geklaut werden oder verbrennen? Ich wäre immer noch ich.
Klar, ich wäre traurig und sie würden mir fehlen. Aber im Grunde genommen ändert sich nichts. Und das ist das Band zwischen dem Ego und dem Loslassen und warum sich beides nicht vereinen lässt – mein Ego ist abhängig von den Gitarren und „stirbt“, wenn sie nicht mehr Teil meines Lebens sind. Ich mache mein Glück davon abhängig, diese Gitarren in meinem Leben zu haben. Und diese Abhängigkeit zu erkennen, das ist das Wichtige.
Die Gitarre kannst du durch alles ersetzen, was für dich diesen Platz einnimmt. Hobbygegenstände sind super dafür, aber auch Statussymbole, Glücksbringer oder Erbgegenstände. Dir bewusst zu werden, dass du dein Glück oder Wohlbefinden von diesen Dingen abhängig machst, nimmt den Gegenständen bereits die Macht. Ich fordere keineswegs dazu auf, diese Sachen wegzuschmeißen um sich frei zu machen –das ist nicht des Rätsels Lösung. Es ist schön, wenn diese Sachen dich glücklich machen. Aber dein Leben ist nicht vorbei, wenn sie verloren gehen. Und das könnte immer passieren – sei es durch Einbruch oder Wohnungsbrand. Spätestens im Moment des Todes bringen dir diese Gegenstände gar nichts mehr.

Also: Bewusstsein ist alles. Du bist mehr als die Gegenstände, über die dein Ego sich definieren möchte – lass einfach los.

Wie lasse ich wirklich los?
In den tiefsten, schmerzhaftesten Krisen wurde mir dauernd geraten, doch einfach loszulassen. Manchmal packte mich die Wut, so einen realitätsfremden Ratschlag zu bekommen, während ich in den schlimmsten Situationen gefangen war.
Tja, letztendlich war das Loslassen doch immer das Wichtigste in all meinen Krisen. Doch während man so mit sich selbst und seinen Gefühlen kämpft, ist „einfach loslassen“ ganz und gar nicht mehr einfach – aber möglich!

Woran klammerst du dich?
Es ist wichtig, dir zu aller erst bewusst zu werden, woran du dich eigentlich klammerst. Was hält dich zurück im Leben? Und wieso?
Was könnten Vor- und Nachteile deines Loslassens sein? Was kannst du gewinnen?

Lerne, das Leben anzunehmen wie es ist
Loslassen ist ein Synonym für Annehmen. Jede einzelne Situation im Leben anzunehmen ist schwer, doch mit jeder Situation, die du annimmst und akzeptierst, wächst du – und verstehst, dass das Leben nun einmal eigene Geschichten schreibt. Indem du bewusst darauf verzichtest, an deinen Träumen und Vorstellungen des „perfekten Lebens“ zu klammern, lässt du los und gewinnst Gelassenheit und Lebensfreude zurück – einfach, weil du bereit bist, das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Das soll nicht bedeuten, dass du aufhören sollst, deinen Lebensträumen zu folgen – manchmal gelangst du aber an einen Punkt, an dem du dir eingestehen solltest, dass es vorbei ist.

Beschäftige dich mit Minimalismus

Ich finde den Minimalismus als Lifestyle unheimlich interessant, denn man lernt unfassbar viel über sich selbst und das Leben im Allgemeinen dabei. Zwar bezieht er sich eher auf materielle Sachen, doch auch da spielen unsere Gefühle und Identifikationen mit den Dingen ja eine große Rolle. Bewusst zu entscheiden, was ich wirklich zum Leben brauche, ist ein spannender Prozess und führt bei mir immer wieder dazu, dass ich mit voller Freude ausmiste und die Sachen, die ich behalte, umso mehr zu schätzen weiß.
Eine gute Methode, um zu lernen, was man wirklich benötigt und zu sehen, warum man eigentlich an gewissen Dingen haftet.

Suche immer das Positive
Wenn es um vergangene Situationen oder Schicksalsschläge geht, hilft es enorm, das Positive im Geschehenen zu suchen. Manchmal dauert es lange, bis wir etwas finden – aber ich verspreche dir, es gibt etwas Positives! Schicksalsschläge stärken uns zum Beispiel oft oder lassen uns erkennen, wie wertvoll das Leben und die Menschen um uns herum sind – das erkannt zu haben sehe ich als äußerst positiv an.

Sei dankbar!

Dankbarkeit in deinen Alltag zu integrieren, ist das Beste was du machen kannst. Es gibt so viele Gelegenheiten im Alltag, in denen du dankbar sein kannst und je mehr du dich darauf konzentrierst, desto empfänglicher wirst du dafür. Loszulassen fällt deutlich einfacher, wenn man dankbar ist – denn dadurch nimmst du das Leben automatisch so an, wie es ist und machst dir bewusst, für wie viel im Leben man sich eigentlich freuen kann. Vielleicht helfen dir meine Denkanstöße, ein bisschen mehr loszulassen – vielleicht kennst du aber selbst ein paar gute Taktiken dafür, die anderen Menschen weiterhelfen können. Teil sie gerne mit uns!

Dein Chris