Meine Zukunft ist grün

Nachdem Coco nun mehr über sich und ihr Studium erzählt hat, möchte ich euch etwas mehr über mich erzählen.

Meine letzten Beiträge haben sich zum Großteil um Persönlichkeitsentwicklung gedreht. Es waren immer Themen, die mich selbst interessieren und mit denen ich selber noch zu kämpfen habe – drüber zu schreiben und mich mit den Themen zu beschäftigen, hilft mir einfach am meisten. Und bestenfalls helfe ich dir damit, wenn Du es liest und es dir eine neue Perspektive eröffnet.
Neben der Persönlichkeitsentwicklung interessiere ich mich noch sehr für Spiritualität (wobei ich es sehr schwer finde, Gedanken aus diesem Bereich in Worte zu fassen) und für fernöstliche Philosophie – dazu werde ich in Zukunft noch einiges schreiben (besonders über den Buddhismus, den Taoismus und den Konfuzianismus).

Meine erste Wanderung allein in der Sächsischen Schweiz

Ein wichtiger Teil meines Lebens war schon immer die Natur. Mit meinem Vater war ich viel im Wald und nahm viel von seiner Begeisterung für die Natur mit. Er starb als ich 12 Jahre alt war und von da an konnte ich viele Jahre nicht mehr in den Wald gehen, ich verdrängte diesen Teil in mir regelrecht. Stattdessen plante ich irgendwann, Mediengestalter zu werden und im Tonstudio zu arbeiten. Mit 18 Jahren brach dann alles aus mir raus und ich konnte es wieder genießen, in der Natur zu sein. Ich liebte es, im Wald zu sein und verbrachte quasi meine gesamte Freizeit dort.
Ich hatte bereits eine Ausbildungsstelle zum Mediengestalter in Düsseldorf sicher, entschied mich zum Glück in letzter Sekunde dagegen und begann mein FÖJ im Neanderthal – die wohl beste Entscheidung meines Lebens. Dort erkannte ich, dass meine Zukunft in der Natur liegt.

Mein Weg führte im Sommer 2017 ins wunderschöne Göttingen, wo ich Forstwirtschaft studierte. Ich wollte mit ganzem Herzen Förster werden. Es hat mich wirklich aus der Bahn gekickt, als ich realisiert habe, dass ich kein Förster werden kann. Zu wichtig war mir der Naturschutz und ich habe im Studium gemerkt, dass ich absolut kein Wirtschaftstyp bin. Natürlich kann man auch als Förster etwas für den Naturschutz tun, aber es hat sich einfach nicht richtig angefühlt.
Nichts desto trotz lernte ich sehr viel über das Leben und vor allem über mich selbst in Göttingen und habe dort tolle Leute kennengelernt.          

Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als später einen grünen Beruf auszuüben und etwas zu tun, was den Menschen und der Natur helfen kann. Als Grundlage dafür studiere ich seit letztem Jahr Landschaftsökologie in Münster, ein verdammt interessanter Studiengang, der so ziemlich alle Bereiche der Natur und Umwelt abdeckt und ein gutes Verständnis über die Welt, in der wir leben, vermittelt. Für mich wird die Natur immer voller Mystik und Magie sein, doch manchmal glaube ich, je mehr ich verstehe, umso mehr staune ich über all das, was uns umgibt.
Grundsätzlich kann ich das Studium jedem empfehlen, der einen Beruf in der Natur anstrebt. Es enthält zwar im Grundstudium viel Mathe, Chemie und Physik, aber so ziemlich jedes Studium hat im Grundstudium seine negativen Seiten. An sich überwiegen hier die guten Seiten – viele Exkursionen um Flora und Fauna besser kennen zu lernen, eine ziemlich interessante Biologie-Vorlesung sowie Grundlagen in Geologie, Tier- und Vegetationsökologie. Da ich erst im zweiten Semester bin, kann ich noch keine aussagekräftige Meinung über das gesamte Studium abgeben – ich bin aber wirklich zufrieden. Es erwarten mich noch einige trockene Sachen aber auch spannende Module wie Klimatologie oder Landschaften und Lebensräume.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.
– Henry David Thoreau

Ich weißt nicht, wo mein Weg hinführt und wie genau er verlaufen wird, doch mein Ziel ist es, Ranger im Nationalpark zu sein.
Es ist mein Traum in der Umweltbildung den Menschen die Natur nahe zu bringen und ihre Augen für das zu öffnen, was uns jeden Tag umgibt aber so alltäglich scheint, dass es den Wert für uns verliert. Irgendwelche Forschungsberichte in Wissenschaftszeitschriften zu veröffentlichen wird uns nicht retten. Ein ausgewählter Kreis von Leuten wird über diese Forschungen diskutieren und weiterforschen, doch all das ist zu realitätsfern für mich.
Ich möchte Kindern zeigen, was Natur bedeuten kann – vor allem denen, die in der Stadt aufwachsen und wirklich nicht mehr viel mit Natur zu tun haben. Auch Erwachsene können noch viel über die Natur lernen, sei es durch Achtsamkeits- oder Sinnesübungen im Wald.
Ich denke, darin liegt die Antwort auf unsere Probleme. Auf diesem Wege können wir die Generationen nach uns wieder für die wichtigste Grundlage sensibilisieren, die wir haben. Vor allem Kinder nehmen so viel aus der Umweltbildung mit – ich habe schon häufig gesehen, wie sehr Kinder sich freuen, wenn sie merken, dass sie etwas aus dem Wald essen können. Das ist das absolute Highlight für sie.
Es gibt so viele Wege, das nötige Bewusstsein in unserer Gesellschaft zu wecken. Natürlich wollte ich weiter oben weder die Wissenschaft, noch die Forscher die dahinter stehen schlecht reden. Die Wissenschaft ist ein entscheidender Teil unseres Lebens, doch sie ist nicht alles – und kein „Alltagsmensch“ liest sich gerne wissenschaftliche Publikationen durch. Was wir brauchen, sind Menschen, die diese wichtigen Ergebnisse in Alltagssprache umformen und der breiten Masse zugänglich machen.
Autoren wie Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“) haben sehr viele Gegner, doch letzten Endes sensibilisieren sie die Massen für unsere Umweltproblematik. Über die benutzte Sprache oder die zum Teil nicht bewiesenen Aussagen in den Büchern kann man streiten, doch das sind die Leute, die den Wandel vorantreiben und dafür sorgen, dass Menschen sich wiederum für Umweltbildung interessieren und Wildniskurse oder Exkursionen besuchen, Mitglied im NABU oder BUND werden, Müll sammeln oder einfach die Natur mehr wert schätzen. Bevor man die Autoren dieser Bücher also blind verurteilt, sollte man dankbar sein für das Bewusstsein, was sie in der Gesellschaft wecken.

In Zukunft möchte ich öfter etwas über Natur und Umwelt schreiben – vielleicht nimmst Du ja etwas davon in deinen Alltag mit und siehst die Natur mit anderen Augen.
Das ist generell meine Motivation hinter diesem Blog. Ich hoffe einfach, dass Du zur richtigen Zeit den richtigen Artikel findest und eine neue Perspektive gewinnst. Das ist mir schon selbst bei anderen Blogs passiert – ich hatte eine schwierige Zeit und habe genau zur rechten Zeit ein passendes Zitat oder eine passende Idee gelesen, die alles verändert hat und mich wieder hochgebracht hat.
Mit etwas Glück schaffen Coco und Ich das auch bei dir.
Genauso geht es mir auch mit der Umweltbildung – wenn ein kleines Kind fasziniert ist von dem, was ich ihm später zeigen kann, war das ganze Studium, all das was ich bisher gelernt habe, nicht umsonst. Das ist mittlerweile meine Vorstellung von einer Berufung, die mich glücklich macht.

An der Stelle wüsste ich gern, was Dich interessiert. Gibt es Themen, die Du gerne bei uns sehen würdest? Wir sind immer offen für Ideen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Darum sammel ich Müll!

Man kann den Frühling nicht mehr leugnen. Die Tage werden wärmer und die Wälder strahlen wieder im schönsten Grün. Immer mehr Menschen zieht es wieder in die Natur und immer mehr Müll wird dabei hinterlassen.

Wir mussten viermal mit vollbeladenem Wagen zum Bauhof zurück…


In meinem FÖJ stand jeden Freitag die Mülltour an. Wir sind den ganzen Tag lang mit dem Dienstwagen durch das Neanderthal gefahren und haben alle Mülleimer an den Wanderwegen entleert und allen Müll eingesammelt, den wir finden konnten. Es war teilweise faszinierend und erschreckend zu sehen, was Menschen im Wald entsorgen. Von benutzten Kondomen bis zu giftigen Baustoffen und mehreren Kilo abgelaufenem Fleisch war so ziemlich alles dabei. Diese Tage waren oft die ekeligsten, aber auch die schönsten, weil ich wirklich das Gefühl hatte, sinnvolle Arbeit zu machen.

„Ich verstehe nicht, warum wir, wenn wir etwas zerstören, das von Menschen geschaffen wurde, es Vandalismus und wenn wir etwas zerstören, das von der Natur erschaffen wurde, es Fortschritt nennen.“
 – Ed Begley Jr.

Vor kurzem begegnete mir das Thema auf Julias Blog „greenandwhales“ wieder – sie hat einen guten Artikel über das Müllsammeln geschrieben, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es hat mich inspiriert, zu sehen, dass sich Menschen für das Müllsammeln einsetzen und es vor allem auch selbst praktizieren.
Ich wohne direkt am Wald, daher liegt es mir ganz besonders am Herzen, ihn sauber zu halten. Ich zog los und hatte nach meinem Spaziergang eine große Tüte voll mit Hundebeuteln, Taschentüchern, Schnapsflaschen und diversen Plastikteilen.
Manchmal verlieren Leute aus Versehen ihren Müll. Aber seine Hundebeutel in den Wald zu schleudern finde ich eine schwache Leistung. Da kann man den Haufen fast schon besser am Weg liegen lassen.

Ich habe für mich wieder gemerkt, wie gut es mir tut, diese Arbeit zu erledigen. Es ist einfach sinnvoll und wichtig! Bei dem tollen Wetter die letzten Tage kommt man auch raus, lernt die Natur vor seinem Haus besser kennen und findet vielleicht sogar Menschen, die mithelfen! In einer Gruppe zu sammeln kann auch Spaß machen und fühlt sich angenehmer an, als alleine zu sammeln. Oft hört man dumme Sprüche, oft kommt aber auch Lob und Anerkennung für diese Arbeit! Und das ist einfach ein schönes Gefühl.

Was man halt so findet…

Fakten zum Verbleib von Müll in der Natur

  • Plastik im Wald kann durch Bäche und Flüsse ins Meer gelangen, wird von Fischen gefressen und landet wieder auf unserem Teller (Mikroplastik ist ein Thema für sich …)
  • Tiere verfangen sich im Abfall (Stadttauben haben oft verkrüppelte Füße, weil sie sich in Haaren und Müll verfangen und dann absterben)
  • Biotope können durch Müllentsorgung im Wald zerstört werden, wenn wertvolle Pflanzen plattgedrückt werden oder nicht mehr die nötige Sonne zum Wachsen bekommen
  • Gartenabfälle können Pflanzen in den Wald bringen, die dort nicht hingehören und in das bestehende Waldökosystem eingreifen (einige von euch kennen wohl den Riesenbeerenklau, auch bekannt als Herkulesstaude. Sie gelangte ebenfalls über illegale Gartenabfälle in unsere heimische Natur, ist phototoxisch, das heißt nach Kontakt lösen Sonnenstrahlen heftige Verbrennungen auf der menschlichen Haut aus, und es bedarf vieler Jahre, sie vollständig aus den Böden zu entfernen)
  • Beim Regen werden Schadstoffe aus Verpackungen gelöst und gelangen durch den Boden in unser Grundwasser (und werden von den umliegenden Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen)

Es geht hier gerade nur um Probleme in unseren Wäldern und Landschaften. Ich kenne mich nicht gut genug mit dem Meer und dem Abfallproblem in den Ozeanen aus, um hier fundierte Aussagen zu machen. Darüber kann man ganze Bücher schreiben. In jedem Fall ist die derzeitige Lage äußerst erdrückend und bedrohlich und zwingt uns zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag.
Du findest viele gute Blogs zu diesen Themen, zum Beispiel Umweltgedanken, Oceanamp, einfachbewusst, simplyzero, ahungrymind und greenandwhales!

Es lohnt sich wirklich, sich mehr mit diesen Themen zu befassen. Auch ohne radikale Änderungen kann jeder von uns seinen eigenen, kleinen Teil zu einer besseren Zukunft beitragen.

Die Natur kann ohne den Menschen, doch der Mensch nicht ohne die Natur.

Ich möchte mit diesem Beitrag einfach auf die Problematik hinweisen und dafür sensibilisieren – vielleicht inspiriert es dich ja oder Du überdenkst dein eigenes Verhalten zum Thema.
Mein Verhalten war lange Zeit nicht sonderlich vorbildlich, irgendwann (vor allem durch das FÖJ) habe ich aber erkannt, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit unserer Natur ist!
Sich mit unseren Umweltproblemen zu beschäftigen ist immer wieder ernüchternd und macht mir Angst. Gleichzeitig merke ich, wie viele Menschen aufwachen und sich für Nachhaltigkeit, für Natur- und Umweltschutz und für die Zukunft der Erde interessieren. Und das macht mir Mut!

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.
– Stefan Zweig

Genieß die schönen Tage in der Natur! Nimm einfach jeden Tag eine Sache mit, die Du auf dem Boden findest. Damit machst Du die Welt schon ein kleines bisschen besser!

Dein Chris

Warum uns Loslassen so glücklich macht

Einst wanderten zwei Mönche durch die Berge. Auf dem Weg zum Kloster begegneten sie einer jungen Frau, die den Fluss nicht überqueren konnte, ohne ihre Kleider nass zu machen. Der Ältere der beiden Mönche hob sie auf die Schultern, trug sie hinüber und setzte sie ab. Schweigend wanderten die beiden Mönche weiter, bis der Jüngere seine Wut nicht mehr verbergen konnte. „Wie konntest du der Frau helfen, wo du doch weißt, dass uns der Kontakt zu Frauen streng verboten ist. Das war falsch von dir.“
Der ältere Mönch erwiderte ruhig: „Ich habe die Frau am Flussufer abgesetzt. Warum trägst du sie immer noch?“ (Buddhistische Anekdote)

Vielleicht fallen dir bei dieser Geschichte spontan Situationen aus deinem eigenen Leben ein, in denen du der junge Mönch warst oder jemanden kanntest, der sich so verhalten hat. Loslassen fällt vielen Menschen schwer und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht immer einfach ist. Es gibt so viel in unserem Leben, an dem wir haften, was wir nicht loslassen wollen oder können – wir klammern uns an unseren Partner, unsere Freunde, an den neuen Wagen, an unsere Träume und Vorstellungen und vor allem klammern wir uns an uns selbst, an unsere Gedanken und Gefühle.

Warum Loslassen so schwer ist

Wir bauen uns über Jahre hinweg ein eigenes Leben auf. Besitz wird angehäuft, Glaubenssätze werden übernommen – am Ende identifizieren wir uns über all die Sachen, die wir in unser Leben holen. Wir entwickeln eine Idee unserer Persönlichkeit, die nicht mehr als ein bloßes Konstrukt ist – unser Ego. Unser Umfeld zwängt uns in Rollen und wir sind gezwungen, zu schauspielern.
Ich sah mich immer als Klassenclown und irgendwann sahen auch die anderen mich so – auch, als ich schon längst keiner mehr sein wollte. Aber trotzdem zwang ich mich, immer dann einen dummen Spruch zu bringen, wenn die anderen einen dummen Spruch erwarteten – schließlich war das meine Aufgabe.
Die Angst überkommt uns, wenn wir daran denken, dieses Ich loszulassen. All die Statussymbole loszulassen, die uns definieren und unserem Umfeld zeigen, wer wir eigentlich sind. Genauso haften wir unseren Gedanken und Gefühlen an, die wir immer wieder so ernst nehmen, dass wir denken, wir seien unsere Gedanken und Gefühle. Doch wenn wir sie loslassen – wer oder was sind wir dann?

Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte. Wenn ich loslasse, was ich habe, bekomme ich, was ich brauche. (Lao Tse)

Unser „Ich“ und „mein“ loszulassen, fühlt sich erst mal an, als würden wir unsere Identität verlieren. Doch das einzige, was wir verlieren, ist eine Illusion; ein Trugbild. Vielmehr gewinnen wir dadurch, dass wir den Filter des Ichs ablegen und die Welt ohne all diese Vorbehalte sehen dürfen. Schau dich mal um – vielleicht sitzt du gerade daheim und siehst all die Sachen die dir gehören. Sind da welche bei, von denen du denkst, dass sie dich in irgendeiner Art und Weise definieren? Kommt Angst in dir hoch, wenn du dir vorstellst, dass diese Gegenstände nun weg wären?
So geht es mir zumindest, wenn ich mir meine Gitarren ansehe. Ich definiere mich schon in gewisser Hinsicht über sie und sie machen mich glücklich.

Wer wäre ich nun, wenn die Gitarren geklaut werden oder verbrennen? Ich wäre immer noch ich.
Klar, ich wäre traurig und sie würden mir fehlen. Aber im Grunde genommen ändert sich nichts. Und das ist das Band zwischen dem Ego und dem Loslassen und warum sich beides nicht vereinen lässt – mein Ego ist abhängig von den Gitarren und „stirbt“, wenn sie nicht mehr Teil meines Lebens sind. Ich mache mein Glück davon abhängig, diese Gitarren in meinem Leben zu haben. Und diese Abhängigkeit zu erkennen, das ist das Wichtige.
Die Gitarre kannst du durch alles ersetzen, was für dich diesen Platz einnimmt. Hobbygegenstände sind super dafür, aber auch Statussymbole, Glücksbringer oder Erbgegenstände. Dir bewusst zu werden, dass du dein Glück oder Wohlbefinden von diesen Dingen abhängig machst, nimmt den Gegenständen bereits die Macht. Ich fordere keineswegs dazu auf, diese Sachen wegzuschmeißen um sich frei zu machen –das ist nicht des Rätsels Lösung. Es ist schön, wenn diese Sachen dich glücklich machen. Aber dein Leben ist nicht vorbei, wenn sie verloren gehen. Und das könnte immer passieren – sei es durch Einbruch oder Wohnungsbrand. Spätestens im Moment des Todes bringen dir diese Gegenstände gar nichts mehr.

Also: Bewusstsein ist alles. Du bist mehr als die Gegenstände, über die dein Ego sich definieren möchte – lass einfach los.

Wie lasse ich wirklich los?
In den tiefsten, schmerzhaftesten Krisen wurde mir dauernd geraten, doch einfach loszulassen. Manchmal packte mich die Wut, so einen realitätsfremden Ratschlag zu bekommen, während ich in den schlimmsten Situationen gefangen war.
Tja, letztendlich war das Loslassen doch immer das Wichtigste in all meinen Krisen. Doch während man so mit sich selbst und seinen Gefühlen kämpft, ist „einfach loslassen“ ganz und gar nicht mehr einfach – aber möglich!

Woran klammerst du dich?
Es ist wichtig, dir zu aller erst bewusst zu werden, woran du dich eigentlich klammerst. Was hält dich zurück im Leben? Und wieso?
Was könnten Vor- und Nachteile deines Loslassens sein? Was kannst du gewinnen?

Lerne, das Leben anzunehmen wie es ist
Loslassen ist ein Synonym für Annehmen. Jede einzelne Situation im Leben anzunehmen ist schwer, doch mit jeder Situation, die du annimmst und akzeptierst, wächst du – und verstehst, dass das Leben nun einmal eigene Geschichten schreibt. Indem du bewusst darauf verzichtest, an deinen Träumen und Vorstellungen des „perfekten Lebens“ zu klammern, lässt du los und gewinnst Gelassenheit und Lebensfreude zurück – einfach, weil du bereit bist, das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Das soll nicht bedeuten, dass du aufhören sollst, deinen Lebensträumen zu folgen – manchmal gelangst du aber an einen Punkt, an dem du dir eingestehen solltest, dass es vorbei ist.

Beschäftige dich mit Minimalismus

Ich finde den Minimalismus als Lifestyle unheimlich interessant, denn man lernt unfassbar viel über sich selbst und das Leben im Allgemeinen dabei. Zwar bezieht er sich eher auf materielle Sachen, doch auch da spielen unsere Gefühle und Identifikationen mit den Dingen ja eine große Rolle. Bewusst zu entscheiden, was ich wirklich zum Leben brauche, ist ein spannender Prozess und führt bei mir immer wieder dazu, dass ich mit voller Freude ausmiste und die Sachen, die ich behalte, umso mehr zu schätzen weiß.
Eine gute Methode, um zu lernen, was man wirklich benötigt und zu sehen, warum man eigentlich an gewissen Dingen haftet.

Suche immer das Positive
Wenn es um vergangene Situationen oder Schicksalsschläge geht, hilft es enorm, das Positive im Geschehenen zu suchen. Manchmal dauert es lange, bis wir etwas finden – aber ich verspreche dir, es gibt etwas Positives! Schicksalsschläge stärken uns zum Beispiel oft oder lassen uns erkennen, wie wertvoll das Leben und die Menschen um uns herum sind – das erkannt zu haben sehe ich als äußerst positiv an.

Sei dankbar!

Dankbarkeit in deinen Alltag zu integrieren, ist das Beste was du machen kannst. Es gibt so viele Gelegenheiten im Alltag, in denen du dankbar sein kannst und je mehr du dich darauf konzentrierst, desto empfänglicher wirst du dafür. Loszulassen fällt deutlich einfacher, wenn man dankbar ist – denn dadurch nimmst du das Leben automatisch so an, wie es ist und machst dir bewusst, für wie viel im Leben man sich eigentlich freuen kann. Vielleicht helfen dir meine Denkanstöße, ein bisschen mehr loszulassen – vielleicht kennst du aber selbst ein paar gute Taktiken dafür, die anderen Menschen weiterhelfen können. Teil sie gerne mit uns!

Dein Chris

Erwarte nicht zu viel von diesem Beitrag

„Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen.“ (Ernst Ferstl)

Erwartungen durchziehen Dein ganzes Leben, zu jeder Zeit und in jedem Lebensbereich. Du erwartest, dass das Wetter sich an den Wetterbericht hält und Du einen sonnigen Urlaub haben wirst. Du erwartest, dass jeder in deinem Umkreis dir mit Respekt begegnet. Du erwartest, dass Du wenig Leid und viel Glück im Leben erfährst, niemals schlecht drauf bist und ein perfektes Leben führst. Fazit vorweg: Du erwartest zu viel.

Du machst dich abhängig von deinen Erwartungen, da Du nur zufrieden und glücklich bist, wenn sie auch eintreffen. Im Umkehrschluss lässt dich jede unerfüllte Erwartung enttäuscht zurück. Du stellst Erwartungen an etwas, weil Du denkst, Du hättest ein Recht darauf. Vor allem in Beziehungen kommt das Thema immer wieder auf und führt zu ernsthaften Problemen – so wünsche ich mir doch von meinem Partner, dass er mich glücklich macht, dass er meine Wunden aus der Kindheit heilt, mich gut fühlen lässt…
In Wahrheit wünsche ich mir das nicht. Ich sehe das als mein Recht an, ich erwarte das von meinem Partner. Doch kein Partner der Welt kann dieser Erwartung gerecht werden – es liegt ganz allein an mir.


„Habe Hoffnungen, aber niemals Erwartungen. Dann erlebst du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen.“

Keine Frage, Erwartungen helfen dir auch in gewisser Hinsicht, im Leben voranzukommen. Oft werden Erwartungen aber mit Zielen verwechselt, und das ist ein grundlegender Fehler!
Erwartungen lassen dich, wie der Name schon sagt, warten. Du wartest darauf, dass etwas eintritt, Du bist also passiv. Ziele hingegen lassen dich aktiv sein, denn Du arbeitest daran, dieses Ziel zu erfüllen.
Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel eine Party. Du kannst erwarten, dass Du dort mit Leuten ins Gespräch kommst, einen guten Abend haben und glücklich wieder ins Bett fallen wirst, sobald der Abend vorbei ist.
Du kannst aber auch das Ziel haben, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, kannst dir das Ziel setzen, einen guten Abend zu haben. Der Unterschied dabei ist, dass Du dich im zweiten Fall selbst dafür verantwortlich siehst, etwas aus dem Abend zu machen. Statt mit einem Drink in der Ecke zu stehen und auf die attraktive Frau zu warten, die dich anspricht, gehst Du selbst auf sie zu. Statt auf eine Tanzaufforderung zu warten, gehst Du einfach tanzen – irgendwer wird dann sowieso mittanzen.
Deshalb ist Selbstverantwortung eng mit den Erwartungen verknüpft – Du gibst deine Mündigkeit und Eigenverantwortung durch Erwartungen komplett ab. Außerdem gibst Du die Offenheit ab, die Du brauchst, um ein zufriedenes Leben zu führen. Erwartungen lassen dich voreingenommen sein. Du versteifst dich geradezu auf deine Erwartungen und lässt anderen Möglichkeiten gar keinen Platz in deinem Leben.

Stell dir vor, Du reist in ein fremdes Land. Mit im Gepäck sind Vorurteile und Halbwissen von Leuten, die eine Doku über das Land gesehen haben oder deren Bekannte einmal dort Urlaub gemacht haben. So erwartest Du bereits vor deiner Ankunft Menschen, denen du nicht vertrauen kannst, oberflächliche Menschen, unfreundliche Menschen. Du kannst diese Liste ewig fortführen. Der Punkt ist, dass Du deinen Fokus dann darauf lenkst, deine Erwartungshaltung zu bestätigen. Und Du wirst die Menschen finden, von denen Du glaubst, sie zu finden – jedes Land hat solche Menschen.
Deshalb erkundige ich mich vor Reisen gerne möglichst wenig über das Land oder die Leute – da ich so automatisch etwas unvoreingenommener bin. So ist man direkt offener für die freundlichen, gut gesinnten Bewohner eines Landes.
Das kann natürlich auch mal nach hinten losgehen, aber das wiederum ist meistens eine Geschichte, die man nach dem Urlaub mit einem Grinsen erzählen kann.

Das Leben so, wie es ist, annehmen zu können, ist eine wunderbare Fähigkeit, beinahe ein Talent. Es erfordert Übung, doch es macht wirklich alles leichter.
Annehmen heißt allerdings nicht, etwas gut zu heißen. Es heißt lediglich, die Situation zu akzeptieren, wie sie ist. Und genau so kannst Du die destruktive Wirkung von Erwartungen minimieren – indem Du dir bewusst machst, dass Erwartungen unsere subjektiven Wünsche sind, und dass wir auf deren Erfüllung keinerlei Anspruch haben. Das Leben ist meistens nicht so, wie wir es haben wollen, und egal wie unangenehm das Leben in dieser Hinsicht ist, wir müssen es erst annehmen, bevor wir etwas verändern können. Aber dich nur zu ärgern und an deinen Erwartungen festzuklammern, kostet Energie und Nerven.


Wie komme ich aus meiner Erwartungshaltung raus?

  1. Werde dir deiner Erwartungen bewusst
    Beobachte aufmerksam, wann Du in eine Erwartungshaltung gehst. Ist es vor dem Treffen mit einem Freund? Vor einer Party? Vor einem Kinobesuch?
    Wir befinden uns wirklich häufig in Erwartungshaltungen. Allein, uns bewusst zu werden, wann wir wieder in eine Erwartungshaltung rutschen, hilft uns, uns aus diesem Zwang zu lösen.
  2. Nehme das Leben an
    Übe dich darin, das Leben einfach so zu nehmen wie es kommt. Dir, sobald eine deiner Erwartungen nicht eingetroffen ist, einfach zu sagen: Schade. Aber so wie es ist, ist es eigentlich auch gut.
    Suche die guten Seiten der derzeitigen Situation – es gibt sie. Immer.
  3. Hoffnungen statt Erwartungen
    Formuliere deine Erwartungen einfach mal um. Statt zu erwarten, dass dein Freund dir einen Strauß Rosen mitbringt, hoffe einfach darauf. Natürlich kann es auch enttäuschend sein, wenn diese Hoffnung nicht erfüllt wird, aber glaub mir, es ist etwas anderes, als wenn jemand deine Erwartung übergeht.
  4. Wie fühlen sich fremde Erwartungen für dich an?
    Genauso wie Du Erwartungen an dein Umfeld hast, haben diese Menschen auch Erwartungen an dich. Der Chef erwartet von dir ein gepflegtes Äußeres, der beste Freund erwartet von dir, dass Du dich meldest und die Lehrer erwarten von dir, dass Du lernst. Üben diese Erwartungen einen Druck auf dich aus? Auf mich jedenfalls schon. Und bei manchen Erwartungen, die Leute an mich haben, merke ich, dass ich die weder erfüllen will, noch kann. Da komme ich oft ins Nachdenken – wie fühlen sich meine Erwartungen für andere Personen an? Macht es Sinn, diese Erwartungen an meine Mitmenschen zu stellen?
  5. Gestehe dir deine Selbstverantwortung zu
    Übernehme selbst die Verantwortung für dein Leben. So reduzierst Du automatisch den Einfluss, den Erwartungen auf dich haben. Du gehst die Sachen aktiv an und arbeitest dafür, statt darauf zu warten, dass das Leben dir diese Sachen schenkt. Dein Leben ist dein Leben und Du bist der- oder diejenige, die dafür eintritt.

„An einen Moment eine Erwartung zu stellen, führt dazu, dass man die Augen vor der Wahrheit verschließt.“

Ich bin keineswegs frei von Erwartungen. Das muss man auch gar nicht sein. Aber in den letzten Jahren habe ich für mich die oben genannten Möglichkeiten gefunden, um mir immer bewusster zu werden, welchen Einfluss Erwartungen auf mein Leben haben. Und mein Bewusstsein dafür wächst nach wie vor, ich leide immer weniger unter meinen Erwartungen, von denen sich die meisten ohnehin am Ende als Unsinn entpuppen.

Wenn Du noch ein paar gute Tipps kennst, wie man mit Erwartungen umgehen kann, melde dich doch einfach! Ich würde mich freuen 🙂

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris!

Was ich in meiner Fastenzeit gelernt habe

Nun liegt sie hinter mir, meine Fastenwoche. Es war eine unglaubliche Zeit, in der mir wirklich viel bewusst geworden ist.
Der Beitrag ist recht lang geworden – ich dachte, es wäre interessant, erstmal die einzelnen Tage zu besprechen um zu sehen, was sich täglich verändert hat und dann nochmal ein Fazit zu ziehen.

Falls du nochmal meinen Beitrag zur Vorbereitung meiner Fastenzeit lesen möchtest, findest du ihn hier.

Los geht’s 🙂

Tag 1
Als ich mit meiner Freundin am Frühstückstisch sitze, ohne etwas zu essen, wird mir bewusst, was ich eigentlich mache. Doch die Vorfreude auf die kommenden Tage siegt.
Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich diesmal eine Darmreinigung mit Hilfe von Glaubersalz vorgenommen, was gut geklappt hat und wohl auch der Hauptgrund dafür war, dass ich mich die Woche über gar nicht über Hunger beschweren konnte.
Es war quasi durchweg ein Appetit vorhanden, aber Hunger? Nein. Zum Glück nicht.

Tag 2
Der zweite Tag ist geprägt von einer inneren Unruhe, welche sich mit einer geistigen Klarheit abwechselt, die ich lange nicht mehr so erlebt habe.
Ich entwickle langsam wieder richtigen Bezug zu meinem Körper und es gelingt mir, aufsteigende Gefühle intensiv wahrzunehmen. Daran versuche ich mich schon lange und diese Gelegenheit ist perfekt, um in Ruhe zu fühlen, was alles da ist.

Ich nutze den Tag, um in die Bibliothek zu fahren und besorge mir einige Bücher über Ernährung und Bio-Kost. Mein Ziel ist es, nach dem Fasten wirklich viel an meiner Ernährung zu verändern. Das hat beim letzten Mal schon sehr gut bei meinem Fleischkonsum funktioniert, der seitdem wirklich extrem abgenommen hat.
Dieses Jahr möchte ich meinen Fokus darauf legen, dauerhaft eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse einzuführen. Bei Obst und Gemüse wird immer wieder zum Kauf von Bio-Produkten geraten und mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich nicht wirklich weiß, was eigentlich dahinter steckt.
Ich sehe meine Zukunft im Naturschutz, muss nun jedoch bemerken, wie wenig ich mich mit der Landwirtschaft beschäftigt habe, obwohl diese ein so großes Feld des Naturschutzes ausmacht. Ich merke, dass an dieser Stelle für mich starker Aufholbedarf besteht und ich meine Gedanken, dass mit Bio-Landbau die Welt zu retten ist, über Bord werfen sollte.

Eines Tages werde ich auch zu diesem Thema einen Beitrag verfassen.

Tag 3
An diesem Tag habe ich erstmals Kreislaufprobleme. Morgens mache ich es mir auf dem Sofa bequem und höre einfach mit geschlossenen Augen Musik. Nichts anderes.
Wann habe ich verlernt, Musik bewusst zu hören? Nicht einfach die Kopfhörer rein und mich in der Bahn berieseln lassen. Wirklich zuhören.

Die Meditationen dieser Tage bringen mich immer tiefer in meine Gefühlswelt hinein. Es fällt mir von Tag zu Tag leichter, meine Gefühle auf Körperebene wahrzunehmen und zu spüren, auch wenn ich immer noch viel Respekt davor habe, mich meinen Gefühlen zu stellen. Doch je mehr wir unseren Gefühlen und damit auch uns selbst ins Auge blicken, desto mehr erkennen wir uns selbst.
Ich merke, wie viel Angst noch in mir ist. Angst, ich selbst zu sein – denn das schaffe ich um ehrlich zu sein bis heute nur selten.
Warum nur verstellen wir uns immer wieder? Wir leben quasi das Leben eines anderen, eines erfundenen Menschen, wenn wir nicht wir selbst sind. Wir investieren Zeit und Energie darin, eine Person zu erfinden, die wir gar nicht sind.
Diese Gedanken überwältigen mich immer wieder.

Tag 4
Mein Körper wird von Tag für Tag weniger belastbar, geistig hingegen werde ich jeden Tag deutlich klarer und energiegeladener. Mein Geruchssinn nimmt stetig zu. In einem Cafe zu sitzen oder über den Markt zu schlendern wird zu einem einzigen Highlight. Ich empfinde wirkliche Ehrfurcht vor Nahrung.
Sie ist jederzeit verfügbar. Hunger kennt man in der westlichen Welt zum Großteil nicht mehr. Ich freue mich, diesen Respekt wieder fühlen zu dürfen. Der bewusste Verzicht auf etwas, was uns jeden Tag anlächelt und rund um die Uhr verfügbar ist, lässt uns einen Schritt zurücktreten.
Dankbarkeit für all das, was uns heute geboten wird, ist mehr als angebracht. Und so oft ich mich auch über Smartphones oder sonstige moderne Sachen beschwere, merke ich in dieser Zeit, wie gesegnet wir sind, in solch einer Welt leben zu dürfen.


Tag 5

Ich habe heute festgestellt, dass ich bereit bin, wieder Nahrung zu mir zu nehmen. Es ist kein Hunger, der an mir zerrt – viel mehr die pure Freude auf Nahrung und das Gefühl, meine Erfahrung gemacht zu haben.
Die Nacht habe ich jedoch eher schlecht verbracht. Ich hatte vor ein paar Monaten das sogenannte „Restless-Leg-Syndrom“, ein wirklich unangenehmes Kribbeln in Armen und Beinen, was mich jede Nacht um meinen Schlaf gebracht hat. In dieser Nacht spürte ich es das erste Mal seit langer Zeit und war besorgt, ob es wieder anfängt. Ich habe es nie ärzt-lich abklären lassen, kann also nicht sagen, ob es von der Psyche oder von Mangel-erscheinungen kam. Jedenfalls werde ich das weiter beobachten.

Ich habe meine Fastenzeit traditionell mit einem saftigen Apfel beendet. Nun heißt es, langsam die Ernährung wieder aufzubauen – und die guten Erfahrungen in den Alltag zu bringen.

Was wäre unser Leben ohne Pausen, bei denen wir erkennen können, wo wir uns eigentlich befinden?

Was werde ich aus dieser Reise mitnehmen?

Mir ist in den letzten Tagen so einiges bewusst geworden. Dank Coco habe ich meinen Fokus auf Ernährung gelegt und gemerkt, wie wichtig eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben ist. Das heißt nicht, dass ich für immer auf einen leckeren Burger verzichten möchte oder mich fest einer bestimmten Ernährungsweise anhafte – wenn dann bin ich wohl ein Flexitarier… 😉
Ich denke, wenn man auf gesunde Nahrung wert legt, kann man sich ohne Bedenken zwischendurch etwas gönnen.
Wie immer macht die Dosis das Gift – und Bewusstheit ist der Schlüssel.

Achtsamkeit und Bewusstsein

In den Phasen, in denen ich mir über mein Leben Gedanken mache, fällt mir das immer wieder auf: Bewusstsein und Achtsamkeit sind die Schlüssel zu wahrem Frieden.
Denn diese Themen beschäftigen sich mit der Art und Weise, wie wir unser Leben wahrnehmen. Sie lenken unseren Fokus auf die schönen Seiten, bieten aber auch Platz für die negativen Seiten, ohne diese zu verteufeln – denn unangenehme Gefühle gehören zum Leben dazu und verdienen es, wahrgenommen zu werden.
Egal, welche Bücher man liest: wenn es um die großen Fragen des Lebens geht, um die Bewältigung von Stress oder darum, seine Gefühle wieder zu spüren, geht es immer um Achtsamkeit, Yoga oder Meditation.
Die Wichtigkeit dieser Lebensweise ist mir wieder bewusst geworden.

Auf mein Körpergefühl hören

Ich habe gelernt, wieder mehr auf meinen Körper zu hören. Die Portionen des Fastenbrechens sind wirklich klein im Vergleich zu denen, die ich mir vor der Fastenzeit zubereitet habe – doch mein Körper sagt mir zur Zeit sehr zuverlässig, wann Schluss sein sollte. Ich kaue aber auch wieder langsamer und gründlicher – zwar muss ich mich immer wieder daran erinnern, aber auch das ist Achtsamkeit
Es ist einfach wichtig, dass wir lernen, auf unseren Körper zu hören. Er sagt uns, wann wir eine Pause brauchen, wann wir essen sollten und wann wir Energie geben können, auch wenn wir oft denken, dass dies die Aufgabe unseres Verstandes ist.
Ich habe in den vergangenen Tagen auch viel über meine Gefühlswelt gelernt und Sachen erkannt, die ich so noch nie wirklich wahrgenommen habe. Ich bin mir selbst einen ganzen Schritt nähergekommen und bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Nahrung ist nicht selbstverständlich

Und als abschließende Lektion: Nahrung ist nicht so selbstverständlich wie wir immer denken. Überall und jederzeit lässt sich ein Supermarkt finden, zu jeder Uhrzeit findet sich irgendwo ein Coffee to go und sobald das kleinste Hungergefühl aufkommt, können wir uns etwas aus dem Kühlschrank nehmen.
Wie selbstverständlich ich Nahrung empfinde, wurde mir erst durch das Fasten wieder bewusst. Dabei tut es so gut, den Duft von frischgebackenem Brot zu genießen und den Kaffee wert zu schätzen, statt ihn im Gehen auf dem Weg zum nächsten Termin runterzukippen.
Wir können einfach glücklich sein.

Mein Fazit

Alles in allem bin ich äußerst zufrieden mit dem diesjährigen Fasten. Ich konnte viel daraus mitnehmen und bin mir sicher, vieles davon dauerhaft in meinen Alltag integrieren zu können – manches hingegen wird vielleicht wieder zur alten Gewohnheit zurückfinden.
Mich gesund zu ernähren heißt nicht, dass ich von nun an nie mehr einen Burger oder einen Döner essen werde – ich bin mir ziemlich sicher, dass all das kein Problem ist, solange man ansonsten einer wirklich gesunden Ernährung folgt.
Aber in Zukunft möchte ich meine Ernährung so bewusst und gesund wie möglich gestalten und ihr einen wichtigeren Platz in meinem Leben einräumen.

Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: ich habe gleichzeitig mit dem Nahrungsverzicht auch beschlossen, bis Ostern erstmal auf Süßigkeiten zu verzichten. Dadurch klappt jetzt die Umstellung meiner Ernährung hinsichtlich mehr Obst und Gemüse viel besser, weil Obst in den Momenten, in denen ich Lust auf Süßes habe, genauso seinen Zweck erfüllt 😉

Wie läuft Deine Fastenzeit? Hast Du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder erlebst ganz andere Themen?
Ich würde gerne von Dir hören 🙂

Weiterhin viel Kraft!
Dein Chris

Warum ich 5 Tage auf feste Nahrung verzichte

Der März ist für mich eine ganz besondere Zeit. Die kalten Monate verblassen langsam, der Frühling zeigt sich und ein neues Lebensgefühl macht sich breit.
Vor zwei Jahren entdeckte ich in dieser Zeit das Fasten für mich. Angelehnt ist meine Methode an das Buchinger-Fasten: ich werde fünf Tage lang keine feste Nahrung zu mir nehmen.

Im ersten Moment fragst du dich wahrscheinlich: Warum?
Warum sollte ich auf mein Essen verzichten? Das kann doch nicht gesund sein.


Und ich frage mich: Warum nicht?
Im Grunde genommen ist der Mensch auf Hunger- und Fastenzeiten ausgelegt. Ich denke gern an den frühen Menschen zurück, der all sein Fleisch noch mühevoll jagen und zerlegen musste. Mit Sicherheit kam es dabei vor, dass es auch mal tagelang wenig oder gar nichts zu essen gab – und Fleisch kam eher selten auf den Teller. Im Gegensatz zu heute.


Gesundheitliche Aspekte des Heilfastens

Fasten dient der Ausscheidung, Entgiftung und Regeneration. Es werden also Selbstreinigungsprozesse im Körper angeregt. Die damit einhergehende Gewichtsabnahme ist für viele Leute ebenfalls ein großer Antrieb, auch wenn Fasten nicht wie eine Diät funktioniert. Vielmehr dient das Fasten dazu, Abstand zu seinem Alltag und auch seinen Essgewohnheiten nehmen zu können und eine neue Ernährung einzuführen.

Die Wissenschaft diskutiert energisch über das Thema Fasten. Viele Sachen, wie zum Beispiel die Anlagerung von Schlacke im Körper, sind bis heute nicht bewiesen. Ich habe nicht die tiefsten Kenntnisse in diesem Bereich und möchte an dieser Stelle auch gar nicht groß darauf eingehen. Ohnehin liest man auf jeder Seite unterschiedliche Sichtweisen zu dem Thema.
Fakt ist, dass ich für mich gemerkt habe, wie gut es mir tut, zu fasten. Einfach mal meinen Alltag von außen zu betrachten, Zeit für mich selbst zu haben und mir über grundlegende Themen meines Lebens bewusst zu werden.


Meine Intentionen

Die Fastenzeit ist für mich eine Zeit des Bewusstseins und der Achtsamkeit. Ich nehme mir eine Auszeit von allem und verzichte ganz bewusst. Man kann quasi alles fasten: Essen, Handy, Süßigkeiten, Rauschmittel, Masturbation, Medien, einfach alles.
Neben der Selbstdisziplin, die man entwickelt und sich auch selbst zeigt, ist es einfach wirklich interessant zu sehen, wie sich unser Alltag und wir selbst verändern, wenn diese Ablenkungen aus unserem Leben verschwinden.
Wenn wir auf die Bahn warten und nicht das Handy rausholen, um uns die Zeit zu vertreiben. Wenn wir nicht alles in uns reinstopfen, manchmal mehr aus Zwang als aus Drang. Wenn der Fernseher ausbleibt und wir gezwungen sind, uns mit unserer Persönlichkeit auseinander zu setzen.

Fasten ist eine Disziplin mit wirklich vielfältigen Auswirkungen. Der Hunger ist beim Nahrungsverzicht zum Beispiel nur ein kleines Übel – nach 2, spätestens 3 Tagen spüre ich in der Regel keinen Hunger mehr. Viel intensiver sind die Veränderungen auf psychischer Ebene. Selten habe ich solch eine geistige Klarheit erreicht wie in meiner Fastenzeit. Natürlich meditiere ich in dieser Woche sehr viel und beschäftige mich auch bewusst mit Themen und Baustellen, die ich schon lange mit mir herumschleppe. Sachen, für die es im hektischen Alltag einfach nicht genug Ruhe gibt.
Dadurch steht diese Fastenzeit wirklich für sich – eine ganz besondere Zeit im Jahr, in der ich mich nur mit mir selbst beschäftige, neue Dinge erfahre und mit alten Dingen abschließe. Ich denke viel über Ziele und Pläne nach und mache viel Musik.
Und was ich besonders gerne in dieser Zeit mache: alte Tagebücher lesen.

Mit dem Schreiben von Tagebüchern habe ich während meiner ersten Fastenzeit so richtig begonnen. Es war eher als Fastentagebuch geplant, um zu sehen, was sich verändert. Daraus wurde ein Projekt: 1 Jahr lang schrieb ich wirklich jeden einzelnen Tag ins Tagebuch und seitdem einfach nach Bedarf. Wenn viel passiert ist oder in meinem Kopf zu viel los ist.
Ein Tagebuch zu führen kann ich an dieser Stelle grundsätzlich empfehlen – es tut gut, vorbehaltlos alle Gedanken aufschreiben zu können. All das auf Papier zu sehen, nimmt den Themen oft das Gewicht und führt auch zu besser Lösungsfindung. Mir geht es definitiv besser damit – zumal ich mich auf den fernen Tag freue, an dem ich als alter Mann anfange, in diesen Büchern über meine Jugend nachzulesen und zu wissen, wo all das hingeführt hat.

Wie gehe ich vor?

Ich faste im Grunde nach der Buchinger-Methode, welche keine Nulldiät ist, sondern den Körper in dieser Zeit durch die Aufnahme von Brühe, Tee und Saft unterstützt.  
Die ersten zwei Tage sind Vorbereitungstage, in denen ich möglichst schonende und gesunde Kost zu mir nehme. Dann folgt eine Darmreinigung, welche ich bisher immer unterschätzt habe, die aber wirklich wichtig ist. Wird der Darm nämlich nicht gründlich entleert, bleiben Verdauungsrückstände im Darm und es beginnen Gärungsprozesse. Zudem hat der Darm so die Chance, sich vernünftig zu regenerieren und unterstützt das Immunsystem.
Zu große Anstrengungen vermeide ich. Bewegung an der frischen Luft ist definitiv wichtig, daraus soll aber kein Marathon zu werden. Ansonsten lese ich viel, schaue Dokus zu Themen, die mich schon lange interessieren und entspanne viel.

Und das ist es. Wer weiß, was dieses Jahr alles auf mich zu kommen wird. Ich weiß nur, dass mein erstes Heilfasten wirklich einiges in meinem Leben verändert hat.
Diesmal möchte ich wieder an einigen persönlichen Baustellen arbeiten und mich mit meiner Ernährung beschäftigen, die eine Generalüberholung wirklich nötig hat.
Nächste Woche teile ich mit euch meine Erfahrungen – vielleicht nutzt auch Du die Zeit um zu fasten und dir über einiges bewusst zu werden 🙂
Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen!

Hier findest du übrigens meinen abschließenden Beitrag zur Fastenzeit 🙂

Eine schöne Woche wünsche ich dir!

Dein Chris

Selbstverantwortung verändert dein Leben

Stell dir dein Leben als eine Reise mit dem Bus vor. Sei ehrlich zu dir: bist du der Fahrer und bestimmst, wo es hingeht oder sitzt du auf der Rückbank, starrst aus dem Fenster und beschwerst dich, weil der Bus nicht dahinfährt, wo du hin willst?
Ich bin sehr lange auf der Rückbank mitgefahren und bin mir sicher, dass sehr viele Leute so durch ihr Leben fahren. Die wenigsten Menschen nehmen die volle Verantwortung für ihr Leben auf sich – einfacher ist es, anderen die Verantwortung zu geben und ihnen die Schuld zu geben, wenn etwas schief läuft. Egal wo – auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Schlange an der Kasse – überall finden wir Schuldzuweisungen, wo keine sein müssten.

Bist du Opfer oder Gestalter?

Selbstverantwortung ist die Verpflichtung gegenüber mir selbst und meinem eigenen Gewissen. Ich stehe hinter meinen Normen und Werten und lebe nicht nach den Vorgaben anderer. Es ist die bewusste Entscheidung, mein Leben zu leben. Wenn ich mich dazu entscheide, all die Konsequenzen zu tragen, mich für mein Leben sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten zu verantworten und kein Opfer der Umstände mehr zu sein, dann gewinne ich Freiheit.
An dieser Stelle möchte ich das Opfer-Gestalter-Modell erwähnen, welches von Stephen R. Covey stammt. Die Opfer sind an dieser Stelle Menschen, die sich von ihren äußeren Umständen abhängig machen. Zum Beispiel sind sie unzufrieden mit der Arbeit, weil der Chef so anstrengend ist und nichts ändern möchte. Der Gestalter hingegen nimmt die äußeren Umstände nicht so erdrückend wahr und weiß, dass er selbst etwas verändern kann – so kann er ein Gespräch mit dem Chef suchen, statt einfach in der Unzufriedenheit zu verharren. Beide Rollen sehen die selbe Situation von zwei entgegengesetzten Seiten.
Der Gestalter hat durch seine Selbstverantwortung eine unglaubliche Macht über sein eigenes Leben, während das Opfer genau diese Macht an denjenigen abgibt, den es für sein Unglück verantwortlich macht.

Früher sorgten die Eltern für uns, heute ist das unsere Aufgabe

Ein klassisches Beispiel dafür kennt wohl jeder von uns – man gibt den Eltern immer wieder die Schuld für die eigene Situation. „Weil meine Eltern damals diese Fehler gemacht haben, bin ich jetzt so wie ich bin.“
Natürlich – die Kindheit prägt uns in all ihren Facetten. Viele von uns erleben unangenehme, teils traumatische Situationen in jungen Jahren und tragen diese unser ganzes Leben lang mit uns rum. Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass es absolut nicht schlimm oder schwach ist, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesen Themen aufzuräumen.
Aber es bleibt dabei, dass man im Erwachsenenalter selbst die Verantwortung dafür hat, mit seiner Kindheit Frieden zu schließen. Statt aus eigener Kraft daran zu arbeiten, die Fehler der Eltern zu verarbeiten, beschweren sich viele Menschen bis in ans Ende ihrer Tage und machen ihnen Vorwürfe. Dabei gibt man den Eltern so viel Macht und bleibt weiterhin abhängig von ihnen, statt das Kapitel als abgeschlossen zu betrachten.
Man ist nicht mehr das wehrlose Kind, was auf seine Eltern angewiesen ist und ohne sie nicht überleben kann. Man ist erwachsen und führt sein eigenes Leben.


Ich kann nicht
, ist eine Ausrede. Ich will nicht ist ehrlicher und fördert die Eigenverantwortung. (Christian Bischoff)

Seien wir ehrlich – Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut. Egal ob es für Projekte oder für sein eigenes Leben ist. Du bist derjenige, der mit den Konsequenzen leben muss. Du gibst all die kleinen Entschuldigungen auf und enttarnst dein „Ich kann nicht“ als ein „Ich will nicht“.
„Ich kann den Vortrag nicht halten“ wird zu „Ich will den Vortrag nicht halten, weil ich Angst habe, zu versagen und mich zu blamieren.“
Du entscheidest, ob dich der Kerl an der Supermarktkasse aufregt, weil er so langsam ist. Willst du ihm die Macht geben, dir den Tag zu vermiesen? Ist dir dieser fremde Mensch so wichtig?
Oder entscheidest du dich bewusst dafür, dich nicht aufzuregen? Das heißt nicht, dass du Gefühle unterdrücken sollst – du wirst aber bei andauernder Achtsamkeit merken, dass dich nicht dieser langsame Mensch, der rasende Autofahrer oder der laute Nachbar aufregt, sondern du dich selbst. Und sobald du einmal dieses Konstrukt durchschaut hast, wird diese Last von deinen Schultern fallen – jedes mal ein bisschen mehr.


Von dem Geld, dass wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu gefallen, die wir nicht mögen.

Die meisten Menschen führen ihr Leben in Wahrheit für andere Menschen. Sie (ver)kleiden sich, um irgendwelchen Leuten zu gefallen. Sie benehmen sich, versuchen normal zu sein, um auf keinen Fall aus der Reihe zu tanzen. Unterdrücken ihren wahren Charakter, ihre Verrücktheit und Kreativität, damit niemand etwas gegen sie sagen kann. Wie viele Männer und Frauen haben sich dafür entschieden, einen gewissen Job zu machen oder einen bestimmten Weg zu gehen, nur um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.
Wir alle sind nur für eine ganz bestimmte Zeit hier, die uns am Ende wahrscheinlich allen viel zu kurz vorkommen wird. Warum übernehmen wir nicht die Verantwortung für unser Leben und machen das, was uns gefällt? Laufen in den Klamotten rum, in denen wir uns wohlfühlen und machen den Beruf, der uns gefällt – auch wenn jeder sagt, dass es idiotisch ist. Wir sollten die kurze Zeit, die wir haben, zu einer guten Zeit machen. Und genau dafür brauchen wir Selbstverantwortung in unserem Leben!

Mehr Selbstverantwortung im Leben

Werde dir deiner Lebenssituation bewusst

Es ist wichtig, dir erst einmal bewusst zu werden, wie dein Leben gerade aussieht. Schau dir alle Bereiche deines Lebens an und sei ehrlich genug um dir einzugestehen, was schlecht läuft. Vielleicht ist es der Job oder die Art, wie deine Freunde mit dir umgehen. Es ist nicht schön, sich das einzugestehen, doch du wirst bei dieser Übung merken, in welchen Bereichen du Verantwortung zeigen musst. Das hat sehr viel mit Selbstliebe zu tun.

Ändere dein Reden, Denken und Handeln
Unsere Gedanken erzeugen unsere Realität. Sie sind es auch, die uns in die Opfer- oder Gestalterrolle pressen. Durch Achtsamkeitsübungen kannst du dir deiner (destruktiven) Gedanken bewusst werden und an ihnen arbeiten. „Ich muss arbeiten“, „Ich kann nicht tanzen“ und „Ich darf nicht träumen“ sind typische Sätze der Opferrolle. Diese im Alltag bewusst durch „Ich will arbeiten“, „Ich kann tanzen“ und „Ich darf träumen“ auszutauschen ändert mehr, als du im ersten Moment erwartest.

Lebe nach deinen eigenen Werten
Dieser Punkt hat sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Ich kenne es von mir nur zu gut, dass ich mich dauernd verstelle und zu manchen Anteilen meiner Persönlichkeit nicht stehen möchte, aus Angst, dass andere Leute mich dafür verurteilen. Stell dir den Jungen vor, der für sein Leben gerne Ballett tanzen würde, aber sich aus Gesellschaftszwängen nicht traut. Ich hatte das lange Zeit, wenn es um meinen Musikgeschmack ging und noch extremer war es, wenn es um das Thema Spiritualität ging – ich hatte oft das Gefühl, dadurch als Esoteriker oder als komischen Kerl abgestempelt zu werden. Aber hey, ich bin ein komischer Kerl und mittlerweile bin ich wirklich stolz darauf.
Sprich als Übung deine eigene Meinung aus, wann immer es sich anbietet. Stehe hinter dem was du tust. Die Menschen blicken zu Leuten auf, die zu ihren eigenen Werten stehen.

Keine Angst vor Fehlern
Selbstverantwortung bringt durch die Entscheidungen die man trifft, Konsequenzen mit sich. Habe den Mut, diese Konsequenzen zu tragen und mit den Fehlern, die du machst, zu leben. Fehler zu machen ist menschlich und gehört zum Leben dazu – sie bringen dich voran. Es hilft auch, dir vor Augen zu führen, wie schlimm die bisherigen Fehler deines Lebens rückblickend wirklich waren. Oft zeigt sich, dass die schlimmen Fehler in Wahrheit nur ein Teil des Weges waren.

Bewege dich in kleinen Schritten
Setze dir zu Beginn kleine Ziele in den Bereichen deines Lebens, die sich schnell und einfach verändern lassen. Zieh einfach mal deine Lieblingsjeans an, auch wenn sie nicht perfekt sitzt. Trink auf der nächsten Feier einfach mal keinen Alkohol, wenn du merkst, dass du eigentlich gar nicht willst oder dass es dir nicht gut tut. Vielleicht werden die Leute gar nicht so viel dazu sagen, wie du dir ausmalst – oder aber du merkst, dass du es schaffst, darüber zu stehen! Du wirst definitiv merken, wie sehr du dein Leben beeinflussen kannst und rutscht in eine positive Spirale, die dir noch mehr Kraft und Vertrauen für die kommenden Veränderungen geben wird.


Wenn du dich weigerst, die Verantwortung für deine Niederlagen zu übernehmen, wirst du auch nicht für deine Siege verantwortlich sein. (Antoine de Saint-Exupéry)

Du hast die Wahl. Sei ein Gestalter und nimm dein Leben in die Hand. Es liegt in deiner Verantwortung.
Danke fürs Lesen!

Dein Chris!