Mein Fernstudium und ich

Hallo ihr Lieben!

Es ist Sonntag und es hat sich bei uns so eingebürgert, dass Sonntags meine Beiträge kommen, Donnerstags lädt Chris seine Beiträge hoch. Und da unser Blog nun seit knapp drei Monaten online ist, finde ich, es ist an der Zeit, euch etwas mehr über mich zu erzählen als man im „Über uns“ lesen kann.

Unseren Blognamen ‚Geschwistergedanken‘ haben wir damals bewusst so gewählt, dass man zum Einen erkennt, dass Chris und ich diesen Blog gemeinsam als Geschwister betreiben, und zum Anderen, dass es uns offen steht, über alle möglichen Themen zu schreiben, die uns beschäftigen und interessieren. Mittlerweile haben wir ja bereits die Kategorie Gesundheit eröffnet und sicherlich werden noch weitere Kategorien zu diversen Themen folgen. Doch das Thema Gesundheit ist eines, das mich seit ein paar Jahren immer stärker und intensiver beschäftigt. Im vergangenen Jahr habe ich neben meinem Vollzeitjob als Assistentin eine Fernstudium zur Fachberaterin für holistische Gesundheit bei der Akademie der Naturheilkunde begonnen. Hier wird der Mensch und seine Gesundheit ganzheitlich – also im Zusammenspiel von Körper und Geist – betrachtet. Das Studium füllt mich total aus und ich glaube, ich habe damit so etwas wie meine Berufung gefunden. Aber wie kam es dazu?

Bis zum Jahr 2015 war mir das Thema eher fremd. Wenn ich krank war, ging ich zum Arzt, nahm die mir verschriebenen Medikamente ein und hoffte auf baldige Genesung. Meine Ernährung würde ich als „Standard“ bezeichnen. Ich verzichtete auf nichts, besonders liebte ich Milchprodukte und Süßes. Alkohol habe ich, wenn ich ehrlich bin, auch ziemlich gerne getrunken. Und natürlich gab es öfter auch mal eine Pizza, einen Döner oder Currywurst mit Pommes. Standard halt. Kochen war nicht so mein Ding. Wenn ich auch hier ehrlich bin kann ich sagen: ich konnte nicht kochen. Für mich bedeutete frisch kochen damals, eine Maggitüte aufzureißen und mich exakt an Anleitung auf der Verpackung zu halten.

Ich hatte seit meiner Jugend teils starke Hautprobleme. Seit meinem 13. Lebensjahr leide ich am sogenannten Seborrhoischen Ekzem und bis ca. 2017 litt ich unter starken Pickeln im Kinnbereich und sehr fettiger Haut, diagnostiziert wurde das später als Erwachsenen-akne.

Doch die Jahre 2015 – 2017 änderten alles.

Erstmals erkannte ich in 2015 den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit und konnte so meine Akne heilen (hierzu berichte ich vielleicht an anderer Stelle demnächst mehr, falls ihr Interesse habt). An der Heilung meines Ekzems arbeite ich noch…

Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel. Hippokrates

Was aber noch mehr in meinem Leben (und wahrscheinlich auch im Leben meines Bruders Chris) veränderte, war die schwere Krankheit unserer Mutter im gleichen Jahr. Ganz plötzlich und unerwartet erhielten wir die Diagnose, dass sie an einem Aneurysma im Kopf litt. Sie musste schnellstmöglich operiert werden und hätte ich sie nur wenig später ins Krankenhaus gebracht, hätte sie laut den Ärzten vermutlich nicht überlebt. Nach der Operation lag sie mehrere Wochen im Koma und die Ärzte vermuteten, dass sie wenn sie aufwacht, zu einem Pflegefall werden würde. Es war eine schreckliche Zeit und ich merke beim Schreiben dieses Beitrags, wie schwer es mir auch heute noch fällt, darüber zu schreiben oder auch nur daran zu denken. Doch wir hatten unglaubliches Glück. Sie wachte wieder auf und ist kein Pflegefall geworden. Es dauerte zwar eine ganze Weile, doch sie hat sich ins Leben zurückgekämpft. Wir sind unglaublich stolz auf sie! Leider ist ihre Gesundheit seitdem nicht mehr das, was sie einmal war und sie erhielt im Jahr 2017 eine weitere schlimme Diagnose. Ihr geht es heute den Umständen entsprechend gut.

Das alles hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ist man als Mensch wirklich ein Opfer der Umstände und bekommt Krankheiten „einfach so“? Kann man gar nichts tun um sich vor Krankheiten zu schützen? Muss man sich blind auf Ärzte verlassen? Gibt es auch natürliche Mittel oder muss es immer gleich die Chemiekeule sein? Und inwieweit hängen Ernährung und Gesundheit wirklich miteinander zusammen? Es muss doch einen Grund dafür geben, dass fast niemand mehr vor Krankheiten wie Krebs oder Demenz im Alter verschont bleibt?

Mein Interesse am Thema Gesundheit und vor allem der Gesundheitserhaltung war also geweckt. Ich recherchierte extrem viel und veränderte nach und nach auch viele Dinge in meinem eigenen Leben. Ich stellte meine gesamte Ernährung schrittweise zu Clean Eating um, treibe viel regelmäßiger Sport als früher und gehe mit mir selbst und meinen Bedürfnissen ganz anders um (ich kenne mich heute viel besser und kann langsam auch dazu stehen, dass ich hochsensibel bin). Und im Gegensatz zu damals ist gesundes Kochen und Backen eine totale Leidenschaft von mir geworden.

Im Zuge dieser „Verwandlung“ nahm ich an einigen Online Coachings von Kristin Woltmann (die wunderbare Frau hinter dem bekannten Blog Eat Train Love) teil. In einem davon ging es darum, seine persönliche Berufung zu finden. Mein Job ist zwar in Ordnung, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Assistentin zu sein wäre meine Berufung. In verschiedenen Übungen hat Kristin uns Teilnehmer auf recht spielerische Art und Weise dazu gebracht, mal wieder darüber nachzudenken, was wir als Kind gern gemacht haben, welche versteckten Talente wir besitzen und welche Wünsche und Ideen wir in uns tragen, aber nicht ausleben. Am Ende war bei mir eine ziemlich lange Liste entstanden, auf der u.A. auch stand, dass ich gerne einen Blog eröffnen würde sowie der Wunsch, anderen Menschen die Zusammenhänge zwischen gesunder Ernährung und Gesundheit näher zu bringen, denn ich glaube, dieser Zusammenhang und vor allem seine wirklichen Ausmaße ist vielen Menschen nicht klar. Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich mir erlaubt habe, solche Ideen und Vorstellungen erst aufzuschreiben und dann sogar laut auszusprechen. Und irgendwie ging dann alles ganz schnell. Jedenfalls danke ich Kristin Woltmann sehr dafür!

Wenige Wochen später nämlich – im November 2018  – beschloss ich dann, die Fernausbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit bei der Akademie der Naturheilkunde zu beginnen. Ich bin somit gerade mittendrin und für mich sind diese Themen tatsächlich spannender als jeder Krimi. Ich weiß noch nicht, wo es für mich nach dem Ende der Ausbildung (voraussichtlich im Frühjahr 2020)  hingehen wird. Ob ich dieses Wissen für mich und meine Familie und Freunde nutzen werde oder ob ich beruflich vielleicht auch irgendwann in die Richtung gehen werde. Aber sicherlich wird sich in Zukunft hier auf dem Blog auch der eine oder andere Artikel zu dem Thema finden, sodass ihr auch etwas davon habt 🙂

Fragen zu der Ausbildung beantworte ich jederzeit gerne!

Ich hoffe, dieser kleine private Einblick hat euch gefallen, denn ich muss gestehen, es war gar nicht so leicht für mich, das alles in Worte zu fassen.

Alles Liebe, eure Coco

Warum ich 5 Tage auf feste Nahrung verzichte

Der März ist für mich eine ganz besondere Zeit. Die kalten Monate verblassen langsam, der Frühling zeigt sich und ein neues Lebensgefühl macht sich breit.
Vor zwei Jahren entdeckte ich in dieser Zeit das Fasten für mich. Angelehnt ist meine Methode an das Buchinger-Fasten: ich werde fünf Tage lang keine feste Nahrung zu mir nehmen.

Im ersten Moment fragst du dich wahrscheinlich: Warum?
Warum sollte ich auf mein Essen verzichten? Das kann doch nicht gesund sein.


Und ich frage mich: Warum nicht?
Im Grunde genommen ist der Mensch auf Hunger- und Fastenzeiten ausgelegt. Ich denke gern an den frühen Menschen zurück, der all sein Fleisch noch mühevoll jagen und zerlegen musste. Mit Sicherheit kam es dabei vor, dass es auch mal tagelang wenig oder gar nichts zu essen gab – und Fleisch kam eher selten auf den Teller. Im Gegensatz zu heute.


Gesundheitliche Aspekte des Heilfastens

Fasten dient der Ausscheidung, Entgiftung und Regeneration. Es werden also Selbstreinigungsprozesse im Körper angeregt. Die damit einhergehende Gewichtsabnahme ist für viele Leute ebenfalls ein großer Antrieb, auch wenn Fasten nicht wie eine Diät funktioniert. Vielmehr dient das Fasten dazu, Abstand zu seinem Alltag und auch seinen Essgewohnheiten nehmen zu können und eine neue Ernährung einzuführen.

Die Wissenschaft diskutiert energisch über das Thema Fasten. Viele Sachen, wie zum Beispiel die Anlagerung von Schlacke im Körper, sind bis heute nicht bewiesen. Ich habe nicht die tiefsten Kenntnisse in diesem Bereich und möchte an dieser Stelle auch gar nicht groß darauf eingehen. Ohnehin liest man auf jeder Seite unterschiedliche Sichtweisen zu dem Thema.
Fakt ist, dass ich für mich gemerkt habe, wie gut es mir tut, zu fasten. Einfach mal meinen Alltag von außen zu betrachten, Zeit für mich selbst zu haben und mir über grundlegende Themen meines Lebens bewusst zu werden.


Meine Intentionen

Die Fastenzeit ist für mich eine Zeit des Bewusstseins und der Achtsamkeit. Ich nehme mir eine Auszeit von allem und verzichte ganz bewusst. Man kann quasi alles fasten: Essen, Handy, Süßigkeiten, Rauschmittel, Masturbation, Medien, einfach alles.
Neben der Selbstdisziplin, die man entwickelt und sich auch selbst zeigt, ist es einfach wirklich interessant zu sehen, wie sich unser Alltag und wir selbst verändern, wenn diese Ablenkungen aus unserem Leben verschwinden.
Wenn wir auf die Bahn warten und nicht das Handy rausholen, um uns die Zeit zu vertreiben. Wenn wir nicht alles in uns reinstopfen, manchmal mehr aus Zwang als aus Drang. Wenn der Fernseher ausbleibt und wir gezwungen sind, uns mit unserer Persönlichkeit auseinander zu setzen.

Fasten ist eine Disziplin mit wirklich vielfältigen Auswirkungen. Der Hunger ist beim Nahrungsverzicht zum Beispiel nur ein kleines Übel – nach 2, spätestens 3 Tagen spüre ich in der Regel keinen Hunger mehr. Viel intensiver sind die Veränderungen auf psychischer Ebene. Selten habe ich solch eine geistige Klarheit erreicht wie in meiner Fastenzeit. Natürlich meditiere ich in dieser Woche sehr viel und beschäftige mich auch bewusst mit Themen und Baustellen, die ich schon lange mit mir herumschleppe. Sachen, für die es im hektischen Alltag einfach nicht genug Ruhe gibt.
Dadurch steht diese Fastenzeit wirklich für sich – eine ganz besondere Zeit im Jahr, in der ich mich nur mit mir selbst beschäftige, neue Dinge erfahre und mit alten Dingen abschließe. Ich denke viel über Ziele und Pläne nach und mache viel Musik.
Und was ich besonders gerne in dieser Zeit mache: alte Tagebücher lesen.

Mit dem Schreiben von Tagebüchern habe ich während meiner ersten Fastenzeit so richtig begonnen. Es war eher als Fastentagebuch geplant, um zu sehen, was sich verändert. Daraus wurde ein Projekt: 1 Jahr lang schrieb ich wirklich jeden einzelnen Tag ins Tagebuch und seitdem einfach nach Bedarf. Wenn viel passiert ist oder in meinem Kopf zu viel los ist.
Ein Tagebuch zu führen kann ich an dieser Stelle grundsätzlich empfehlen – es tut gut, vorbehaltlos alle Gedanken aufschreiben zu können. All das auf Papier zu sehen, nimmt den Themen oft das Gewicht und führt auch zu besser Lösungsfindung. Mir geht es definitiv besser damit – zumal ich mich auf den fernen Tag freue, an dem ich als alter Mann anfange, in diesen Büchern über meine Jugend nachzulesen und zu wissen, wo all das hingeführt hat.

Wie gehe ich vor?

Ich faste im Grunde nach der Buchinger-Methode, welche keine Nulldiät ist, sondern den Körper in dieser Zeit durch die Aufnahme von Brühe, Tee und Saft unterstützt.  
Die ersten zwei Tage sind Vorbereitungstage, in denen ich möglichst schonende und gesunde Kost zu mir nehme. Dann folgt eine Darmreinigung, welche ich bisher immer unterschätzt habe, die aber wirklich wichtig ist. Wird der Darm nämlich nicht gründlich entleert, bleiben Verdauungsrückstände im Darm und es beginnen Gärungsprozesse. Zudem hat der Darm so die Chance, sich vernünftig zu regenerieren und unterstützt das Immunsystem.
Zu große Anstrengungen vermeide ich. Bewegung an der frischen Luft ist definitiv wichtig, daraus soll aber kein Marathon zu werden. Ansonsten lese ich viel, schaue Dokus zu Themen, die mich schon lange interessieren und entspanne viel.

Und das ist es. Wer weiß, was dieses Jahr alles auf mich zu kommen wird. Ich weiß nur, dass mein erstes Heilfasten wirklich einiges in meinem Leben verändert hat.
Diesmal möchte ich wieder an einigen persönlichen Baustellen arbeiten und mich mit meiner Ernährung beschäftigen, die eine Generalüberholung wirklich nötig hat.
Nächste Woche teile ich mit euch meine Erfahrungen – vielleicht nutzt auch Du die Zeit um zu fasten und dir über einiges bewusst zu werden 🙂
Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen!

Hier findest du übrigens meinen abschließenden Beitrag zur Fastenzeit 🙂

Eine schöne Woche wünsche ich dir!

Dein Chris