Dankbarkeit macht glücklich

Vielen Dank, dass Du heute wieder auf unseren Blog gestoßen bist.

„Oh nein, nicht schon wieder ein Beitrag über Dankbarkeit. Davon gibt es schon so viele im Netz.“ – vielleicht denkst Du das gerade. Und ja, an jeder Ecke spricht man von Dankbarkeit. Wie wichtig sie für ein erfülltes Leben ist und wie glücklich Dankbarkeit machen kann.
Aber meiner Meinung nach wird noch immer nicht genug darüber gesprochen, denn ich kenne so viele Menschen, denen es nicht gelingt, Dankbarkeit in ihrem Leben zu empfinden. All die kleinen Dinge sind für sie wertlos; sie legen ihren Fokus auf das Negative in ihrem Leben oder wollen immer das haben, was sie nicht haben können.

Ja, wieder ein Beitrag über Dankbarkeit. In der Hoffnung, dass das Thema wieder ein paar Menschen mehr trifft – vielleicht auch Dich!

„Glück ist nicht, die ganze Zeit das zu bekommen, was man will. Es ist das zu lieben, was Du hast und dankbar dafür zu sein.“

Wenn alles gut läuft, wir uns in einer glücklichen Beziehung befinden oder endlich den Job haben, von dem wir solange geträumt haben, empfinden wir meistens ganz von alleine Dankbarkeit. In diesen Phasen scheint sowieso alles zu laufen und wir sind zufrieden mit dem Leben, wie es ist.
Knifflig wird es, wenn das Leben nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Wenn wir durch schmerzhafte Phasen gehen. Unsere glückliche Beziehung bricht entzwei, wir verlieren unseren Traumjob und unsere Tage sind vom Pech verfolgt.
Glaub mir – ich kann verstehen, wie schwer es fallen kann, in diesen Zeiten Dankbarkeit zu empfinden. Ich glaube an die Sachen, die ich auf diesem Blog vermitteln möchte, doch ich merke auch jedes mal selbst, dass die gut gemeinten Tipps wertlos erscheinen, wenn wir in einer wirklich schlimmen Phase unseres Lebens stecken.

Doch gerade in diesen schlimmen Phasen können wir dankbar sein. Meistens merken wir es erst später, wenn wir auf diese Zeit unseres Lebens zurückblicken und wir merken, dass wir durch diese harte Zeit erst der Mensch geworden sind, der wir nun eben sind.
Freundschaften, in denen man gemeinsam durch harte Zeiten geht, sind im Anschluss meist noch viel tiefgehender. Ist das etwa kein Grund für Dankbarkeit?
In erster Linie sind all die Sachen, die uns widerfahren Erfahrungen. Ich möchte sie nicht in gut und schlecht einteilen – eher in angenehm und unangenehm. Und Erfahrungen sind zum Lernen da – wir lernen sowohl aus den angenehmen Erfahrungen, als auch aus den unangenehmen. Wobei wir aus den unangenehmen Erfahrungen wahrscheinlich noch mehr lernen können…

Diese Erfahrungen machen uns zu den Charakteren, die wir nun mal sind. Sie zeigen uns das Leben aus einer anderen Perspektive, eine Perspektive die auch wehtun kann. Aber warum nicht dankbar dafür sein?
Stell dir vor, eines Tages bist Du Vater oder Mutter. Dein Kind ist in einem Alter, in dem es die ersten Erfahrungen mit der Liebe macht. Wie hilfst Du deinem Kind, wenn es Liebeskummer hat, Du diesen aber selbst nie erfahren hast? Vielleicht lief bei dir alles glatt und du wurdest nie verlassen – und das ist toll! Doch in diesem Moment wäre ich dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben, um verstehen zu können, was in meinem Kind passiert. Wirklich helfen kann man dabei nicht, am Ende muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Aber zu wissen, dass man nicht allein ist – vielleicht hilft das.

Wenn etwas schief läuft, nimm dir Zeit um zu spüren, was alles gut läuft.

Ich halte nicht viel von Vergleichen, denn in den meisten Fällen lassen sie uns schlecht fühlen. Wir vergleichen uns mit dem Nachbarn, der ein neues Auto fährt. Mit anderen Studenten, die viel weniger lernen als wir und viel bessere Noten schreiben. Mit Arbeitskollegen, die mehr verdienen. Mit Menschen, die weniger wiegen als wir oder aus irgendeinem Grund hübscher aussehen sollen als wir.
Diese Vergleiche ziehen uns runter und halten uns definitiv davon ab, eine gewisse Zufriedenheit zu erreichen. Doch es gibt auch Vergleiche, die uns eben dankbar machen.
Denn es könnte eben wirklich schlimmer sein – immer. Uns geht es häufig schlecht und die Themen die uns beschäftigen, sind oft wirklich schlimm und bedrückend. Doch dabei verlieren wir oft aus den Augen, was eigentlich alles gut läuft.
Allein unser hoher Lebensstandard in der westlichen Welt lässt fast nur noch Luxusprobleme zu. Wir grübeln über Sachen, die uns niemals interessieren würden, wenn wir für uns und unsere Familie täglich ums Überleben kämpfen müssten. Wir ärgern uns dauernd über unsere Eltern während andere ihre bereits verloren haben oder sie krank sind.
Wir selbst wissen unsere Gesundheit meist nicht zu schätzen, bis wir krank werden.
Wir können sehen, sprechen und hören. Viele Menschen können nicht einmal das – doch für uns ist es selbstverständlich, die Welt jeden Tag zu sehen. Und die Menschen, die wir lieben.
Unsere Lieblingssongs zu hören. Und uns mitteilen zu können.
Wir streben einfach immer nach mehr und vergessen dabei zu häufig, was wir schon längst haben.

Dankbarkeit ist ein effektiver Schlüssel gegen Selbstverständlichkeit

Im Alltag kannst Du immer wieder bewusst Dankbarkeit praktizieren. Das passende Stichwort dazu ist Achtsamkeit. Je mehr ich mich selbst mit all den Themen des Blogs beschäftige, desto öfter merke ich, dass Achtsamkeit der Kern jeden Themas ist. Mittlerweile glaube ich, dass Achtsamkeit ein sehr starkes Fundament für ein glückliches und erfülltes Leben ist.
Im Folgenden möchte ich dir ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie Du mehr Dankbarkeit in dein Leben holen kannst.

  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch
    Das ist die wohl effektivste Maßnahme, die ich selbst gerne mache. Schreibe jeden Abend 5 Dinge auf, für die Du dankbar bist. Vielleicht sind dir diese Dinge am Tag passiert, zum Beispiel hat jemand etwas aufgehoben, was Du hast fallen lassen oder jemand konnte dir Geld für den Parkautomaten wechseln. Vielleicht bist Du aber auch einfach dankbar für deine Gesundheit und deine Familie, für deine Wohnsituation und die Möglichkeit, dich generell entfalten zu können.
    Am Anfang ist es vielleicht schwer, aber wenn Du dich wirklich täglich hinsetzt, sprudeln die Dinge für die Du dankbar sein kannst, nur so aus dir heraus. Und die meisten werden Sachen sein, die Du zuvor für selbstverständlich gehalten hast.
  • Bringe mehr Achtsamkeit und Meditation in dein Leben
    Dadurch entschleunigen wir unseren stressigen Alltag und werden im Alltag automatisch offener für die kleinen Dinge. Achtsamkeit bedeutet nichts anderes, als voll und ganz im Moment zu leben. Wir spüren automatisch tiefe Dankbarkeit, wenn wir voll und ganz ins Hier und Jetzt eintauchen und unser Leben wirklich wahrnehmen. Diese Momente sind selten, da wir meistens immer mit irgendwelchen Sachen beschäftigt sind, die ja so unfassbar wichtig sind.
    Meistens sind sie das nicht. Nimm dir mehr Momente für dich – umso mehr Kraft hast Du nachher, diese Sachen zu erledigen. Und 10 Minuten am Tag für sich selbst hat jeder Mensch.
  • Zeige Dankbarkeit
    Anfangs mag es ungewohnt sein, doch wenn Du deinen Freunden und Mitmenschen öfter mal Komplimente machst und ihnen zeigst, wie dankbar Du dafür bist, sie an deiner Seite zu haben, wird es dich selbst glücklich machen – denn so machst Du dir selbst bewusst, wie viel Glück Du eigentlich hast.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ – Francis Bacon

Bereits in meinem Beitrag zu Introversion habe ich darüber geschrieben, wie unglücklich mich meine vielen Eigenschaften gemacht haben. Meine ruhige Art, meine Vorliebe fürs Alleinsein oder meine vielen Gedanken – ich konnte mich für all diese Eigenschaften einfach nicht mögen. Sie haben mich gestört, dabei sind sie Teil meines Wesens.
Irgendwann konnte ich sie aus einem anderen Blickwinkel betrachten und sie als Stärke empfinden. Ich konnte plötzlich Dankbarkeit für diese Eigenschaften empfinden. Und diese Dankbarkeit führte dazu, dass ich mich dafür nicht mehr rechtfertigen musste. Ich wurde gelassener und glücklicher.

Egal, wie schwer unser Leben auch ist – ich bin mir sicher, dass wir immer etwas finden können, wofür wir dankbar sind.
Manchmal müssen wir etwas länger suchen, doch im Dunkeln sieht man auch nicht immer alles.

Bist Du dankbar für die Dinge in deinem Leben oder fällt es dir schwer, Dankbarkeit zu empfinden? Schreib gerne einen Kommentar 🙂

Dein Chris!

Die Stärken der Introversion

Heute möchte ich gerne mit Dir über ein Thema sprechen, das mich mein ganzes Leben lang schon begleitet: es geht um meine Introvertiertheit.

Ich bin absolut nicht allein damit – laut Studien nehmen Forscher an, dass ein Drittel bis die Hälfte der Weltbevölkerung introvertiert veranlagt ist – doch ich habe mich viele Jahre lang alleine gefühlt. Vielleicht kennst Du es ja – schon in der Kindheit wird man in Schubladen gesteckt, weil man eben so ruhig ist und Probleme damit hat, an größeren Gruppen teilzunehmen und zu sprechen. Ich war schon immer sehr gerne für mich alleine, konnte spielen ohne dass mir langweilig wurde, habe sehr viel nachgedacht oder in meiner eigenen Fantasiewelt gelebt.
Nach und nach hatte ich dann das Gefühl, als sei das nicht richtig.
Als sei ich anders.
Als sei ich falsch.

Mit diesem Denken habe ich mir mein Leben viele Jahre lang sehr schwer gemacht. Dadurch, dass ich mich selbst als komisch und falsch wahrnahm, benahm ich mich automatisch auch komisch, weil ich mich in Gesellschaft absolut unwohl fühlte – ich dachte ja, die anderen finden mich auch komisch. Meine Gedanken und meine Wahrnehmung limitierten mich. Es ist ein Teufelskreis.
Rückblickend merke ich, dass ich im Laufe der Jahre immer stiller wurde, irgendwann auch Angst hatte, zu sprechen und einfach das Gefühl hatte, dass auf dieser Welt kein Platz für mich sei. Neue Leute kennenzulernen war ein Kraftakt und vor allem das Small Talk-geprägte Kennenlernen hat mich immer dermaßen genervt, weil ich diese Oberflächlichkeit nicht verstehen konnte. Lieber sprach ich mit niemandem, als leere Worte auszutauschen. Generell reichten mir daher wenige, tiefgehende Freundschaften statt einen Haufen Leute zu kennen, mit denen ich jedoch nie in Tiefgang kommen würde.

Vielleicht erkennst Du dich gerade wieder – wenn ich mir all das ansehe, erkenne ich deutlich die „Symptome“ eines introvertierten Menschen. In meinem FÖJ entdeckte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Artikel über Introversion. Dieser Moment hat mein ganzes Leben verändert – wirklich!

Plötzlich war ich nicht mehr „anders“ oder „abnormal“. Plötzlich hatte ich viel weniger Probleme, als ich mir seit meiner Kindheit eingeredet habe. Ich konnte meine Schwächen plötzlich als meine Stärken sehen und mir eingestehen, dass ich bin wer ich bin und dass es okay ist, zu sein, wie ich bin. Das war eine unglaubliche Erfahrung.
An dieser Stelle erkläre ich Dir mal, was genau es mit Introversion und Extroversion auf sich hat.

Die Unterschiede zwischen introvertierten und extrovertierten Menschen

Carl Gustav Jung hat in den 1920er Jahren erstmals die Begriffe Introversion und Extroversion als zwei Extremwerte einer Skala eingeführt, die die grundlegende Wesensart eines Menschen beschreiben sollte.
Dabei erkannte er, dass introvertierte Menschen ihre Aufmerksamkeit mehr nach innen richten, während extrovertierte Menschen sehr nach außen hin orientiert sind.
In der späteren Forschung stellte man fest, dass diese Einteilung damit zusammenhängt, wie die Gehirne von Intros und Extros funktionieren – denn tatsächlich arbeiten die Gehirne vollkommen unterschiedlich.

1. Die Reizverarbeitung erfolgt unterschiedlich (Extros brauchen mehr Reize zur Stimulierung, während Intros weniger Reize genügen)

2. Introvertierte haben dauerhaft eine erhöhte Hirnaktivität (die Wendung nach innen dient daher oft als Schutz gegen zu viele Reize von außen)

3. Introvertierte tanken neue Kraft in Ruhephasen (oft allein), während Extrovertierte neue Kraft durch Begegnungen mit Menschen oder Abenteuern tanken

Sowohl Introversion als auch Extroversion sind uns also angeboren und damit Grundzüge eines jeden Menschen. Je nach Erziehung, Umgebung und Gesellschaft kann zwar in geringem Maße Einfluss darauf genommen werden, jedoch sind das eben die grundlegenden Charaktereigenschaften. Schüchternheit, eine Eigenschaft, die introvertierten Menschen sehr oft zugesprochen wird, oft sogar damit gleichgesetzt wird, kann hingegen abtrainiert werden.
Das bringt uns zum nächsten Punkt – viele Extros verstehen nicht, was mit Intros los ist. Für sie wirken wir oft einfach schüchtern. Wir sollen uns mal einen Ruck geben und mitmachen, Spaß haben oder mehr sprechen. Und viele Intros – wie auch ich ganze 20 Jahre lang – glauben, dass wirklich etwas nicht mit ihnen stimmt und versuchen krampfhaft, sich zu ändern und zu integrieren. Die Welt gehört augenscheinlich nun mal den Extrovertierten – wer schnell und laut spricht, wirkt kompetenter. Extros werden schneller wahrgenommen, wirken oft mutig und cool und haben immer einen Spruch auf den Lippen.
Intros hingegen fristen oft ein Nischendasein und werden übersehen. Sie verfolgen eine Diskussion und sobald sie sich im Kopf den passenden Beitrag zurecht gelegt haben, wird bereits über ein ganz anderes Thema gesprochen.

Es fehlt einfach gegenseitiges Verständnis und genauso das Verständnis dafür, wer wir selbst eigentlich sind. Auch da frage ich mich wieder, warum solch simple Aufklärungen, die ohne weiteres in eine einzige Schulstunde passen, in Schulen niemals unterrichtet werden. Vielleicht hört man davon im Psychologie-Kurs, der aber leider an den wenigsten Schulen angeboten wird.
Statt sich Tag für Tag Sorgen zu machen, dass Du nicht normal bist, könntest Du mit dem richtigen Wissen endlich Du selbst sein. Könntest dazu stehen, dass Du nun mal nicht gerne in großen Gruppen sprichst und könntest dazu stehen, dass Du auch mal Zeit für dich brauchst. Natürlich soll diese Erkenntnis kein Freifahrtsschein dafür sein, dich komplett aus der Gesellschaft zurück zu ziehen – das macht Introversion auch nicht aus. Wie immer ist es das gesunde Gleichgewicht, dass jeder für sich selbst finden muss, um optimal mit seiner Energie zu haushalten.
Jedenfalls kannst Du dir guten Gewissens eingestehen, dass Du gut so bist, wie Du bist. Es ist genau wie mit den Leuten in der Werbung – uns werden Ideen als Wahrheit verkauft, wie wir zu sein haben. Alle Männer sollten ein Sixpack haben und alle Frauen sollten aussehen wie Models, schlank und immer geschminkt. Wir sollten alle permanent glücklich sein – wenn nicht, sollten wir uns schnell etwas kaufen, dass uns (garantiert) glücklich machen wird. Und wir sollten alle extrovertiert sein, denn nur wenn wir immer was zu sagen haben und viele Leute kennen, sind wir gute Menschen.

Vielleicht etwas überspitzt – aber ist es nicht so? Warum kann nicht jeder er selbst sein, ohne einem Ideal folgen zu müssen, um „richtig“ zu sein?

Die Stärken eines Introvertierten

Vielleicht machst Du dir noch immer Gedanken darüber, ob deine „Schwächen“ nicht immer noch Schwächen sind. Lies dir die folgenden Stärken mal genau durch – je nachdem mit welcher Einstellung du ran gehst, lesen sie sich noch immer wie Schwächen. Ich habe auch einige Zeit gebraucht, aber mittlerweile erkenne ich sie durchweg als Stärke.

  • Du kannst gut zuhören und hast eine hohe Konzentrationsspanne
  • Du bist ein reflektierter Mensch
  • Du denkst viel nach (manchmal vielleicht zu viel…)
  • Du hast eine gute Verbindung zu deinem Inneren oder kannst diese zumindest leichter herstellen
  • Du bist oft sensibel und ruhig
  • Du bist gern allein
  • Du bist ein aufmerksamer Beobachter
  • Du bist in vielen (vielleicht speziellen) Bereichen sehr gut informiert und hast wirklich Ahnung davon
  • Du strahlst Ruhe aus (und das schätzen die Leute an Dir!)
  • Du bist kreativ
  • Du bist mitfühlend und kannst Dich gut in andere hineinversetzen
  • Du bist sehr besonnen und triffst deine Entscheidungen durchdacht
  • Du hörst und siehst Dir alles in Ruhe an, bevor Du reagierst

Natürlich muss nicht jeder einzelne dieser Punkte passen und vor allem nicht immer – wenn ich zu lange alleine bin, verliere ich mich und fühle mich wirklich nicht gut.
Introvertiert zu sein heißt auch nicht, sofort zu 100 % introvertiert zu sein – wie gesagt, sind Intro- und Extroversion nur zwei Enden einer Skala. Wir alle haben also Anteile beider Extreme in uns. Bei vielen erkennt man eindeutige Tendenzen, andere hingegen bezeichnet man auch als ambivertiert. Diese bewegen sich ziemlich genau in der Mitte – vielleicht kennen und nutzen sie aber auch nur optimal ihre Ressourcen…

Sei Du selbst!

Vielleicht kämpfst Du zur Zeit ja mit diesem Thema – glaub mir, ich kenne die Gefühle, die damit zusammenhängen.
Ich hoffe, dass Dir mein Artikel die Augen ein wenig geöffnet hat und Du dich selbst besser verstehen kannst. Versuch, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und sieh dir mal genau die Eigenschaften an, die Du an dir nicht magst oder die man dir immer wieder schlecht geredet hat und frage dich: Warum sollen diese Eigenschaften schlecht sein?
Und wer kann dir sagen, was an deiner Persönlichkeit richtig und was falsch ist?
Niemand.

Das viele Gerede und den Drang eines Extrovertierten, immer etwas unter Menschen erleben zu müssen kann man genauso schlecht reden wie die Stille und das häufige Alleinsein eines Introvertierten.
Es gibt immer zwei Blickwinkel.

Viele gute Bücher und Internetseiten finden sich mittlerweile zu dem Thema. Ich kann Dir nur empfehlen, dich mehr damit auseinanderzusetzen. Am Ende wirst Du dich, aber auch die Menschen um dich herum deutlich besser verstehen können.

Egal was Du tust, verbieg dich nicht, nur weil andere dir sagen, dass Du falsch bist, wie Du bist. Es hat schon einen guten Grund, warum Du eben Du bist – wer weiß, was Du der Welt noch alles zu geben hast!

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Aus Träumen werden Ziele

„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Letztes Jahr gab es ein paar Monate, in denen ich keinerlei Ziele oder Träume vor Augen hatte. Ich hatte mein Studium geschmissen und fühlte mich leer, der Traum für den ich gebrannt habe, war ausgeträumt. Ich wartete auf ein Zeichen, irgendwas, was mir die Richtung weist und wollte offen für alles bleiben. Es war eine fürchterliche Zeit, für die ich unglaublich dankbar bin. In dieser grenzenlosen, tristen Leere in mir habe ich auch mich selbst entdeckt und kenne nun den Unterschied zwischen einem zielgerichteten und einem leeren Leben.

In unserer Kindheit sind wir die größten Träumer. Nach und nach verlieren wir diese Gabe und finden unseren Weg im tristen Alltag. Immer wieder hören wir von Wundern, von Menschen, die Sachen schaffen, die als unglaublich gelten. Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und glücklich sind. „Das ist nichts für mich“, sagen wir und gehen den Weg, der uns vorgeschlagen wird. Dabei steckt so viel in uns!


„Die Wünsche und Sehnsüchte, die Du in dir trägst, sind dir nicht einfach so eingepflanzt worden, damit Du sie nicht erreichst und leidest.
Sie sind da, WEIL sie für Dich bestimmt sind!“ vom Blog Zwerggeflüster

Oft verlieren wir den Kontakt zu ihnen, doch unsere Träume und Wünsche sind immer in uns. Wenn wir uns mit ihnen beschäftigen, definieren wir unsere inneren Werte durch sie. Sie geben unserem Leben einen Sinn, dem wir folgen können und wenn aus den Träumen Ziele werden, können wir jeden Tag daraufhin arbeiten. Dadurch, dass wir diesen Zielen folgen, verbessert sich unser Selbstwertgefühl und der Respekt vor uns selbst. Wir spüren Motivation und Energie, wo wir vorher keine fühlten. Wir brennen für unser Ziel.

Es ist unglaublich wichtig, unsere Ziele zu formulieren und im Kopf zu haben. Sie geben unserem Tun und Handeln die nötige Richtung. Sie sind die ersten Schritte auf jeder Reise im Leben!
Ohne Fokus sind unsere Fähigkeiten und Talente nutzlos – erst wenn wir unsere Ressourcen auf unsere Ziele ausrichten, können wir sie wirklich ausschöpfen!  Wir lassen uns weniger ablenken und können leichter Sachen ablehnen, die uns von unserem Weg abbringen würden, wenn wir unsere Ziele fest für uns formuliert haben. Mit festen Lernzielen für das Semester wird es dir mit Sicherheit leichter fallen, Alkohol, Drogen, Partys oder andere Sachen abzulehnen, die dich vom Lernen abhalten würden als wenn Du einfach ziellos (oder mit 4,0) durch die Klausuren kommen willst.

„Ziele machen aus unüberwindbaren Bergen begehbare Hügel“

Viele unserer wirklichen Lebensträume und –ziele liegen in der Zukunft und erfordern ständige Arbeit und teilweise auch Aufopferung. Deshalb ist es wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Ziele übernehmen. Dass wir uns bewusst dazu entscheiden, diese oder jene Gewohnheit aus unserem Leben zu verbannen oder einzubringen. Dass wir in manchen Momenten als Langweiler oder Spielverderber gelten, weil wir unser Ziel vor Augen haben. Ich möchte keineswegs dazu aufrufen, sich in seinen Zielen zu verbeißen, soziale Kontakte verkommen zu lassen und das Leben nur noch für das Ziel zu leben.
Vielmehr möchte ich dazu aufrufen, an seine Ziele zu glauben und hinter sich selbst zu stehen!

Neulich sah ich einen guten Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, namens Patch Adams. Der Film beruht auf wahrer Begebenheit und handelt von einem Mann, der Medizin studieren möchte um Leuten zu helfen und dabei seine ganz eigenen Vorstellungen davon hat, wie ein Arzt den Menschen hilft. Gleichzeitig geht Patch mit jeder Menge Spaß durchs Leben und nimmt all die Hürden im Leben eher mit Freude, auf der anderen Seite zeigt der Film, wie wichtig es ist, dauerhaft an seinen Zielen dran zu bleiben.
Und: er ist dabei immer er selbst. Ich kann den Film nur empfehlen!
Natürlich sollten wir uns immer wieder fragen, ob unsere Ziele und Träume noch aktuell sind. Wir sollten uns nicht in Pläne verbeißen, wenn wir das Feuer dafür dauerhaft verlieren – dann führt dieser Weg ins Nichts.
Aufzugeben und sich umzuorientieren bedeutet dann nicht, kein Rückgrat zu haben, sondern zeigt einfach nur, dass man flexibel ist und seinem ganz eigenen Kompass durchs Leben folgt.

Für das Erreichen langfristiger Ziele benötigen wir Selbstdisziplin und hier scheitern die meisten – mich eingeschlossen. All die weit entfernten Ziele wirken einfach so unfassbar weit weg! Doch um diese Ziele und Träume wirklich zu erreichen, brauchen wir eine gewisse Selbstdisziplin und ich denke, das ist reine Übungssache. Wenn wir uns wirklich in unsere Ziele rein denken und in uns fühlen, wie toll es sein wird, diese erreicht zu haben, kommt eine gewisse Selbstdisziplin von ganz allein.

Tipps für das Erreichen von Zielen

Wenn Du dir selbst deutlich machst, wie ernst dir deine Ziele sind und Du dich regelmäßig mit ihnen befasst, rücken sie automatisch in deinen Fokus und es wird grundsätzlich einfacher, an ihnen dran zu bleiben. Die folgenden Tipps haben mir schon oft geholfen, mir meiner Ziele bewusst zu werden und vielleicht helfen sie auch dir!

  1. „Dein idealer Tag“
    Schreib einfach mal drauf los, wie Du dir deinen perfekten Tag vorstellst. Würdest Du an einer Küste entlang spazieren wollen? Ein Gemälde malen? Mit wem würdest Du den Tag verbringen? Welcher Arbeit würdest Du nachgehen?
    Erst klingt all das vielleicht komisch, wenn Du es aufschreibst, doch vielleicht erkennst Du dadurch, dass Du gerne nochmal einen anderen Beruf machen möchtest oder im Ausland leben willst. Auf jeden Fall solltest Du probieren, etwas von deinem „idealen Tag“ in dein Leben zu integrieren!
  2. „Der 80. Geburtstag“
    Versuch Dir vorzustellen, dass Du 80 Jahre alt geworden bist und auf dein Leben zurückblickst. Welche Träume würdest Du besonders bereuen, nie erfüllt zu haben?
    Auf was wärst Du besonders stolz, gemacht zu haben? Es ist ein komisches Gefühl, dir das vorzustellen aber vielleicht kannst Du so einen Wunsch fühlen, den Du sonst nicht für möglich gehalten hättest.
  3. Schreib eine Bucket-List
    Auch hierbei solltest Du einfach spontan aufschreiben ohne zu bewerten. Schreib alle Träume, Wünsche und Ziele auf, die Dir einfallen – auf meiner Liste steht zum Beispiel, jeden Kontinent der Erde einmal betreten zu haben, eine lange (3 Monate mindestens) Wandertour durch Skandinavien zu machen, im Redwood Nationalpark in Kalifornien zu arbeiten und eines Tages ein Buch zu schreiben.
    Schreib einfach auf, was dir einfällt und dann filtere. Was ist dir am wichtigsten? Und vor allem: was kannst Du JETZT tun, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen?
    Ich meinem Fall könnte ich schauen, dass mein nächster Urlaub nicht in Europa stattfindet, sondern auf einem Kontinent, auf dem ich noch nicht war. Ich könnte anfangen, die Wanderroute durch Skandinavien zu planen und schauen, wann ich Zeit dafür finde. Ich könnte Vorbereitungen für das Auslandspraktikum in Kalifornien treffen oder ich könnte mir eine Geschichte für das Buch überlegen und das erste Kapitel schreiben.
    So oder so fängt alles mit einem einzigen Schritt an – je früher Du ihn machst, desto besser!
  4. Führe ein Bullet-Journal
    Ich habe von Coco zu Weihnachten ein Bullet-Journal bekommen, dass speziell dafür ausgelegt ist, an deinen Zielen zu arbeiten.
    Zu Beginn formuliert man seine ganz persönlichen Ziele, dann beschäftigt man sich durch tägliches Ausfüllen mit ihnen und lenkt den Fokus auf die Erfüllung dieser Ziele. Du siehst sofort deine Erfolge und übst dich in Achtsamkeit.
  5. Das ist generell eine spannende Angelegenheit, da ich so rückblickend sehen kann, wie ich mich verändert habe – ein Tagebuch ist natürlich eine ähnlich gute Sache, die ich auch nur empfehlen kann.
  6. Schaue zwischendurch auf deine Erfolge zurück
    Viel zu oft gestehen wir uns unsere Erfolge nicht ein, haben immer das Gefühl, noch nichts geschafft zu haben und sehen nur die Erfolge der anderen. Dabei würde uns alles leichter fallen und wir würden uns viel mehr motivieren, wenn wir unsere bisherigen Erfolge überprüfen und feiern würden! Auch der kleinste Schritt ist ein Schritt und hat uns unserem Ziel näher gebracht. Und der Weg zum Ziel ist grundsätzlich das spannendste am Ziel.
  7. Achte auf eine positive und starke Formulierung
    Wir haben schon öfter auf diesem Blog über die Kraft der Gedanken gesprochen – unsere gedankliche Formulierung macht wirklich viel unseres Empfindens aus! Statt „Ich wünschte, ich könnte…“, „ich hoffe, eines Tages…“ und „ich möchte…“ kannst Du auch einfach „ich werde“ benutzen. Das scheint für Dich vielleicht erst mal keinen Unterschied zu machen, doch wie fühlt es sich an, wenn Du liest „ich hoffe, eines Tages erreiche ich mein Ziel“ und „ich werde eines Tages mein Ziel erreichen“?
    Dein Unterbewusstsein spürt den Unterschied.
  8. Visualisiere deine Ziele
    Wo wir schon beim Unterbewusstsein sind: Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug. Vor allem Sportler nutzen dies häufig vor Wettkämpfen. Ich stand der Sache anfangs skeptisch gegenüber, doch ich habe schon oft gemerkt, wie viel Visualisierung im Alltag verändern kann.
    Es geht dabei vor allem darum, sich bereits am Ziel zu sehen. Du musst deinen Sieg oder das Erreichen deines Ziels wirklich fühlen, so detailliert wie möglich. Je öfter Du das machst, desto schneller und deutlicher spürst Du, wie gut es sich anfühlen wird, dein Ziel erreicht zu haben. Es ist, als würdest Du im Außen das Gelingen deiner Aktionen magisch anziehen, indem Du dein Unterbewusstsein davon überzeugst, es schon erreicht zu haben.
    Auf jeden Fall führst Du dir mit der Visualisierung deine Ziele immer wieder vor Augen und spürst, wie gut sie dir tun – und das ist das wichtigste auf deinem Weg dorthin!
  9. Hör auf, deine Probleme als Hindernisse zu sehen
    Unsere Angst und Sorge vor Problemen lässt sie erst so richtig groß und wichtig werden. Wir selbst machen unsere Probleme zu Problemen. Stattdessen können wir sie auch einfach als etwas sehen, was uns stark macht. Etwas, woraus wir lernen können. Rückschläge, Rückfälle in schlechte Gewohnheiten und Menschen, die uns das Leben schwer machen und gegen unsere Ziele sind, werden uns immer wieder auf dem Weg begegnen. Versuch, diese Sachen als Vorbereitung und als Training für deinen Erfolg zu sehen. Glaub mir, Du kannst deine Gedanken dahingehend verändern, das trau ich dir zu!

„Ob ein Traum eine Illusion ist, entscheidet das Handeln.“

All diese Punkte haben mir geholfen, aus den tristen Zeiten rauszukommen, von denen ich oben geschrieben habe. Natürlich bin ich nicht jeden Tag top motiviert und verliere meine Ziele auch immer wieder für eine kurze Zeit aus den Augen, allerdings gelingt es mir immer häufiger, meinen Fokus auf meine Ziele zu lenken und ich spüre, wie gut mir das tut. Es gibt meinem Leben die nötige Richtung, die ich brauche.
Ich hoffe, dass sie auch dir helfen können, wenn Du dich in einer ähnlichen Situation findest.
Vielleicht hast Du auch ein ganz eigenes Erfolgsrezept – teil es mir gerne mit!
Ich hoffe, dass Du das erreichen wirst, was Du dir vornimmst! Das Wichtigste ist anfangen, dranbleiben und einfach machen.

Dein Chris!

Gefühle wahrnehmen und zulassen

Keiner von uns ist wirklich frei von ihnen – Gefühle. Jeden Tag spüren wir sie, mal stark, mal subtil. Die einen Gefühle wollen wir in unserem Leben haben und immer wieder erleben, andere wiederum versuchen wir zu vermeiden, wann immer es geht. Unsere Handlungen und Motivationen werden ebenfalls durch einen emotionalen Anstoß erst möglich – wer würde schon Anstrengungen auf sich nehmen, wenn am Ende nicht das gute Gefühl steht, etwas erreicht zu haben?

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle

Ich denke, es ist wichtig zu begreifen, dass Gefühle nicht einfach so entstehen. Wenn etwas in unserem Leben passiert, sind es unsere Gedanken und damit die Beurteilung des Geschehnisses, die unsere Gefühle entstehen lassen. Das lässt sich im Alltag gut an den simpelsten Beispielen beobachten, etwa daran, wie unterschiedlich Menschen auf Beleidigungen oder das generelle Verhalten ihrer Mitmenschen reagieren.
Während ein Mensch eine Beleidigung direkt persönlich nimmt und in einem zerstörerischen Wutanfall gefangen ist, legt ein anderer Mensch keinerlei Wert auf die Beleidigung, die irgendein dahergelaufener Fremder ihm an den Kopf wirft.
Ich persönlich kann absolut nicht mit Stau und Großstadtverkehr umgehen und werde in diesen Situationen immer wütend und genervt und habe das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Ein guter Freund von mir stört sich gar nicht am Stau, er akzeptiert den Umstand einfach und bleibt so gelassen wie zuvor. Ich gehe also komplett an die Decke während ihm der Stau nichts bedeutet.

Es klingt zwar unmöglich – und zugegeben ist es ein langer Weg, der nicht immer einfach ist – aber es ist möglich, seine Gedanken und Bewertungen grundsätzlich zu ändern. Denn sie sind es in Wahrheit, die unsere Gefühle entstehen lassen. Wir können uns am Regen freuen und es genießen, durch den Sommerregen zu laufen, nass zu werden und diesen wundervollen Geruch von Regen einzuatmen – oder wir können wütend aus dem Fenster starren und immer wieder beteuern, wie sehr wir Regen hassen und gar nicht erst versuchen, uns auf diese Erfahrung einzulassen. Glaubt mir, manchmal gibt es nichts schöneres, als durch den Regen zu laufen und einfach nass zu werden…
Es geht immer nur darum, wie wir unsere Erfahrungen bewerten. Und mit konstanter Arbeit an unserem Mindset, können wir wirklich viel verändern und unsere Gefühlswelt somit grundsätzlich zum positiven hin verändern.

Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen

Ein Problem, dass ich von mir selbst zu gut kenne, ist die Unfähigkeit, bestimmte Gefühle zuzulassen. Es ist nur menschlich, Leid größtenteils vermeiden zu wollen und Glück und andere angenehme Gefühle so oft wie möglich fühlen zu wollen. Wir rennen immer den „guten“ Gefühlen hinterher und vor den „schlechten“ Gefühlen weg. Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen. Dabei sind alle Gefühle nötig, um das Leben in seiner kompletten Bandbreite wahrzunehmen. Wie soll ich denn nach 30 Jahren die „guten“ Gefühle noch als solche wahrnehmen, wenn ich nie Höhen und Tiefen als Vergleich erlebt habe? Wenn ich mich nie schlecht gefühlt habe, werde ich gar nicht erst wissen können, dass es mir wirklich gut geht.
Yin und Yan kommt an dieser Stelle ins Spiel – die Balance zwischen den unangenehmen und angenehmen Gefühlen finden und lernen, mit diesen vernünftig und gesund umzugehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Sache klar stellen, die mich schon lange beschäftigt: es gibt keine guten und keine schlechten Gefühle. Diese Bewertung passiert in unserem Kopf, wir selbst tragen die Verantwortung dafür, wie wir ein Gefühl einstufen. Natürlich fühlt es sich nicht angenehm an, wenn wir einen Menschen verlieren, der uns nahe steht – doch das heißt noch lange nicht, dass dieses Gefühl schlecht ist. Es ist einfach nur ein Gefühl, nicht mehr und nicht weniger, und es ist da, um von uns gefühlt zu werden. Denn das ist auch schon das ganze Wesen eines Gefühls – es entsteht, will wahrgenommen werden und wird (mal schneller, mal langsamer) wieder fort ziehen.
Dadurch, dass wir uns so dagegen sträuben, unsere Gefühle wahrzunehmen, ermöglichen wir es ihnen erst, solange in unserem Körper zu bleiben und schließlich zur Dauerbelastung zu werden – Stress, Verspannungen und deutlich spürbare Auswirkungen auf unseren Körper wie ein ungutes Bauchgefühl oder andere Probleme, die durchaus auch chronisch werden können. Wir schüren unsere Angst vor diesen Emotionen und sie lassen die Möglichkeit, Gefühle zuzulassen, immer bedrohlicher wirken.
Vor allem Gefühle, die schon seit langer Zeit in uns stecken, machen uns eine Angst. Wir haben Angst, die Kontrolle über uns selbst zu verlieren – und genauso fühlt es sich manchmal an, wenn man sich einem Gefühl, egal ob angenehm oder unangenehm, hingibt. Das Gefühl überkommt uns intensiv und dann klingt es ab.

Je weniger Du deine Gefühle vor Anderen versteckst, desto weniger versteckst Du sie vor dir selbst.
– Anchu Koegl

Gefühle sind quasi Feedback von uns an uns. Wenn wir etwas machen, was gegen unsere eigenen Werte spricht, werden wir dies oft schnell durch ein unschönes Gefühl spüren können. Wir können also das Aufkommen eines Gefühls nutzen, um zu lernen und um es als Wegweiser zu benutzen. Wenn bestimmte Menschen oder Handlungen uns gut fühlen lassen, sollten wir mehr davon in unser Leben lassen – schlagen wir uns hingegen mit Leuten herum, auf die wir innerlich eigentlich keine Lust haben oder die uns kein schönes Gefühl geben, merken wir, dass wir besser Abstand von ihnen nehmen sollten.

Es macht zwar erst einmal Angst, doch es kann sich wirklich lohnen, deine Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Im Folgenden findest Du fünf Tipps, die Dir helfen können, einen anderen Umgang mit deiner Gefühlswelt zu etablieren.

Wie Du deine Gefühle besser wahrnehmen kannst

  1. Body-Check-Meditation
    Das ist eine äußerst wirkungsvolle Art der Meditation. Am besten nimmst Du dir täglich ein paar Minuten Zeit und fühlst einfach in deinen Körper hinein – Körperteil für Körperteil. So wirst du schnell spüren, wo du verspannt bist oder wo welches Gefühl lokalisiert ist. Generell baust Du so schnell ein besseres Verhältnis zu deinem Körper auf!
  2. Beschreibe deine Gefühle
    Nimm die Beobachterrolle ein und beschreibe deine Gefühle auf körperlicher Ebene. So wird deine Angst zu einer Enge in der Brust und deine Wut zu einem Druck in der Bauchgegend. Du wirst ein ganz anderes Gefühl für deine Emotionen bekommen, glaub mir!
  3. Verurteile Dich nicht für deine Gefühle
    Als ich damit anfing, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen, versuchte ich mich freizusprechen von Gefühlen wie Wut und Hass und es passierte nicht selten, dass ich mir eingeredet habe, ich dürfe diese Sachen nicht fühlen. Das ist vollkommener Quatsch – was auch immer in dir aufkommt, egal ob Neid, Wut, Hass, Angst oder aber Freude, Glück, Zufriedenheit und Stolz – alles das darf da sein. All das ist einfach nur ein Gefühl, was wahrgenommen werden will.
    Der wahre Punkt des Buddhismus ist, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, nicht wie wir sie vermeiden.
  4. Erkenne die Wurzel des Gefühls
    Oft sind es innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die Gedanken und Gefühle entstehen lassen. Werde dir dieser Mechanismen in dir bewusst und achte darauf, wann genau sie greifen. Hinter vielen Gefühlen versteckt sich am Ende eine ganz einfache Botschaft und du kannst anfangen, die Probleme dahinter zu korrigieren und los zulassen.
  5. Lass los
    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber versuche mal, unvoreingenommen dein Gefühl wahrzunehmen. Sei neugierig und erlebe das Gefühl. Erlebe, wo im Körper es lokalisiert ist, wie genau es sich anfühlt, was für Gedanken dabei aufkommen und wann du es zum ersten Mal wahrgenommen hast. Gehe durch die Empfindung durch, auch wenn es unangenehm ist.
    Hafte nicht daran und identifiziere dich nicht mit dem Gefühl, denn das bist du einfach nicht. Du bist mehr als das.
    Nimm es wahr und lass es ziehen.

Vielleicht ermutigt Dich dieser Beitrag dazu, Dich etwas mehr mit deinen Gefühlen zu beschäftigen – Du wirst es auf keinen Fall bereuen. Du lernst Dich selbst besser kennen und wirst das Leben intensiver wahrnehmen.

Und noch etwas – die Gesellschaft tut so, als müsse man jeden Tag gut drauf sein und immer 120 % Leistung bringen. Vergiss es. Jeder hat mal schlechte Tage, das ist vollkommen normal und gehört dazu. Dafür braucht man sich nicht zu schämen.
Lass die Leistungsgesellschaft in diesem Punkt einfach hinter Dir und erlaube Dir deine Gefühle.
Stark ist der, der Gefühle zulassen und zeigen kann – nicht derjenige, der seine Gefühle abstellt und wie ein Roboter durchs Leben geht.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Verbringst du gern Zeit mit dir selbst?

Bist du gern mal allein? Ich spreche hier nicht von Einsamkeit. Einsam ist wohl kein Mensch gern und es liegt auch nicht in unserer Natur, einsam zu leben. Wir brauchen den Kontakt zu anderen Menschen sowie deren Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch zwischen einsam und allein sein gibt es einen gravierenden Unterschied. Man kann es sich aussuchen, mal allein zu sein, sich mal zurückzuziehen von allem, mal nur Zeit mit sich selbst zu verbringen, und kann das auch in ein Leben integrieren, in dem man ansonsten gern in Gesellschaft ist. Denn ist es nicht seltsam, dass wir die Gesellschaft anderer Menschen schätzen, unsere eigene Gesellschaft jedoch oftmals nicht? Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich das allein sein brauche und es mir zwischendurch sehr gut tut. Allerdings nehme ich wahr, dass viele Menschen es regelrecht hassen, allein zu sein und es einfach nicht „können“. Woran liegt das?

In der Kindheit konnten wir oft noch stundenlang selbstvergessen spielen in einer Welt, die nur uns zugänglich war, vollkommen versunken und durch nichts abzulenken. Während der Schulzeit wurde das Alleinsein nicht gern gesehen und zum Ausschlusskriterium, d.h. zog man sich mal zurück, lief man Gefahr, leicht zum Außenseiter zu werden oder schlimmeres, weshalb ich glaube, dass, selbst wenn man das Gefühl hatte, sich mal zurückziehen zu wollen, man es unterdrückt hat, um nicht aufzufallen und „anders“ zu sein. Im Erwachsenenalter wird es dann wieder leichter, wobei auch hier für Absagen an einem Freitagabend zur Party mit der wahrheitsgemäßen Absage „Mir ist nicht danach / Mir ist nach einem ruhigen Abend“ nicht viel Verständnis aufgebracht wird. Zwischen zwei Beziehungen fällt es am meisten auf, ob jemand Probleme damit hat oder nicht. Denn nur weil man Single ist, ist man nicht automatisch einsam. Und das Alleinsein nach einer beendeten Beziehung ist wichtig, um eine neue Beziehung später ohne „Altlasten“ beginnen zu können. Doch viele Menschen rennen nahezu kopflos von einer Beziehung in die nächste.

Aber warum? In Gesprächen mit anderen habe ich zwischen den Zeilen folgende Antworten darauf bekommen, warum sie nicht allein sein können oder wollen:

  1. Ich weiß nichts mit meiner Zeit anzufangen, wenn ich allein bin
  2. Ich habe Angst, dass unangenehme Dinge oder Gefühle hochkommen
  3. Ich habe Angst, den Anschluss zu verlieren, wenn ich mich zurückziehe
  4. Mein Umfeld hat kein Verständnis für sowas

Sicherlich gibt es noch viele weitere Gründe mehr. Doch ist da was dran?

1.  Ich weiß nichts mit meiner Zeit anzufangen, wenn ich allein bin

Grundsätzlich kann man fast alles, was man zu zweit oder in der Gruppe macht, auch allein machen. Ja, man kann sogar allein ins Kino gehen, in ein Café oder in die Sauna. Hat man das einmal gemacht, wird man schnell merken, dass das Alleinsein viel weniger schlimm ist, als man dachte. Und natürlich kann man allein seinen Hobbys nachgehen (doch hier kann schon das erste Problem liegen: viele Menschen hab kein Hobby!). Allerdings meine ich mit Alleinsein eher, wirklich Zeit mit sich zu verbringen und dabei nicht abgelenkt zu sein. Zeit mit den eigenen Gedanken und Gefühlen zu verbringen, sie sich anzuschauen und sich bewusst zu werden, wie man sich eigentlich derzeit fühlt, vielleicht etwas zu Papier zu bringen, Gedanken zu sortieren, neu zu ordnen, eigene Entschlüsse zu fassen, unabhängig von der Meinung anderer. Herauszufinden, was will ich eigentlich gerade? Dazu kann man natürlich gut Meditationen nutzen, man kann sich aber auch einfach hinsetzen und mal schriftlich ein bisschen Klarheit im Kopf schaffen. Ein Spaziergang in der Natur lenkt auch nicht ab, sondern bringt den Blick nach innen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hobbys wie Malen beispielsweise ebenfalls den Fokus nach innen leiten. Dabei merke ich so richtig, was gerade in meinem Kopf vor sich geht. Doch Zeit mit sich selbst zu verbringen, kann auch heißen, sich um sich selbst zu kümmern. Nachdem man in sich gegangen ist und festgestellt hat, was man gerade braucht, nimmt man sich einfach mal die Freiheit, genau das zu tun. Vielleicht ein Entspannungsbad zu nehmen, vielleicht braucht man aber jetzt auch genau das Gegenteil: die Gesellschaft anderer Menschen, oder etwas ganz anderes.Du wirst dich dabei selber erst richtig kennenlernen: den Menschen, der DU bist, unabhängig davon, wer gerade neben dir steht.

2.  Ich habe Angst, dass unangenehme Dinge oder Gefühle hochkommen

Das ist durchaus möglich. Und vielleicht sogar wahrscheinlich. Verdrängen ist zwar eine Taktik, mit der viele Menschen „arbeiten“ und mehr oder weniger gute Erfolge erzielen. Aber für deine innere Welt und auch für deinen Körper sind diese unterdrückten, negativen Gefühle Gift, die dich ganz langsam von innen nach außen vergiften und je nach Stärke auch Schlimmeres anrichten können – oftmals mit enormer Zeitverzögerung. Wäre es da nicht viel angenehmer, immer mal wieder zu schauen, was du vielleicht gerade unterdrückst, was vielleicht doch gern an die Oberfläche will und es in einem kontrollierten Moment zuzulassen und dann loszulassen, bevor es sich möglicherweise unkontrolliert irgendwann – definitiv im falschen Moment – Bahn bricht? Die Emotional Freedom Technique wäre hierfür z.B. ein super praktischer Helfer.     

3.  Ich habe Angst, den Anschluss zu verlieren, wenn ich mich zurückziehe

Jede Freundschaft und Beziehung kann und sollte es verkraften, wenn du sagst „Ich brauche mal eine Stunde / einen Tag / eine Woche Zeit für mich“. Zurückziehen muss nicht bedeuten, gleich den Kontakt abzubrechen, für längere Zeit nicht erreichbar zu sein oder sein Umfeld zu vernachlässigen. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen kann man in den Alltag einbauen und es muss nicht zwangsläufig viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man es regelmäßig macht. Auch wenn du dein Handy für ein paar Stunden ausschaltest, musst du kein schlechtes Gewissen haben. Die Welt wird sich in der Zeit ganz bestimmt weiterdrehen. Und wenn du wieder „aufgetankt“ bist, kannst du dich auch mit mehr Energie deiner Familie und deinen Freunden zuwenden. In guten Freundschaften kann und darf man auch einfach ehrlich sein, und es erklären. So mache ich es und bin bisher immer auf Verständnis getroffen.

4. Mein Umfeld hat kein Verständnis für sowas

Womit wir bei diesem Punkt angekommen wären. Hat dein Umfeld wirklich kein Verständnis dafür, oder ist das dein eigener Standpunkt? Vielleicht sehnen sich andere Menschen in deinem Umfeld oder deiner Familie auch nach etwas mehr Zeit für und mit sich selbst, und auch sie trauen sich nicht, das offen zu sagen? Was, wenn du damit auch anderen ganz neue Möglichkeiten eröffnest? Manchmal glauben wir nur, andere haben für bestimmte Dinge kein Verständnis und das stimmt gar nicht. Herausfinden kannst du es nur, wenn du dir die Zeit für dich allein einfach mal nimmst und schaust was passiert.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, ab und zu Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, ganz ohne Ablenkung durch den Fernseher, das Handy oder ein spannendes Buch, denn erst dann können wir uns wirklich kennenlernen, in uns selbst hinein hören und erfahren, was wir tatsächlich wollen – und was nicht. In der heutigen Zeit sind wir ständig von Lärm und Hektik umgeben, außerdem erhalten wir den ganzen Tag über – bewusst und unbewusst – Informationen unserer Mitmenschen über deren Wünsche, Gefühle, Absichten, sodass wir uns manchmal selbst ein wenig vergessen. Wäre doch schön, auch wieder eine Verbindung zu der Welt in dir drin zu haben und nicht nur zu der Welt da draußen, oder?

Wie viel Zeit widmest du dir selbst?

Alles Liebe, deine Coco