Gefühle wahrnehmen und zulassen

Keiner von uns ist wirklich frei von ihnen – Gefühle. Jeden Tag spüren wir sie, mal stark, mal subtil. Die einen Gefühle wollen wir in unserem Leben haben und immer wieder erleben, andere wiederum versuchen wir zu vermeiden, wann immer es geht. Unsere Handlungen und Motivationen werden ebenfalls durch einen emotionalen Anstoß erst möglich – wer würde schon Anstrengungen auf sich nehmen, wenn am Ende nicht das gute Gefühl steht, etwas erreicht zu haben?

Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle

Ich denke, es ist wichtig zu begreifen, dass Gefühle nicht einfach so entstehen. Wenn etwas in unserem Leben passiert, sind es unsere Gedanken und damit die Beurteilung des Geschehnisses, die unsere Gefühle entstehen lassen. Das lässt sich im Alltag gut an den simpelsten Beispielen beobachten, etwa daran, wie unterschiedlich Menschen auf Beleidigungen oder das generelle Verhalten ihrer Mitmenschen reagieren.
Während ein Mensch eine Beleidigung direkt persönlich nimmt und in einem zerstörerischen Wutanfall gefangen ist, legt ein anderer Mensch keinerlei Wert auf die Beleidigung, die irgendein dahergelaufener Fremder ihm an den Kopf wirft.
Ich persönlich kann absolut nicht mit Stau und Großstadtverkehr umgehen und werde in diesen Situationen immer wütend und genervt und habe das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Ein guter Freund von mir stört sich gar nicht am Stau, er akzeptiert den Umstand einfach und bleibt so gelassen wie zuvor. Ich gehe also komplett an die Decke während ihm der Stau nichts bedeutet.

Es klingt zwar unmöglich – und zugegeben ist es ein langer Weg, der nicht immer einfach ist – aber es ist möglich, seine Gedanken und Bewertungen grundsätzlich zu ändern. Denn sie sind es in Wahrheit, die unsere Gefühle entstehen lassen. Wir können uns am Regen freuen und es genießen, durch den Sommerregen zu laufen, nass zu werden und diesen wundervollen Geruch von Regen einzuatmen – oder wir können wütend aus dem Fenster starren und immer wieder beteuern, wie sehr wir Regen hassen und gar nicht erst versuchen, uns auf diese Erfahrung einzulassen. Glaubt mir, manchmal gibt es nichts schöneres, als durch den Regen zu laufen und einfach nass zu werden…
Es geht immer nur darum, wie wir unsere Erfahrungen bewerten. Und mit konstanter Arbeit an unserem Mindset, können wir wirklich viel verändern und unsere Gefühlswelt somit grundsätzlich zum positiven hin verändern.

Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen

Ein Problem, dass ich von mir selbst zu gut kenne, ist die Unfähigkeit, bestimmte Gefühle zuzulassen. Es ist nur menschlich, Leid größtenteils vermeiden zu wollen und Glück und andere angenehme Gefühle so oft wie möglich fühlen zu wollen. Wir rennen immer den „guten“ Gefühlen hinterher und vor den „schlechten“ Gefühlen weg. Wir wollen immer nur den Sonnenschein, nie den Regen. Dabei sind alle Gefühle nötig, um das Leben in seiner kompletten Bandbreite wahrzunehmen. Wie soll ich denn nach 30 Jahren die „guten“ Gefühle noch als solche wahrnehmen, wenn ich nie Höhen und Tiefen als Vergleich erlebt habe? Wenn ich mich nie schlecht gefühlt habe, werde ich gar nicht erst wissen können, dass es mir wirklich gut geht.
Yin und Yan kommt an dieser Stelle ins Spiel – die Balance zwischen den unangenehmen und angenehmen Gefühlen finden und lernen, mit diesen vernünftig und gesund umzugehen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Sache klar stellen, die mich schon lange beschäftigt: es gibt keine guten und keine schlechten Gefühle. Diese Bewertung passiert in unserem Kopf, wir selbst tragen die Verantwortung dafür, wie wir ein Gefühl einstufen. Natürlich fühlt es sich nicht angenehm an, wenn wir einen Menschen verlieren, der uns nahe steht – doch das heißt noch lange nicht, dass dieses Gefühl schlecht ist. Es ist einfach nur ein Gefühl, nicht mehr und nicht weniger, und es ist da, um von uns gefühlt zu werden. Denn das ist auch schon das ganze Wesen eines Gefühls – es entsteht, will wahrgenommen werden und wird (mal schneller, mal langsamer) wieder fort ziehen.
Dadurch, dass wir uns so dagegen sträuben, unsere Gefühle wahrzunehmen, ermöglichen wir es ihnen erst, solange in unserem Körper zu bleiben und schließlich zur Dauerbelastung zu werden – Stress, Verspannungen und deutlich spürbare Auswirkungen auf unseren Körper wie ein ungutes Bauchgefühl oder andere Probleme, die durchaus auch chronisch werden können. Wir schüren unsere Angst vor diesen Emotionen und sie lassen die Möglichkeit, Gefühle zuzulassen, immer bedrohlicher wirken.
Vor allem Gefühle, die schon seit langer Zeit in uns stecken, machen uns eine Angst. Wir haben Angst, die Kontrolle über uns selbst zu verlieren – und genauso fühlt es sich manchmal an, wenn man sich einem Gefühl, egal ob angenehm oder unangenehm, hingibt. Das Gefühl überkommt uns intensiv und dann klingt es ab.

Je weniger Du deine Gefühle vor Anderen versteckst, desto weniger versteckst Du sie vor dir selbst.
– Anchu Koegl

Gefühle sind quasi Feedback von uns an uns. Wenn wir etwas machen, was gegen unsere eigenen Werte spricht, werden wir dies oft schnell durch ein unschönes Gefühl spüren können. Wir können also das Aufkommen eines Gefühls nutzen, um zu lernen und um es als Wegweiser zu benutzen. Wenn bestimmte Menschen oder Handlungen uns gut fühlen lassen, sollten wir mehr davon in unser Leben lassen – schlagen wir uns hingegen mit Leuten herum, auf die wir innerlich eigentlich keine Lust haben oder die uns kein schönes Gefühl geben, merken wir, dass wir besser Abstand von ihnen nehmen sollten.

Es macht zwar erst einmal Angst, doch es kann sich wirklich lohnen, deine Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Im Folgenden findest Du fünf Tipps, die Dir helfen können, einen anderen Umgang mit deiner Gefühlswelt zu etablieren.

Wie Du deine Gefühle besser wahrnehmen kannst

  1. Body-Check-Meditation
    Das ist eine äußerst wirkungsvolle Art der Meditation. Am besten nimmst Du dir täglich ein paar Minuten Zeit und fühlst einfach in deinen Körper hinein – Körperteil für Körperteil. So wirst du schnell spüren, wo du verspannt bist oder wo welches Gefühl lokalisiert ist. Generell baust Du so schnell ein besseres Verhältnis zu deinem Körper auf!
  2. Beschreibe deine Gefühle
    Nimm die Beobachterrolle ein und beschreibe deine Gefühle auf körperlicher Ebene. So wird deine Angst zu einer Enge in der Brust und deine Wut zu einem Druck in der Bauchgegend. Du wirst ein ganz anderes Gefühl für deine Emotionen bekommen, glaub mir!
  3. Verurteile Dich nicht für deine Gefühle
    Als ich damit anfing, mich mit dem Buddhismus zu beschäftigen, versuchte ich mich freizusprechen von Gefühlen wie Wut und Hass und es passierte nicht selten, dass ich mir eingeredet habe, ich dürfe diese Sachen nicht fühlen. Das ist vollkommener Quatsch – was auch immer in dir aufkommt, egal ob Neid, Wut, Hass, Angst oder aber Freude, Glück, Zufriedenheit und Stolz – alles das darf da sein. All das ist einfach nur ein Gefühl, was wahrgenommen werden will.
    Der wahre Punkt des Buddhismus ist, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, nicht wie wir sie vermeiden.
  4. Erkenne die Wurzel des Gefühls
    Oft sind es innere Überzeugungen und Glaubenssätze, die Gedanken und Gefühle entstehen lassen. Werde dir dieser Mechanismen in dir bewusst und achte darauf, wann genau sie greifen. Hinter vielen Gefühlen versteckt sich am Ende eine ganz einfache Botschaft und du kannst anfangen, die Probleme dahinter zu korrigieren und los zulassen.
  5. Lass los
    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber versuche mal, unvoreingenommen dein Gefühl wahrzunehmen. Sei neugierig und erlebe das Gefühl. Erlebe, wo im Körper es lokalisiert ist, wie genau es sich anfühlt, was für Gedanken dabei aufkommen und wann du es zum ersten Mal wahrgenommen hast. Gehe durch die Empfindung durch, auch wenn es unangenehm ist.
    Hafte nicht daran und identifiziere dich nicht mit dem Gefühl, denn das bist du einfach nicht. Du bist mehr als das.
    Nimm es wahr und lass es ziehen.

Vielleicht ermutigt Dich dieser Beitrag dazu, Dich etwas mehr mit deinen Gefühlen zu beschäftigen – Du wirst es auf keinen Fall bereuen. Du lernst Dich selbst besser kennen und wirst das Leben intensiver wahrnehmen.

Und noch etwas – die Gesellschaft tut so, als müsse man jeden Tag gut drauf sein und immer 120 % Leistung bringen. Vergiss es. Jeder hat mal schlechte Tage, das ist vollkommen normal und gehört dazu. Dafür braucht man sich nicht zu schämen.
Lass die Leistungsgesellschaft in diesem Punkt einfach hinter Dir und erlaube Dir deine Gefühle.
Stark ist der, der Gefühle zulassen und zeigen kann – nicht derjenige, der seine Gefühle abstellt und wie ein Roboter durchs Leben geht.

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris

Mein Fazit zur RUSU

In meinem Fazit zur Rise Up & Shine University 2019 von Laura Malina Seiler möchte ich nicht mehr auf die Themen und Übungen eingehen, sondern euch lieber kurz und knackig meine Pro- und Contraliste präsentieren. Wer wissen möchte, worum es in den einzelnen Modulen geht, ist herzlich eingeladen, sich meine anderen Beiträge zur RUSU anzuschauen 🙂

Fangen wir also mit den positiven und ganz allgemeinen Punkten an:

  • Workbook und darin enthaltene Übungen sehr durchdacht und liebevoll gestaltet
  • Mitgliederbereich auf Homepage ebenfalls schön und übersichtlich
  • Team sehr hilfsbereit
  • viel Bonusmaterial (Meditationskurs, Videos zu Emotional Freedom Technique, etc.)
  • Toolbox für jedes Modul mit Übersicht über Inhalte und Tipps für den Alltag
  • Downloadbare Affirmationsbilder (z.B. verwendbar als Handyhintergrund)
  • Alle Meditationen und Sessions downloadbar
  • Übungen können als pdf heruntergeladen und so erneut bearbeitet werden
  • Workbook kann als Ganzes nachgekauft werden

Meine ganz persönlichen Pro-Punkte:

  • hat mir geholfen, eine tägliche Meditationspraxis in mein Leben zu integrieren
  • ich erhielt absolut überraschende Erkenntnisse über mich
  • mein Positivitätslevel ist spürbar höher als vor der RUSU
  • ich bekam zum ersten Mal Zugang zu meinem inneren Kind
  • ich erlernte die Emotional Freedom Technique, welche ich momentan total feiere! (ich halte sie momentan zusammen mit Vergebung für den Schlüssel zur Zufriedenheit!)
  • die RUSU-Community-Treffen! Auch wenn sie nicht vom RUSU-Team selbst veranstaltet wurden, sind diese Communities dennoch ein Produkt der RUSU, weshalb ich sie definitiv als Pro-Punkt zähle! Ich habe wirklich tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich sehr auf einer Wellenlänge liege!

Was mir an der RUSU nicht so gut gefallen hat:

  • wer keinen Facebook-Account hat, ist leider von vielen Dingen ausgeschlossen (die Facebook Gruppe scheint sehr aktiv zu sein und darüber werden auch die Community-Treffen organisiert. Um an einem solchen Treffen teilnehmen zu können, musste ich erst Claudi aus dem Team Liebe anschreiben, die dann meine Handynummer weitergeleitet hat.)
  • der Aufbau der Sessions ist sehr ritualisiert. Ich weiß, dass das mit voller Absicht von Laura so erarbeitet wurde und auch einen Sinn hat (nämlich die wichtigen Dinge tatsächlich zu verinnerlichen), trotzdem gefiel es mir nicht so gut
  • ich habe zwar bisher nur ein anderes Onlinecoaching dieser Art mitgemacht (von Kristin Woltmann), aber in diesem wurde bedeutend mehr Coachinginput gegeben (ca. 80% der Zeit, der Rest war Meditation bzw. kurze Erklärung der Workbookübungen), während in der RUSU das Vorlesen der im Chat geschriebenen Antworten einen Großteil der Zeit ausgemacht hat. Natürlich wurde auch Coachinginput gegeben, aber im Verhältnis zu dem Ritual zu Beginn und der Interaktion mit den Teilnehmern über den Chat sehr wenig – und auch fast nur Dinge, die man aus Lauras Buch bzw. Podcast bereits kennt
Meine Affirmation während der RUSU

Also 3 eher negative Punkte im Gegensatz zu 15 positiven Punkten sprechen für sich, wobei mein zuletzt genannter Minuspunkt natürlich für den einen oder anderen schon bedeutungsvoll sein kann, wenn man bereits sehr mit Lauras bisheriger Arbeit vertraut ist. Nichtsdestotrotz hat die RUSU einige positive Veränderungen in mein Leben gebracht, ich bin deutlich achtsamer und habe für verschiedene Situationen tolles „Werkzeug an die Hand“ bekommen, mit welchem ich die Situationen meistern kann. Zu Beginn der RUSU sollte man sich drei Affirmationen aussuchen, die uns durch die RUSU begleiten sollten. Eine davon war für mich „Ich bin mutig und voller Vertrauen“, und diese Affirmation hat mich wirklich seitdem begleitet und ich habe in mehreren Situationen bewusst danach gehandelt. Insgesamt kann ich die RUSU jedem empfehlen, auch den Männern (!) und sicherlich nimmt jeder für sich wertvolle Erkenntnisse aus dieser Zeit mit. Jetzt heißt es nur: dranbleiben und die neuen Glaubenssätze und co. festigen!

Also, wer sich überlegt die RUSU selbst zu machen:

Die Liveversion ist sicher etwas cooler, weil man über den Chat mit Laura und den anderen Teilnehmern kommunizieren und aktiv teilnehmen kann, so oder so kann man die Videos jedoch auch später zu einem selbst gewählten Zeitpunkt schauen. Ein Facebook-Account wäre ebenfalls von Vorteil. Und wenn du die RUSU machst: sei dir darüber im Klaren, dass du viel Zeit und Ruhe benötigst für die Sessions und die Übungen. Dieses Programm macht man nicht „mal eben zwischen Tür und Angel“ und du musst es wirklich wollen. Halbherzig daran zu gehen ist weder die Zeit noch das Geld wert. Und dann kann ich dir nur noch viel Spaß wünschen auf der Reise zu dir selbst! 🙂

Teil 5 – Modul 4 „Erschaffe dein bestes Leben“

Nachdem ich mit dem letzten Modul ja so meine Schwierigkeiten hatte und mich dafür noch nicht wirklich bereit gefühlt habe, fiel mir das Modul 4 wieder sehr leicht. Es ging darum, unser Leben jetzt neu und positiv auszurichten, wieder zu beginnen, es selbst zu lenken und endlich aus der Opferhaltung herauszufinden. Und es ging um unser „Money Mindset“ und Achtsamkeit in Bezug auf unsere Gedanken.

Die Meditationen waren in dieser Woche sehr kraftvoll und die Übungen bewirkten bei mir ganz viel, das konnte ich richtig spüren. Ich habe auch festgestellt, dass sich meine Einstellung zu vielen Dingen innerhalb der letzten vier Wochen bereits deutlich – und vor allem zum positiven – geändert hat.

Sehr wichtig fand ich es in dieser Woche, mir über meine eigenen Werte bewusst zu werden. Jeder von uns hat seine eigenen Werte und lebt auch instinktiv danach und wenn wir es nicht tun, weil wir uns z.B. (unbewusst) an unser Umfeld anpassen, dann merken wir alle sehr schnell, das etwas nicht stimmt, es fühlt sich einfach nicht richtig an. Aber wer kann schon genau benennen, welche Werte ihm wichtig sind? Hierzu gab es in dieser Woche eine Übung und meine „Top 5 – Werte“ sind mir jetzt bewusst. In diesem Zusammenhang habe ich auch meinen Partner nach seinen Werten gefragt, denn wie viel leichter wäre es, bestimmte Entscheidungen, die dein Partner trifft oder Dinge, die er tut, nachzuvollziehen, wenn du dir nicht nur deiner eigenen, sondern auch seiner Werte bewusst bist? Ich habe mir unsere Werte aufgeschrieben und werde sie mir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Jedoch stellte sich mir dabei die Frage, ob es wichtig ist, dass die Werte von zwei Menschen in einer Beziehung (zumindest größtenteils) übereinstimmen. Die Werte meines Freundes sind vollkommen anders als meine, gehen sogar größtenteils in eine völlig andere Richtung, aber dennoch ergänzen sie sich auch. Ich glaube, gerade dadurch kann man sich gegenseitig so viel geben und auch voneinander lernen, solange natürlich grundsätzliche Werte wie Treue, Loyalität, Vertrauen, etc. übereinstimmen.

Eine weitere sehr wichtige Übung betraf unsere Aufmerksamkeit im Alltag. Mal ehrlich, wie oft am Tag ist man achtsam mit seinen Gedanken? Wenn überhaupt, dann nicht einmal den Bruchteil der Zeit. Die meisten Gedanken denken wir unbewusst und was ich sehr problematisch finde: wir denken auch zum größten Teil täglich dieselben – und zwar meist negativen – Gedanken. Als ich nun aufgrund der Übung einen Tag lang wirklich bewusst auf meine Gedanken geachtet habe, ist mir jedoch aufgefallen, dass ich mittlerweile wirklich sehr viele neue Gedanken denke, die mir früher nicht in den Sinn gekommen wären. Dass ich vieles nicht so negativ sehe, wie vor ein paar Wochen. Allerdings ist das denke ich etwas, das man weiterhin täglich „üben“ muss, sonst fällt man schnell wieder in die alten Muster und Gedankenspiralen zurück. Was mir an mir in den vier Wochen extrem aufgefallen ist und vielleicht geht es euch genauso: Je schlechter oder weniger ich geschlafen habe, desto schwerer fällt es mir, positiv zu denken. Oder umgekehrt: Guter und ausreichender Schlaf fördert das Wohlbefinden auf allen Ebenen. Also lieber mal ein wenig früher ins Bett gehen und dafür den nächsten Tag mit viel mehr positiven Gefühlen verbringen!

Richtig Spaß hatte ich bei der Übung, meinen inneren Vorstand zu wählen – also sozusagen ein kleines Team von Menschen, die man bspw. vor wichtigen Entscheidungen innerlich befragen kann. Laura hatte darüber schonmal in einem ihrer Podcasts gesprochen, aber ich hatte mich nie näher damit befasst. Bei der Übung war ich ganz überrascht, wer mir da so alles in den Sinn kam. Die Plätze waren alle innerhalb von Sekunden belegt! Es ist immer wieder interessant, wie das Unterbewusstsein doch eigentlich genauestens Bescheid weiß. Oder wie Laura immer sagt: „Es ist alles schon in dir“! Nach den 4 Wochen kann ich das definitiv bestätigen. Man darf sich einfach viel öfter selber vertrauen und seinem eigenen Weg folgen, anstatt sich ständig an der Umgebung zu orientieren und andere Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Natürlich bedeutet das nicht, zur arroganten und egoistischen Person zu mutieren, der alle anderen egal sind. Aber dein Herz kennt den Weg und du darfst deinem Herzen vertrauen!

Für mich war es eine schöne Woche und ein schöner Abschluss! Hier geht’s zu meinem Fazit zur RUSU!

Teil 3 – Modul 2 „Loslassen, was war“

Schon ist die zweite Woche der Rise Up & Shine University vorbei. Das Motto dieser Woche lautete „Loslassen, was war“. Die meisten Menschen lassen ihr heutiges Leben durch negative Erlebnisse in ihrer Vergangenheit beeinflussen, mit denen sie sich vielleicht nie oder nur unzureichend auseinandergesetzt haben. Viel zu schwer fällt es oft, negativen Erlebnissen zuzustimmen und anzuerkennen, dass sie zu unserem Leben gehören. Da fällt es doch irgendwie leichter, dieses Päckchen im imaginären Rucksack ständig auf dem Rücken zu tragen und am besten noch, das Geschehene immer und immer wieder zu durchleben, aber nicht mit dem Ziel, dadurch damit abzuschließen, sondern mit dem Ziel, sich erneut in die negativen Gefühle hineinzusteigern und vielleicht sogar auf Rache zu sinnen.

Ich bin auch eine solche Kandidatin und mir fällt es bislang schwer, negativen Situationen und Erlebnissen aus der Vergangenheit zuzustimmen und noch schwerer fällt es mir in einigen dieser Fälle, überhaupt nur an das Wort „Vergebung“ in diesem Zusammenhang zu denken. Besonders innerhalb der Familie ist es oft schwer, denn gerade die Personen, die man am meisten liebt, haben eben auch die größte Macht, uns zu verletzen – zumindest meinen wir das oft. Denn eigentlich hat niemand die Macht uns zu verletzen, außer wir uns selbst. Doch das muss auch ich mir immer und immer sagen und es verinnerlichen. In der RUSU ging es in dieser Woche jeden falls darum, solche Situationen aus der Vergangenheit aufzudecken und durch Meditationen und die Übungen im Workbook der Vergebung zumindest einen Schritt näher zu kommen.

In diesem Zusammenhang haben wir uns in dieser Woche intensiv mit unserem inneren Kind beschäftigt. Aus dem bekannten Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl, das ich erst vor kurzem zum zweiten Mal gelesen habe, weiß ich bereits einiges darüber und habe mich schon sehr viel mit meinem inneren Kind beschäftigt, allerdings konnte ich weder durch die Meditationen aus dem Buch noch durch meine eigenen Versuche einen richtigen Zugang zu meinem inneren Kind finden. In Lauras Meditation hat es auf einmal geklappt! Das war eine echt intensive und lehrreiche Meditation für mich. Ich glaube, dass es wirklich eine Veränderung auch in all unseren zwischenmenschlichen Beziehungen bewirken kann, wenn wir uns unseres inneren Kindes bewusst sind und es regelmäßig beachten.

Über Meditationen habe ich in dieser Woche übrigens noch etwas für mich Neues gelernt: manchmal will ich meditieren und merke sehr schnell, dass ich mich keine einzige Sekunde fokussieren kann, und egal wie oft ich es versuche, ich gehe mit jedem Gedankengang mit. Dann habe ich bisher immer abgebrochen und es entweder an diesem Tag gar nicht mehr oder später probiert. An einem Tag in dieser Woche passierte mir das auch – ständig zwickte es irgendwo, ich konnte nicht stillsitzen, mir sind ständig die Beine eingeschlafen und ich merkte, dass ich kaum in der Lage war, Laura in der geführten Meditation überhaupt zuzuhören. Ich spielte mit dem Gedanken, es später wieder zu probieren. Aber dann plötzlich war es, als hätte sich ein Schalter umgelegt und ich war total „drin“ und es hat sich richtig gelohnt. Also werde ich auch beim nächsten Mal nicht direkt aufgeben.

Zum Ende der Woche ging es dann ans Eingemachte: sich selbst und Menschen, die einen gekränkt oder verletzt haben, vergeben. Ich bin ehrlich: ich war skeptisch. Die Meditationen klappten gut, doch ich spürte teilweise noch einen Widerstand in mir. Vergebung von jetzt auch gleich funktioniert wohl nicht so einfach, aber ich glaube hier heißt es: dranbleiben. Denn wir streben doch alle nach Glück und Zufriedenheit, und was ich mittlerweile verstanden habe ist, dass diese beiden Dinge aus uns selbst heraus kommen müssen, wir können sie nicht im Außen finden. Und um Glück und Zufriedenheit zu verspüren, muss man beginnen, seine Vergangenheit zu akzeptieren. Das bedeutet keinesfalls, dass man alles gut finden muss, was passiert ist, es bedeutet, dass man einfach nur zustimmt, dass diese Erfahrungen in unserem Leben sind und sie uns zu dem Menschen gemacht haben, der man heute ist. Doch an ihnen festzuhalten bringt nicht mehr, als dass du dich immer wieder selbst verletzt und davon abhältst, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.