Aus Träumen werden Ziele

„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Letztes Jahr gab es ein paar Monate, in denen ich keinerlei Ziele oder Träume vor Augen hatte. Ich hatte mein Studium geschmissen und fühlte mich leer, der Traum für den ich gebrannt habe, war ausgeträumt. Ich wartete auf ein Zeichen, irgendwas, was mir die Richtung weist und wollte offen für alles bleiben. Es war eine fürchterliche Zeit, für die ich unglaublich dankbar bin. In dieser grenzenlosen, tristen Leere in mir habe ich auch mich selbst entdeckt und kenne nun den Unterschied zwischen einem zielgerichteten und einem leeren Leben.

In unserer Kindheit sind wir die größten Träumer. Nach und nach verlieren wir diese Gabe und finden unseren Weg im tristen Alltag. Immer wieder hören wir von Wundern, von Menschen, die Sachen schaffen, die als unglaublich gelten. Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und glücklich sind. „Das ist nichts für mich“, sagen wir und gehen den Weg, der uns vorgeschlagen wird. Dabei steckt so viel in uns!


„Die Wünsche und Sehnsüchte, die Du in dir trägst, sind dir nicht einfach so eingepflanzt worden, damit Du sie nicht erreichst und leidest.
Sie sind da, WEIL sie für Dich bestimmt sind!“ vom Blog Zwerggeflüster

Oft verlieren wir den Kontakt zu ihnen, doch unsere Träume und Wünsche sind immer in uns. Wenn wir uns mit ihnen beschäftigen, definieren wir unsere inneren Werte durch sie. Sie geben unserem Leben einen Sinn, dem wir folgen können und wenn aus den Träumen Ziele werden, können wir jeden Tag daraufhin arbeiten. Dadurch, dass wir diesen Zielen folgen, verbessert sich unser Selbstwertgefühl und der Respekt vor uns selbst. Wir spüren Motivation und Energie, wo wir vorher keine fühlten. Wir brennen für unser Ziel.

Es ist unglaublich wichtig, unsere Ziele zu formulieren und im Kopf zu haben. Sie geben unserem Tun und Handeln die nötige Richtung. Sie sind die ersten Schritte auf jeder Reise im Leben!
Ohne Fokus sind unsere Fähigkeiten und Talente nutzlos – erst wenn wir unsere Ressourcen auf unsere Ziele ausrichten, können wir sie wirklich ausschöpfen!  Wir lassen uns weniger ablenken und können leichter Sachen ablehnen, die uns von unserem Weg abbringen würden, wenn wir unsere Ziele fest für uns formuliert haben. Mit festen Lernzielen für das Semester wird es dir mit Sicherheit leichter fallen, Alkohol, Drogen, Partys oder andere Sachen abzulehnen, die dich vom Lernen abhalten würden als wenn Du einfach ziellos (oder mit 4,0) durch die Klausuren kommen willst.

„Ziele machen aus unüberwindbaren Bergen begehbare Hügel“

Viele unserer wirklichen Lebensträume und –ziele liegen in der Zukunft und erfordern ständige Arbeit und teilweise auch Aufopferung. Deshalb ist es wichtig, dass wir Verantwortung für unsere Ziele übernehmen. Dass wir uns bewusst dazu entscheiden, diese oder jene Gewohnheit aus unserem Leben zu verbannen oder einzubringen. Dass wir in manchen Momenten als Langweiler oder Spielverderber gelten, weil wir unser Ziel vor Augen haben. Ich möchte keineswegs dazu aufrufen, sich in seinen Zielen zu verbeißen, soziale Kontakte verkommen zu lassen und das Leben nur noch für das Ziel zu leben.
Vielmehr möchte ich dazu aufrufen, an seine Ziele zu glauben und hinter sich selbst zu stehen!

Neulich sah ich einen guten Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, namens Patch Adams. Der Film beruht auf wahrer Begebenheit und handelt von einem Mann, der Medizin studieren möchte um Leuten zu helfen und dabei seine ganz eigenen Vorstellungen davon hat, wie ein Arzt den Menschen hilft. Gleichzeitig geht Patch mit jeder Menge Spaß durchs Leben und nimmt all die Hürden im Leben eher mit Freude, auf der anderen Seite zeigt der Film, wie wichtig es ist, dauerhaft an seinen Zielen dran zu bleiben.
Und: er ist dabei immer er selbst. Ich kann den Film nur empfehlen!
Natürlich sollten wir uns immer wieder fragen, ob unsere Ziele und Träume noch aktuell sind. Wir sollten uns nicht in Pläne verbeißen, wenn wir das Feuer dafür dauerhaft verlieren – dann führt dieser Weg ins Nichts.
Aufzugeben und sich umzuorientieren bedeutet dann nicht, kein Rückgrat zu haben, sondern zeigt einfach nur, dass man flexibel ist und seinem ganz eigenen Kompass durchs Leben folgt.

Für das Erreichen langfristiger Ziele benötigen wir Selbstdisziplin und hier scheitern die meisten – mich eingeschlossen. All die weit entfernten Ziele wirken einfach so unfassbar weit weg! Doch um diese Ziele und Träume wirklich zu erreichen, brauchen wir eine gewisse Selbstdisziplin und ich denke, das ist reine Übungssache. Wenn wir uns wirklich in unsere Ziele rein denken und in uns fühlen, wie toll es sein wird, diese erreicht zu haben, kommt eine gewisse Selbstdisziplin von ganz allein.

Tipps für das Erreichen von Zielen

Wenn Du dir selbst deutlich machst, wie ernst dir deine Ziele sind und Du dich regelmäßig mit ihnen befasst, rücken sie automatisch in deinen Fokus und es wird grundsätzlich einfacher, an ihnen dran zu bleiben. Die folgenden Tipps haben mir schon oft geholfen, mir meiner Ziele bewusst zu werden und vielleicht helfen sie auch dir!

  1. „Dein idealer Tag“
    Schreib einfach mal drauf los, wie Du dir deinen perfekten Tag vorstellst. Würdest Du an einer Küste entlang spazieren wollen? Ein Gemälde malen? Mit wem würdest Du den Tag verbringen? Welcher Arbeit würdest Du nachgehen?
    Erst klingt all das vielleicht komisch, wenn Du es aufschreibst, doch vielleicht erkennst Du dadurch, dass Du gerne nochmal einen anderen Beruf machen möchtest oder im Ausland leben willst. Auf jeden Fall solltest Du probieren, etwas von deinem „idealen Tag“ in dein Leben zu integrieren!
  2. „Der 80. Geburtstag“
    Versuch Dir vorzustellen, dass Du 80 Jahre alt geworden bist und auf dein Leben zurückblickst. Welche Träume würdest Du besonders bereuen, nie erfüllt zu haben?
    Auf was wärst Du besonders stolz, gemacht zu haben? Es ist ein komisches Gefühl, dir das vorzustellen aber vielleicht kannst Du so einen Wunsch fühlen, den Du sonst nicht für möglich gehalten hättest.
  3. Schreib eine Bucket-List
    Auch hierbei solltest Du einfach spontan aufschreiben ohne zu bewerten. Schreib alle Träume, Wünsche und Ziele auf, die Dir einfallen – auf meiner Liste steht zum Beispiel, jeden Kontinent der Erde einmal betreten zu haben, eine lange (3 Monate mindestens) Wandertour durch Skandinavien zu machen, im Redwood Nationalpark in Kalifornien zu arbeiten und eines Tages ein Buch zu schreiben.
    Schreib einfach auf, was dir einfällt und dann filtere. Was ist dir am wichtigsten? Und vor allem: was kannst Du JETZT tun, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen?
    Ich meinem Fall könnte ich schauen, dass mein nächster Urlaub nicht in Europa stattfindet, sondern auf einem Kontinent, auf dem ich noch nicht war. Ich könnte anfangen, die Wanderroute durch Skandinavien zu planen und schauen, wann ich Zeit dafür finde. Ich könnte Vorbereitungen für das Auslandspraktikum in Kalifornien treffen oder ich könnte mir eine Geschichte für das Buch überlegen und das erste Kapitel schreiben.
    So oder so fängt alles mit einem einzigen Schritt an – je früher Du ihn machst, desto besser!
  4. Führe ein Bullet-Journal
    Ich habe von Coco zu Weihnachten ein Bullet-Journal bekommen, dass speziell dafür ausgelegt ist, an deinen Zielen zu arbeiten.
    Zu Beginn formuliert man seine ganz persönlichen Ziele, dann beschäftigt man sich durch tägliches Ausfüllen mit ihnen und lenkt den Fokus auf die Erfüllung dieser Ziele. Du siehst sofort deine Erfolge und übst dich in Achtsamkeit.
  5. Das ist generell eine spannende Angelegenheit, da ich so rückblickend sehen kann, wie ich mich verändert habe – ein Tagebuch ist natürlich eine ähnlich gute Sache, die ich auch nur empfehlen kann.
  6. Schaue zwischendurch auf deine Erfolge zurück
    Viel zu oft gestehen wir uns unsere Erfolge nicht ein, haben immer das Gefühl, noch nichts geschafft zu haben und sehen nur die Erfolge der anderen. Dabei würde uns alles leichter fallen und wir würden uns viel mehr motivieren, wenn wir unsere bisherigen Erfolge überprüfen und feiern würden! Auch der kleinste Schritt ist ein Schritt und hat uns unserem Ziel näher gebracht. Und der Weg zum Ziel ist grundsätzlich das spannendste am Ziel.
  7. Achte auf eine positive und starke Formulierung
    Wir haben schon öfter auf diesem Blog über die Kraft der Gedanken gesprochen – unsere gedankliche Formulierung macht wirklich viel unseres Empfindens aus! Statt „Ich wünschte, ich könnte…“, „ich hoffe, eines Tages…“ und „ich möchte…“ kannst Du auch einfach „ich werde“ benutzen. Das scheint für Dich vielleicht erst mal keinen Unterschied zu machen, doch wie fühlt es sich an, wenn Du liest „ich hoffe, eines Tages erreiche ich mein Ziel“ und „ich werde eines Tages mein Ziel erreichen“?
    Dein Unterbewusstsein spürt den Unterschied.
  8. Visualisiere deine Ziele
    Wo wir schon beim Unterbewusstsein sind: Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug. Vor allem Sportler nutzen dies häufig vor Wettkämpfen. Ich stand der Sache anfangs skeptisch gegenüber, doch ich habe schon oft gemerkt, wie viel Visualisierung im Alltag verändern kann.
    Es geht dabei vor allem darum, sich bereits am Ziel zu sehen. Du musst deinen Sieg oder das Erreichen deines Ziels wirklich fühlen, so detailliert wie möglich. Je öfter Du das machst, desto schneller und deutlicher spürst Du, wie gut es sich anfühlen wird, dein Ziel erreicht zu haben. Es ist, als würdest Du im Außen das Gelingen deiner Aktionen magisch anziehen, indem Du dein Unterbewusstsein davon überzeugst, es schon erreicht zu haben.
    Auf jeden Fall führst Du dir mit der Visualisierung deine Ziele immer wieder vor Augen und spürst, wie gut sie dir tun – und das ist das wichtigste auf deinem Weg dorthin!
  9. Hör auf, deine Probleme als Hindernisse zu sehen
    Unsere Angst und Sorge vor Problemen lässt sie erst so richtig groß und wichtig werden. Wir selbst machen unsere Probleme zu Problemen. Stattdessen können wir sie auch einfach als etwas sehen, was uns stark macht. Etwas, woraus wir lernen können. Rückschläge, Rückfälle in schlechte Gewohnheiten und Menschen, die uns das Leben schwer machen und gegen unsere Ziele sind, werden uns immer wieder auf dem Weg begegnen. Versuch, diese Sachen als Vorbereitung und als Training für deinen Erfolg zu sehen. Glaub mir, Du kannst deine Gedanken dahingehend verändern, das trau ich dir zu!

„Ob ein Traum eine Illusion ist, entscheidet das Handeln.“

All diese Punkte haben mir geholfen, aus den tristen Zeiten rauszukommen, von denen ich oben geschrieben habe. Natürlich bin ich nicht jeden Tag top motiviert und verliere meine Ziele auch immer wieder für eine kurze Zeit aus den Augen, allerdings gelingt es mir immer häufiger, meinen Fokus auf meine Ziele zu lenken und ich spüre, wie gut mir das tut. Es gibt meinem Leben die nötige Richtung, die ich brauche.
Ich hoffe, dass sie auch dir helfen können, wenn Du dich in einer ähnlichen Situation findest.
Vielleicht hast Du auch ein ganz eigenes Erfolgsrezept – teil es mir gerne mit!
Ich hoffe, dass Du das erreichen wirst, was Du dir vornimmst! Das Wichtigste ist anfangen, dranbleiben und einfach machen.

Dein Chris!

Verbringst du gern Zeit mit dir selbst?

Bist du gern mal allein? Ich spreche hier nicht von Einsamkeit. Einsam ist wohl kein Mensch gern und es liegt auch nicht in unserer Natur, einsam zu leben. Wir brauchen den Kontakt zu anderen Menschen sowie deren Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch zwischen einsam und allein sein gibt es einen gravierenden Unterschied. Man kann es sich aussuchen, mal allein zu sein, sich mal zurückzuziehen von allem, mal nur Zeit mit sich selbst zu verbringen, und kann das auch in ein Leben integrieren, in dem man ansonsten gern in Gesellschaft ist. Denn ist es nicht seltsam, dass wir die Gesellschaft anderer Menschen schätzen, unsere eigene Gesellschaft jedoch oftmals nicht? Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich das allein sein brauche und es mir zwischendurch sehr gut tut. Allerdings nehme ich wahr, dass viele Menschen es regelrecht hassen, allein zu sein und es einfach nicht „können“. Woran liegt das?

In der Kindheit konnten wir oft noch stundenlang selbstvergessen spielen in einer Welt, die nur uns zugänglich war, vollkommen versunken und durch nichts abzulenken. Während der Schulzeit wurde das Alleinsein nicht gern gesehen und zum Ausschlusskriterium, d.h. zog man sich mal zurück, lief man Gefahr, leicht zum Außenseiter zu werden oder schlimmeres, weshalb ich glaube, dass, selbst wenn man das Gefühl hatte, sich mal zurückziehen zu wollen, man es unterdrückt hat, um nicht aufzufallen und „anders“ zu sein. Im Erwachsenenalter wird es dann wieder leichter, wobei auch hier für Absagen an einem Freitagabend zur Party mit der wahrheitsgemäßen Absage „Mir ist nicht danach / Mir ist nach einem ruhigen Abend“ nicht viel Verständnis aufgebracht wird. Zwischen zwei Beziehungen fällt es am meisten auf, ob jemand Probleme damit hat oder nicht. Denn nur weil man Single ist, ist man nicht automatisch einsam. Und das Alleinsein nach einer beendeten Beziehung ist wichtig, um eine neue Beziehung später ohne „Altlasten“ beginnen zu können. Doch viele Menschen rennen nahezu kopflos von einer Beziehung in die nächste.

Aber warum? In Gesprächen mit anderen habe ich zwischen den Zeilen folgende Antworten darauf bekommen, warum sie nicht allein sein können oder wollen:

  1. Ich weiß nichts mit meiner Zeit anzufangen, wenn ich allein bin
  2. Ich habe Angst, dass unangenehme Dinge oder Gefühle hochkommen
  3. Ich habe Angst, den Anschluss zu verlieren, wenn ich mich zurückziehe
  4. Mein Umfeld hat kein Verständnis für sowas

Sicherlich gibt es noch viele weitere Gründe mehr. Doch ist da was dran?

1.  Ich weiß nichts mit meiner Zeit anzufangen, wenn ich allein bin

Grundsätzlich kann man fast alles, was man zu zweit oder in der Gruppe macht, auch allein machen. Ja, man kann sogar allein ins Kino gehen, in ein Café oder in die Sauna. Hat man das einmal gemacht, wird man schnell merken, dass das Alleinsein viel weniger schlimm ist, als man dachte. Und natürlich kann man allein seinen Hobbys nachgehen (doch hier kann schon das erste Problem liegen: viele Menschen hab kein Hobby!). Allerdings meine ich mit Alleinsein eher, wirklich Zeit mit sich zu verbringen und dabei nicht abgelenkt zu sein. Zeit mit den eigenen Gedanken und Gefühlen zu verbringen, sie sich anzuschauen und sich bewusst zu werden, wie man sich eigentlich derzeit fühlt, vielleicht etwas zu Papier zu bringen, Gedanken zu sortieren, neu zu ordnen, eigene Entschlüsse zu fassen, unabhängig von der Meinung anderer. Herauszufinden, was will ich eigentlich gerade? Dazu kann man natürlich gut Meditationen nutzen, man kann sich aber auch einfach hinsetzen und mal schriftlich ein bisschen Klarheit im Kopf schaffen. Ein Spaziergang in der Natur lenkt auch nicht ab, sondern bringt den Blick nach innen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hobbys wie Malen beispielsweise ebenfalls den Fokus nach innen leiten. Dabei merke ich so richtig, was gerade in meinem Kopf vor sich geht. Doch Zeit mit sich selbst zu verbringen, kann auch heißen, sich um sich selbst zu kümmern. Nachdem man in sich gegangen ist und festgestellt hat, was man gerade braucht, nimmt man sich einfach mal die Freiheit, genau das zu tun. Vielleicht ein Entspannungsbad zu nehmen, vielleicht braucht man aber jetzt auch genau das Gegenteil: die Gesellschaft anderer Menschen, oder etwas ganz anderes.Du wirst dich dabei selber erst richtig kennenlernen: den Menschen, der DU bist, unabhängig davon, wer gerade neben dir steht.

2.  Ich habe Angst, dass unangenehme Dinge oder Gefühle hochkommen

Das ist durchaus möglich. Und vielleicht sogar wahrscheinlich. Verdrängen ist zwar eine Taktik, mit der viele Menschen „arbeiten“ und mehr oder weniger gute Erfolge erzielen. Aber für deine innere Welt und auch für deinen Körper sind diese unterdrückten, negativen Gefühle Gift, die dich ganz langsam von innen nach außen vergiften und je nach Stärke auch Schlimmeres anrichten können – oftmals mit enormer Zeitverzögerung. Wäre es da nicht viel angenehmer, immer mal wieder zu schauen, was du vielleicht gerade unterdrückst, was vielleicht doch gern an die Oberfläche will und es in einem kontrollierten Moment zuzulassen und dann loszulassen, bevor es sich möglicherweise unkontrolliert irgendwann – definitiv im falschen Moment – Bahn bricht? Die Emotional Freedom Technique wäre hierfür z.B. ein super praktischer Helfer.     

3.  Ich habe Angst, den Anschluss zu verlieren, wenn ich mich zurückziehe

Jede Freundschaft und Beziehung kann und sollte es verkraften, wenn du sagst „Ich brauche mal eine Stunde / einen Tag / eine Woche Zeit für mich“. Zurückziehen muss nicht bedeuten, gleich den Kontakt abzubrechen, für längere Zeit nicht erreichbar zu sein oder sein Umfeld zu vernachlässigen. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen kann man in den Alltag einbauen und es muss nicht zwangsläufig viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man es regelmäßig macht. Auch wenn du dein Handy für ein paar Stunden ausschaltest, musst du kein schlechtes Gewissen haben. Die Welt wird sich in der Zeit ganz bestimmt weiterdrehen. Und wenn du wieder „aufgetankt“ bist, kannst du dich auch mit mehr Energie deiner Familie und deinen Freunden zuwenden. In guten Freundschaften kann und darf man auch einfach ehrlich sein, und es erklären. So mache ich es und bin bisher immer auf Verständnis getroffen.

4. Mein Umfeld hat kein Verständnis für sowas

Womit wir bei diesem Punkt angekommen wären. Hat dein Umfeld wirklich kein Verständnis dafür, oder ist das dein eigener Standpunkt? Vielleicht sehnen sich andere Menschen in deinem Umfeld oder deiner Familie auch nach etwas mehr Zeit für und mit sich selbst, und auch sie trauen sich nicht, das offen zu sagen? Was, wenn du damit auch anderen ganz neue Möglichkeiten eröffnest? Manchmal glauben wir nur, andere haben für bestimmte Dinge kein Verständnis und das stimmt gar nicht. Herausfinden kannst du es nur, wenn du dir die Zeit für dich allein einfach mal nimmst und schaust was passiert.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, ab und zu Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, ganz ohne Ablenkung durch den Fernseher, das Handy oder ein spannendes Buch, denn erst dann können wir uns wirklich kennenlernen, in uns selbst hinein hören und erfahren, was wir tatsächlich wollen – und was nicht. In der heutigen Zeit sind wir ständig von Lärm und Hektik umgeben, außerdem erhalten wir den ganzen Tag über – bewusst und unbewusst – Informationen unserer Mitmenschen über deren Wünsche, Gefühle, Absichten, sodass wir uns manchmal selbst ein wenig vergessen. Wäre doch schön, auch wieder eine Verbindung zu der Welt in dir drin zu haben und nicht nur zu der Welt da draußen, oder?

Wie viel Zeit widmest du dir selbst?

Alles Liebe, deine Coco

Erwarte nicht zu viel von diesem Beitrag

„Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen.“ (Ernst Ferstl)

Erwartungen durchziehen Dein ganzes Leben, zu jeder Zeit und in jedem Lebensbereich. Du erwartest, dass das Wetter sich an den Wetterbericht hält und Du einen sonnigen Urlaub haben wirst. Du erwartest, dass jeder in deinem Umkreis dir mit Respekt begegnet. Du erwartest, dass Du wenig Leid und viel Glück im Leben erfährst, niemals schlecht drauf bist und ein perfektes Leben führst. Fazit vorweg: Du erwartest zu viel.

Du machst dich abhängig von deinen Erwartungen, da Du nur zufrieden und glücklich bist, wenn sie auch eintreffen. Im Umkehrschluss lässt dich jede unerfüllte Erwartung enttäuscht zurück. Du stellst Erwartungen an etwas, weil Du denkst, Du hättest ein Recht darauf. Vor allem in Beziehungen kommt das Thema immer wieder auf und führt zu ernsthaften Problemen – so wünsche ich mir doch von meinem Partner, dass er mich glücklich macht, dass er meine Wunden aus der Kindheit heilt, mich gut fühlen lässt…
In Wahrheit wünsche ich mir das nicht. Ich sehe das als mein Recht an, ich erwarte das von meinem Partner. Doch kein Partner der Welt kann dieser Erwartung gerecht werden – es liegt ganz allein an mir.


„Habe Hoffnungen, aber niemals Erwartungen. Dann erlebst du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen.“

Keine Frage, Erwartungen helfen dir auch in gewisser Hinsicht, im Leben voranzukommen. Oft werden Erwartungen aber mit Zielen verwechselt, und das ist ein grundlegender Fehler!
Erwartungen lassen dich, wie der Name schon sagt, warten. Du wartest darauf, dass etwas eintritt, Du bist also passiv. Ziele hingegen lassen dich aktiv sein, denn Du arbeitest daran, dieses Ziel zu erfüllen.
Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel eine Party. Du kannst erwarten, dass Du dort mit Leuten ins Gespräch kommst, einen guten Abend haben und glücklich wieder ins Bett fallen wirst, sobald der Abend vorbei ist.
Du kannst aber auch das Ziel haben, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, kannst dir das Ziel setzen, einen guten Abend zu haben. Der Unterschied dabei ist, dass Du dich im zweiten Fall selbst dafür verantwortlich siehst, etwas aus dem Abend zu machen. Statt mit einem Drink in der Ecke zu stehen und auf die attraktive Frau zu warten, die dich anspricht, gehst Du selbst auf sie zu. Statt auf eine Tanzaufforderung zu warten, gehst Du einfach tanzen – irgendwer wird dann sowieso mittanzen.
Deshalb ist Selbstverantwortung eng mit den Erwartungen verknüpft – Du gibst deine Mündigkeit und Eigenverantwortung durch Erwartungen komplett ab. Außerdem gibst Du die Offenheit ab, die Du brauchst, um ein zufriedenes Leben zu führen. Erwartungen lassen dich voreingenommen sein. Du versteifst dich geradezu auf deine Erwartungen und lässt anderen Möglichkeiten gar keinen Platz in deinem Leben.

Stell dir vor, Du reist in ein fremdes Land. Mit im Gepäck sind Vorurteile und Halbwissen von Leuten, die eine Doku über das Land gesehen haben oder deren Bekannte einmal dort Urlaub gemacht haben. So erwartest Du bereits vor deiner Ankunft Menschen, denen du nicht vertrauen kannst, oberflächliche Menschen, unfreundliche Menschen. Du kannst diese Liste ewig fortführen. Der Punkt ist, dass Du deinen Fokus dann darauf lenkst, deine Erwartungshaltung zu bestätigen. Und Du wirst die Menschen finden, von denen Du glaubst, sie zu finden – jedes Land hat solche Menschen.
Deshalb erkundige ich mich vor Reisen gerne möglichst wenig über das Land oder die Leute – da ich so automatisch etwas unvoreingenommener bin. So ist man direkt offener für die freundlichen, gut gesinnten Bewohner eines Landes.
Das kann natürlich auch mal nach hinten losgehen, aber das wiederum ist meistens eine Geschichte, die man nach dem Urlaub mit einem Grinsen erzählen kann.

Das Leben so, wie es ist, annehmen zu können, ist eine wunderbare Fähigkeit, beinahe ein Talent. Es erfordert Übung, doch es macht wirklich alles leichter.
Annehmen heißt allerdings nicht, etwas gut zu heißen. Es heißt lediglich, die Situation zu akzeptieren, wie sie ist. Und genau so kannst Du die destruktive Wirkung von Erwartungen minimieren – indem Du dir bewusst machst, dass Erwartungen unsere subjektiven Wünsche sind, und dass wir auf deren Erfüllung keinerlei Anspruch haben. Das Leben ist meistens nicht so, wie wir es haben wollen, und egal wie unangenehm das Leben in dieser Hinsicht ist, wir müssen es erst annehmen, bevor wir etwas verändern können. Aber dich nur zu ärgern und an deinen Erwartungen festzuklammern, kostet Energie und Nerven.


Wie komme ich aus meiner Erwartungshaltung raus?

  1. Werde dir deiner Erwartungen bewusst
    Beobachte aufmerksam, wann Du in eine Erwartungshaltung gehst. Ist es vor dem Treffen mit einem Freund? Vor einer Party? Vor einem Kinobesuch?
    Wir befinden uns wirklich häufig in Erwartungshaltungen. Allein, uns bewusst zu werden, wann wir wieder in eine Erwartungshaltung rutschen, hilft uns, uns aus diesem Zwang zu lösen.
  2. Nehme das Leben an
    Übe dich darin, das Leben einfach so zu nehmen wie es kommt. Dir, sobald eine deiner Erwartungen nicht eingetroffen ist, einfach zu sagen: Schade. Aber so wie es ist, ist es eigentlich auch gut.
    Suche die guten Seiten der derzeitigen Situation – es gibt sie. Immer.
  3. Hoffnungen statt Erwartungen
    Formuliere deine Erwartungen einfach mal um. Statt zu erwarten, dass dein Freund dir einen Strauß Rosen mitbringt, hoffe einfach darauf. Natürlich kann es auch enttäuschend sein, wenn diese Hoffnung nicht erfüllt wird, aber glaub mir, es ist etwas anderes, als wenn jemand deine Erwartung übergeht.
  4. Wie fühlen sich fremde Erwartungen für dich an?
    Genauso wie Du Erwartungen an dein Umfeld hast, haben diese Menschen auch Erwartungen an dich. Der Chef erwartet von dir ein gepflegtes Äußeres, der beste Freund erwartet von dir, dass Du dich meldest und die Lehrer erwarten von dir, dass Du lernst. Üben diese Erwartungen einen Druck auf dich aus? Auf mich jedenfalls schon. Und bei manchen Erwartungen, die Leute an mich haben, merke ich, dass ich die weder erfüllen will, noch kann. Da komme ich oft ins Nachdenken – wie fühlen sich meine Erwartungen für andere Personen an? Macht es Sinn, diese Erwartungen an meine Mitmenschen zu stellen?
  5. Gestehe dir deine Selbstverantwortung zu
    Übernehme selbst die Verantwortung für dein Leben. So reduzierst Du automatisch den Einfluss, den Erwartungen auf dich haben. Du gehst die Sachen aktiv an und arbeitest dafür, statt darauf zu warten, dass das Leben dir diese Sachen schenkt. Dein Leben ist dein Leben und Du bist der- oder diejenige, die dafür eintritt.

„An einen Moment eine Erwartung zu stellen, führt dazu, dass man die Augen vor der Wahrheit verschließt.“

Ich bin keineswegs frei von Erwartungen. Das muss man auch gar nicht sein. Aber in den letzten Jahren habe ich für mich die oben genannten Möglichkeiten gefunden, um mir immer bewusster zu werden, welchen Einfluss Erwartungen auf mein Leben haben. Und mein Bewusstsein dafür wächst nach wie vor, ich leide immer weniger unter meinen Erwartungen, von denen sich die meisten ohnehin am Ende als Unsinn entpuppen.

Wenn Du noch ein paar gute Tipps kennst, wie man mit Erwartungen umgehen kann, melde dich doch einfach! Ich würde mich freuen 🙂

Vielen Dank fürs Lesen!

Dein Chris!

Jede Entscheidung bringt dich an den richtigen Ort

Leben heißt, Entscheidungen treffen.

Mit dem ersten Ton deines Weckers fällt die erste Entscheidung des Tages: Aufstehen oder Liegenbleiben?
Den ganzen Tag über triffst du Entscheidungen, manche zu subtil und alltäglich, um sie überhaupt wahrzunehmen. Ich meine, mit welchem Bein steigst du jeden Morgen in die Hose?
Es gibt aber auch Entscheidungen, die zu wichtig für dich sind, um nur vom Unterbewusstsein getroffen zu werden. Wann immer es um einen neuen Job, die Beziehung zum Freund, einen Umzug oder deine Zukunft im Allgemeinen geht, nehmen Entscheidungen für dich oft bedrohliche Ausmaße an und bereiten dir schlaflose Nächte. Warum ist das so?

Entscheidungen zu treffen fällt vielen Menschen schwer. Das liegt daran, dass eine Entscheidung immer Konsequenzen mit sich bringt. Wenn ich mich für den sicheren, gut bezahlten Job entscheide, werde ich mich nicht mehr selbstständig machen können. Wenn ich zu Toms Geburtstag gehe, werde ich nicht zum Konzert gehen können. Wenn ich mein Erspartes für eine neue Gitarre ausgebe, werde ich stattdessen kein Fahrrad kaufen können. All diese Beispiele sind so individuell wie die Menschen selber und doch geht es immer wieder darum, dass man sich immer, wenn man sich für etwas entscheidet, auch gegen etwas entscheidet. Man nimmt sich damit Freiheit und Möglichkeiten – und man weiß vorher nie, was die Entscheidung mit sich bringen wird.
Nächtelang rollt man sich im Bett umher und geht alle Szenarien durch, die im Falle der Entscheidung auf einen zukommen könnten. Dabei ist das Hauptproblem oft, dass Bauch und Kopf etwas völlig anderes sagen.

Wenn wir mit dem Verstand arbeiten, um eine Entscheidung zu fällen oder ein Problem zu lösen, arbeiten wir mit Logik. Wir gehen rational vor und schmücken unsere Auswahlmöglichkeiten mit Argumenten, sehen ihre Vor- und Nachteile genau vor uns und machen oft eine Wissenschaft aus dieser Entscheidung. Doch egal, wie vernünftig die Entscheidung dann erscheint, wenn der Verstand sie durchgekaut hat – manchmal meldet sich der Bauch, unsere Intuition, zu Wort und entkräftet alles innerhalb von Sekundenbruchteilen.
Die Entscheidungen, die wir aus dem Bauch treffen, können wir meistens nicht einmal begründen. Wir fühlen sie einfach. Sie zeigen sich als körperliche Verspannung, Herzrasen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, aber auch als ein Gefühl von Freude oder Zuversicht.
Doch gerade, weil man sie nicht begründen kann, werden unsere Bauchgefühle oft als wertlos und trügerisch angesehen. Der Mensch ist ziemlich stolz auf seinen Verstand und möchte wichtige Entscheidungen ungern von etwas treffen lassen, was nicht einmal Argumente hervorbringen kann.

Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.
(Charles de Gaulle)

Niemand kann dir deine Entscheidungen abnehmen. Erwachsen zu sein, bedeutet, Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Das ist Selbstverantwortung.
Lies dir dazu ruhig meinen Beitrag zum Thema Selbstverantwortung durch 🙂
Es gibt ein paar Tipps, wie du dir das Fällen einer Entscheidung bedeutend erleichtern kannst.

1. Lege eine Pro-/ Kontra-Liste an
Ein Klassiker – und dennoch hilfreich. Die Verwirrung im Kopf zu haben ist eine Sache, all das geordnet vor sich liegen zu haben ist etwas ganz anderes. Manchmal schockiert es auch, zu sehen, wie stark die Pro- oder Kontra-Seite ausgeprägt ist, obwohl man das vorher gar nicht erwartet hat.

2. Meditation
Gerade in solch schwierigen Phasen ist es unglaublich lohnend, in sich zu gehen. Bei der Meditation gewinnst du genügend Abstand zu unseren Alltagsproblemen und kannst so eine ganz neue Sichtweise einnehmen.
So wirst du dir auch deiner Beweggründe für die Entscheidung bewusst und merkst schneller, dass du manche Möglichkeiten aus den falschen Gründen angehen wolltest.

3. Sprich mit anderen Leuten
Auch so erhältst du mit Sicherheit andere, oft wertvolle Sichtweisen auf dein Thema. Vielleicht trägt dir jemand eine Möglichkeit zu, die dir noch gar nicht in den Sinn gekommen ist, vielleicht beruhigt es dich auch einfach, mit jemandem zu reden und dich auszutauschen. Allerdings kann der Austausch auch zu Verwirrung führen, vor allem, wenn man mit zu vielen Leuten spricht.

4. Eine Nacht drüber schlafen
Eine Redewendung mit ziemlich viel Wahrheit – während dein Verstand, der sich selbst als wichtigste Instanz bei der Entscheidungsfindung sieht, im Schlaf zur Ruhe kommt, arbeitet in der Nacht dein Unterbewusstsein an deiner Lösung. Nicht selten wacht man mit einer Entscheidung auf, die sich gut anfühlt – selbst, wenn du durch die Zeit und den Schlaf nur die nötige Distanz zur Entscheidung bekommen hast, ist es das schon wert gewesen.

5. Gönn dir eine Pause
Das passt ziemlich gut zum vorherigen Punkt. Hör auf an deinen Problemen und Entscheidungen zu klammern. Mach einfach mal eine Pause, entspann dich beim Baden, gehe ins Kino, triff dich mit Freunden oder – das hilft sowieso – mach Sport. Auch hier hast du wieder denselben Effekt wie beim meditieren und beim Schlafen: du gehst auf Distanz zu der Entscheidung. Du wirst offen für neue Möglichkeiten und – wer weiß – vielleicht kommt dir die Entscheidung zugeflogen.

6. Keine Angst vor Fehlern
Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat etwas sehr kluges darüber gesagt: “Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen!”.
Die Angst vor Fehlern kommt so oft vor und beschränkt uns alle immer wieder. Doch aus Fehlern kann man nur lernen, man kann so viel daraus mitnehmen und wachsen. Um Laufen zu lernen sind wir doch auch alle hingefallen, wieder und wieder. Haben beim Autofahren mal den falschen Gang eingelegt. Fehler zu machen ist menschlich.
Ohnehin ist die Sorge darum, eine richtige oder falsche Entscheidung zu treffen, ein Kampf gegen Windmühlen. Meiner Meinung nach gibt es kein richtig und falsch – jede Entscheidung führt uns durchs Leben und wir kommen durch jede Entscheidung an einen anderen Punkt. Das ist genau der Punkt, den wir gerade brauchen um zu lernen. Genau da wo du jetzt im Leben stehst, bist du auch nur aufgrund deiner vorangegangenen Entscheidungen. Als du sie damals getroffen hast, wirkten sie vielleicht gar nicht so „richtig“, doch brachten sie irgendeinen Stein ins Rollen, der dein Leben komplett geändert hat – vielleicht hast du dich aus notgedrungenen Gründen spontan für eine von zwei Schulen entschieden und hast genau dort deinen besten Freund kennengelernt oder deinen Partner. Jetzt kannst du ohnehin nicht beurteilen, ob die Entscheidung richtig oder falsch war, denn du wirst nie erfahren, wie dein Leben verlaufen wäre, wenn du die andere Schule besucht hättest.

7. Hör auf mit dem „Was-wäre-wenn?“-Denken!
Wenn du den Mut aufgebracht hast, deine Entscheidung zu treffen, hör auf mit dem leidigen Denken, was gewesen wäre. Es bringt dich nicht weiter. Womöglich stürzt du noch in Zweifel und Unsicherheit und redest dir deine Entscheidung eher schlecht, statt dich einfach drauf einzulassen. Lass all die anderen Möglichkeiten los und lasse dich auf deinen neuen Weg ein und stehe dazu.
„Wenn du gehst, dann geh. Wenn du stehst, dann steh. Und ohne zu schwanken!“ ist ein recht passendes Zitat, welches Buddha zugeschrieben wird. Mach die Sachen, die du tust, einfach aus Überzeugung. Stehe zu dir selbst. Denn Entscheidungen kommen aus dir, sie sind Taten und reflektieren deinen Charakter.

8. Vertrauen in Dich und den Lauf deines Lebens bekommen
Mir diesen Punkt immer wieder bewusst zu machen, hilft mir durch meine Tage. Einfach mal vertrauen und alles loslassen, sich sagen, dass ohnehin alles gut werden wird – und am Ende wird es das auch.
Ich denke, dass nichts zufällig passiert, dass alles einen guten Grund hat. Ebenso hat es einen guten Grund, wenn die Entscheidung die ich treffe mich in eine bestimmte Richtung führt. Und mir selbst zu vertrauen hilft mir, mit all den Situationen fertig zu werden. Zu wissen, dass ich daran wachsen werde, egal wie hart es unter Umständen wird.


Jede Entscheidung bringt dich an den richtigen Ort.

Ich hoffe, dass du etwas aus diesem Beitrag mitnehmen konntest.
Was hilft dir, Entscheidungen zu fällen? Hast du noch mehr Tipps? Gerne kannst du deine Ideen mit uns teilen!
Danke fürs Lesen!

Dein Chris

Selbstverantwortung verändert dein Leben

Stell dir dein Leben als eine Reise mit dem Bus vor. Sei ehrlich zu dir: bist du der Fahrer und bestimmst, wo es hingeht oder sitzt du auf der Rückbank, starrst aus dem Fenster und beschwerst dich, weil der Bus nicht dahinfährt, wo du hin willst?
Ich bin sehr lange auf der Rückbank mitgefahren und bin mir sicher, dass sehr viele Leute so durch ihr Leben fahren. Die wenigsten Menschen nehmen die volle Verantwortung für ihr Leben auf sich – einfacher ist es, anderen die Verantwortung zu geben und ihnen die Schuld zu geben, wenn etwas schief läuft. Egal wo – auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Schlange an der Kasse – überall finden wir Schuldzuweisungen, wo keine sein müssten.

Bist du Opfer oder Gestalter?

Selbstverantwortung ist die Verpflichtung gegenüber mir selbst und meinem eigenen Gewissen. Ich stehe hinter meinen Normen und Werten und lebe nicht nach den Vorgaben anderer. Es ist die bewusste Entscheidung, mein Leben zu leben. Wenn ich mich dazu entscheide, all die Konsequenzen zu tragen, mich für mein Leben sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten zu verantworten und kein Opfer der Umstände mehr zu sein, dann gewinne ich Freiheit.
An dieser Stelle möchte ich das Opfer-Gestalter-Modell erwähnen, welches von Stephen R. Covey stammt. Die Opfer sind an dieser Stelle Menschen, die sich von ihren äußeren Umständen abhängig machen. Zum Beispiel sind sie unzufrieden mit der Arbeit, weil der Chef so anstrengend ist und nichts ändern möchte. Der Gestalter hingegen nimmt die äußeren Umstände nicht so erdrückend wahr und weiß, dass er selbst etwas verändern kann – so kann er ein Gespräch mit dem Chef suchen, statt einfach in der Unzufriedenheit zu verharren. Beide Rollen sehen die selbe Situation von zwei entgegengesetzten Seiten.
Der Gestalter hat durch seine Selbstverantwortung eine unglaubliche Macht über sein eigenes Leben, während das Opfer genau diese Macht an denjenigen abgibt, den es für sein Unglück verantwortlich macht.

Früher sorgten die Eltern für uns, heute ist das unsere Aufgabe

Ein klassisches Beispiel dafür kennt wohl jeder von uns – man gibt den Eltern immer wieder die Schuld für die eigene Situation. „Weil meine Eltern damals diese Fehler gemacht haben, bin ich jetzt so wie ich bin.“
Natürlich – die Kindheit prägt uns in all ihren Facetten. Viele von uns erleben unangenehme, teils traumatische Situationen in jungen Jahren und tragen diese unser ganzes Leben lang mit uns rum. Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass es absolut nicht schlimm oder schwach ist, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesen Themen aufzuräumen.
Aber es bleibt dabei, dass man im Erwachsenenalter selbst die Verantwortung dafür hat, mit seiner Kindheit Frieden zu schließen. Statt aus eigener Kraft daran zu arbeiten, die Fehler der Eltern zu verarbeiten, beschweren sich viele Menschen bis in ans Ende ihrer Tage und machen ihnen Vorwürfe. Dabei gibt man den Eltern so viel Macht und bleibt weiterhin abhängig von ihnen, statt das Kapitel als abgeschlossen zu betrachten.
Man ist nicht mehr das wehrlose Kind, was auf seine Eltern angewiesen ist und ohne sie nicht überleben kann. Man ist erwachsen und führt sein eigenes Leben.


Ich kann nicht
, ist eine Ausrede. Ich will nicht ist ehrlicher und fördert die Eigenverantwortung. (Christian Bischoff)

Seien wir ehrlich – Verantwortung zu übernehmen erfordert Mut. Egal ob es für Projekte oder für sein eigenes Leben ist. Du bist derjenige, der mit den Konsequenzen leben muss. Du gibst all die kleinen Entschuldigungen auf und enttarnst dein „Ich kann nicht“ als ein „Ich will nicht“.
„Ich kann den Vortrag nicht halten“ wird zu „Ich will den Vortrag nicht halten, weil ich Angst habe, zu versagen und mich zu blamieren.“
Du entscheidest, ob dich der Kerl an der Supermarktkasse aufregt, weil er so langsam ist. Willst du ihm die Macht geben, dir den Tag zu vermiesen? Ist dir dieser fremde Mensch so wichtig?
Oder entscheidest du dich bewusst dafür, dich nicht aufzuregen? Das heißt nicht, dass du Gefühle unterdrücken sollst – du wirst aber bei andauernder Achtsamkeit merken, dass dich nicht dieser langsame Mensch, der rasende Autofahrer oder der laute Nachbar aufregt, sondern du dich selbst. Und sobald du einmal dieses Konstrukt durchschaut hast, wird diese Last von deinen Schultern fallen – jedes mal ein bisschen mehr.


Von dem Geld, dass wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu gefallen, die wir nicht mögen.

Die meisten Menschen führen ihr Leben in Wahrheit für andere Menschen. Sie (ver)kleiden sich, um irgendwelchen Leuten zu gefallen. Sie benehmen sich, versuchen normal zu sein, um auf keinen Fall aus der Reihe zu tanzen. Unterdrücken ihren wahren Charakter, ihre Verrücktheit und Kreativität, damit niemand etwas gegen sie sagen kann. Wie viele Männer und Frauen haben sich dafür entschieden, einen gewissen Job zu machen oder einen bestimmten Weg zu gehen, nur um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.
Wir alle sind nur für eine ganz bestimmte Zeit hier, die uns am Ende wahrscheinlich allen viel zu kurz vorkommen wird. Warum übernehmen wir nicht die Verantwortung für unser Leben und machen das, was uns gefällt? Laufen in den Klamotten rum, in denen wir uns wohlfühlen und machen den Beruf, der uns gefällt – auch wenn jeder sagt, dass es idiotisch ist. Wir sollten die kurze Zeit, die wir haben, zu einer guten Zeit machen. Und genau dafür brauchen wir Selbstverantwortung in unserem Leben!

Mehr Selbstverantwortung im Leben

Werde dir deiner Lebenssituation bewusst

Es ist wichtig, dir erst einmal bewusst zu werden, wie dein Leben gerade aussieht. Schau dir alle Bereiche deines Lebens an und sei ehrlich genug um dir einzugestehen, was schlecht läuft. Vielleicht ist es der Job oder die Art, wie deine Freunde mit dir umgehen. Es ist nicht schön, sich das einzugestehen, doch du wirst bei dieser Übung merken, in welchen Bereichen du Verantwortung zeigen musst. Das hat sehr viel mit Selbstliebe zu tun.

Ändere dein Reden, Denken und Handeln
Unsere Gedanken erzeugen unsere Realität. Sie sind es auch, die uns in die Opfer- oder Gestalterrolle pressen. Durch Achtsamkeitsübungen kannst du dir deiner (destruktiven) Gedanken bewusst werden und an ihnen arbeiten. „Ich muss arbeiten“, „Ich kann nicht tanzen“ und „Ich darf nicht träumen“ sind typische Sätze der Opferrolle. Diese im Alltag bewusst durch „Ich will arbeiten“, „Ich kann tanzen“ und „Ich darf träumen“ auszutauschen ändert mehr, als du im ersten Moment erwartest.

Lebe nach deinen eigenen Werten
Dieser Punkt hat sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Ich kenne es von mir nur zu gut, dass ich mich dauernd verstelle und zu manchen Anteilen meiner Persönlichkeit nicht stehen möchte, aus Angst, dass andere Leute mich dafür verurteilen. Stell dir den Jungen vor, der für sein Leben gerne Ballett tanzen würde, aber sich aus Gesellschaftszwängen nicht traut. Ich hatte das lange Zeit, wenn es um meinen Musikgeschmack ging und noch extremer war es, wenn es um das Thema Spiritualität ging – ich hatte oft das Gefühl, dadurch als Esoteriker oder als komischen Kerl abgestempelt zu werden. Aber hey, ich bin ein komischer Kerl und mittlerweile bin ich wirklich stolz darauf.
Sprich als Übung deine eigene Meinung aus, wann immer es sich anbietet. Stehe hinter dem was du tust. Die Menschen blicken zu Leuten auf, die zu ihren eigenen Werten stehen.

Keine Angst vor Fehlern
Selbstverantwortung bringt durch die Entscheidungen die man trifft, Konsequenzen mit sich. Habe den Mut, diese Konsequenzen zu tragen und mit den Fehlern, die du machst, zu leben. Fehler zu machen ist menschlich und gehört zum Leben dazu – sie bringen dich voran. Es hilft auch, dir vor Augen zu führen, wie schlimm die bisherigen Fehler deines Lebens rückblickend wirklich waren. Oft zeigt sich, dass die schlimmen Fehler in Wahrheit nur ein Teil des Weges waren.

Bewege dich in kleinen Schritten
Setze dir zu Beginn kleine Ziele in den Bereichen deines Lebens, die sich schnell und einfach verändern lassen. Zieh einfach mal deine Lieblingsjeans an, auch wenn sie nicht perfekt sitzt. Trink auf der nächsten Feier einfach mal keinen Alkohol, wenn du merkst, dass du eigentlich gar nicht willst oder dass es dir nicht gut tut. Vielleicht werden die Leute gar nicht so viel dazu sagen, wie du dir ausmalst – oder aber du merkst, dass du es schaffst, darüber zu stehen! Du wirst definitiv merken, wie sehr du dein Leben beeinflussen kannst und rutscht in eine positive Spirale, die dir noch mehr Kraft und Vertrauen für die kommenden Veränderungen geben wird.


Wenn du dich weigerst, die Verantwortung für deine Niederlagen zu übernehmen, wirst du auch nicht für deine Siege verantwortlich sein. (Antoine de Saint-Exupéry)

Du hast die Wahl. Sei ein Gestalter und nimm dein Leben in die Hand. Es liegt in deiner Verantwortung.
Danke fürs Lesen!

Dein Chris!